Regatta

Der September als Silberstreifen am Hoffnungshorizont

Überall ringen Veranstalter um neue Termine für verschobene Regatten. Der September könnte – Corona-Entwarnung vorausgesetzt – einen deutschen Boom bringen

Tatjana Pokorny am 31.03.2020
Match Race Germany 2019
MRG/Andy Heinrich

Regatta-Boom im September? Sollte die Corona-Krise bis dahin unter Kontrolle sein und die Behörden grünes Licht geben, dann soll es in den meisten deutschen Revieren im Frühherbst zur Sache gehen

Match Race Germany 2018

Was Regattasegler gerade vermissen…

Noch nie war der September so regattalastig, wie er es in diesem Jahr vielleicht noch werden könnte. Nach der weltweiten Absage- und Verschiebungswelle von internationalen und nationalen Regatten haben auch viele deutsche Veranstalter in der anhaltenden Corona-Krise nach alternativen Austragungsterminen Ausschau gehalten, die möglichst spät im Jahr liegen. So sollen die Austragungschancen maximiert werden. Noch ist nicht sicher, dass 2020 überhaupt Regattasport in kleinen oder großen Formaten wird stattfinden können. Doch die Hoffnung darauf haben Organisatoren, Segler, Fans und auch Sponsoren noch nicht aufgegeben. Für viele Segler markiert der September das verheißungsvolle Licht am Ende des Tunnels.

RVS

Die Seesegler hoffen, in diesem Jahr noch zum Einsatz zu kommen. In einschlägigen WhatsApp-Gruppen tauschen sie sich in der Zwischenzeit über die Reaktivierung von Modellbooten, gute Lektüre oder Pläne für die Zeit nach Corona aus

Als erste deutsche Großveranstaltung hatte die Kieler Woche bereits Mitte März ihren neuen Austragungstermin bekommen. Die weltgrößte neuntägige Segelserie soll erstmals nicht in der letzten kompletten Juni-Woche, sondern vom 5. bis 13. September stattfinden. An der genauen Gestaltung arbeiten die Macher noch. Bekannt ist, dass die Seesegler folgende Daten zumindest anpeilen: Aalregatta und Welcome Race am 5. und 6. September, die Internationale Deutsche ORC Meisterschaft vom 10. bis zum 12. September, den Senatspreis am 10. September und das Silberne Band inklusive Doublehand-Wertung am 11. und 12. September.

125. Kieler Woche

Eine schöne Szene von der 125. Kieler Woche. In diesem Jahr findet die weltgrößte Regattaserie nach ihrer historischen Verschiebung im September statt

Auch weitere namhafte Regatten sind in den frühen Herbst ausgewichen: Das Match Race Germany soll vom 9. bis 13. September vor Langenargen auf dem Bodensee Wiedergutmachung für den Ausfall der traditionsreichen Segelparty mit Zehntausenden Zuschauern über Pfingsten sorgen. „Wir mussten die Flagge ,Startverschiebung‘ infolge der Corona-Pandemie setzen“, sagt Sportdirekttor Eberhard Magg, „aber wir brennen nach wie vor für das Match Race Germany und wollen mit der 23. Auflage im September eine unvergessliche Segelparty für die Teilnehmer, Partner und Gäste auf die Beine stellen. Die Kursstrecke für 2020 ist damit zwar länger geworden, doch am Ziel hat sich nichts geändert.“

Match Race Germany 2018

Still ruht der See aktuell auch in Langenargen. Das 23. Match Race Germany wurde in den September verschoben

Auch das Bundesliga-Team musste den Saisonauftakt verschieben. Das erste geplante Liga-Wochenende in Prien am Chiemsee wurde auf den 17. bis 19. Juli verlegt. Für das zweite Gastspiel in Überlingen wird noch ein Alternativdatum gesucht. Für den Berliner Liga-Gipfel beim Potsdamer Yacht-Club ist wie bei so vielen anderen das potenziell heißeste deutsche Regattawochenende in diesem Jahr vom 11. bis 13. September angedacht. DSBL-Geschäftsführer Oliver Schwall sagt: „Wir hoffen, dass die ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung greifen und diese Krise schnell einen positiven Verlauf nimmt. Ich wünsche allen Sportlern, Partnern und Freunden des Segelsports beste Gesundheit und dass wir uns bald auf dem Wasser wiedersehen.“

Deutsche Segel-Bundesliga 2019

Auch der Liga-Saisonstart musste verschoben werden. Aufgeschoben bedeutet für die DSBL aber nicht aufgehoben…

Sollten in diesem Jahr tatsächlich noch Regatten stattfinden können, dann wird sich manch ein Regattasegler angesichts des hohen Event-Aufkommens im September entscheiden müssen, wo er oder sie dabei sein wollen, denn bei den hier erwähnten Serien wird es wohl nicht bleiben. Das „Problem“ des Überangebots hätte allerdings wesentlich schönere Aspekte als das aktuelle der totalen Regattaflaute in schweren Zeiten.

Tatjana Pokorny am 31.03.2020

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