Segeln olympisch

Der Laser bleibt olympisch!

Beim Halbjahrestreffen des Welt-Seglerverbandes in London wurden am Sonntag einige Weichen für die olympische Zukunft des Segelsports gestellt

Tatjana Pokorny am 19.05.2019
Marit Bouwmeester
Jesus Renedo/Sailing Energy

Laser und Laser Radial (hier mit Olympiasiegerin Marit Bouwmeester) bleiben vorerst olympisch

World Sailing Jahrestagung 2016

World-Sailing-Präsident Kim Andersen

Den mit Spannung erwarteten Abstimmungen über die künftigen olympischen Segel-Disziplinen und Boote für 2024 und darüber hinaus gingen am Wochenende beim Halbjahrestreffen des Welt-Seglerverbandes im Chelsea Football Club in London intensive Diskussionen voraus. Am Sonntagnachmittag dann bat World-Sailing-Präsident Kim Andersen die Council-Mitglieder zur Wahl. Dabei galt es gleich mehrere wichtige Entscheidungen zu treffen. Doch zunächst durften die 41 an diesem Tag stimmberechtigten Männer und Frauen im Council darüber abstimmen, ob sie geheim oder offen wählen wollen. Mit 21:20 Stimmen entschieden sich die Delegierten (die hier vorgestellt werden) für einen geheimen Abstimmungsprozess.

Während die meisten Entscheidungen zügig und nach nur wenigen Einwürfen und Bemerkungen von Council-Mitgliedern fielen, waren vor der Entscheidung über die künftige Einhand-Disziplin für Männer und Frauen leidenschaftliche Plädoyers zu hören. Sie wendeten sich in der Mehrheit deutlich gegen den infolge einer Testserie entworfenen Vorschlag des Equipment Comittees, der dem neuen AS Aero gegenüber dem bestehenden Laser den Vorzug geben wollte.

Die Mitglieder machten deutlich, dass die weltweit am stärksten verbreitete olympische Bootsklasse insbesondere von weniger finanzstarken Ländern nicht eben so zu ersetzen sei und ein Klassenwechsel den Segelsport in solchen Ländern sogar gefährden würde. Eine von Mitgliedern beantragte Verschiebung der Entscheidung lehnte das Council ab, ebenso den Vorschlag pro RS Aero selbst. Im dritten Wahlgang standen daher wieder alle vier in der Testserie vor Valencia überprüften Bootsklassen zur Abstimmung. Dabei erhielt der Laser die überwältigende Mehrheit von 35 Stimmen, der RS Aero 5 Stimmen. D-Zero und Melges 14 konnten keine Stimme gewinnen.

Sailing World Championships 2018

Sein Boot bleibt olympisch: Laser-Steuermann Philipp Buhl freut sich. Für ihn und seine Klasse beginnt am Montag die Europameisterschaft in Porto (Portugal)

Bestätigt wurde der 470er als künftige Zweihand-Mixed-Jolle. Nicht durchgekommen hingegen ist der Vorschlag, das RS:X-Surfbrett beizubehalten. Hier wird voraussichtlich neu getestet, neu überlegt und beim Jahrestreffen des Welt-Seglerverbandes im November neu abgestimmt. Zum Sinneswandel hat offenbar auch ein sehr deutlicher offener Brief des zweimaligen holländischen RS:X-Olympiasiegers Dorian van Rijsselberghe beigetragen, der ein moderneres Brett für seinen Sport fordert, obwohl er selbst auch weiter zu den aussichtsreichsten RS:X-Kandidaten zählen würde und seine Heimat Holland die stärksten RS:X-Surfer stellt. Alles deutet nun darauf hin, dass die Windfoiler kommen. Über das Boot für die neue Mixed-Offshore-Disziplin wird voraussichtlich erst 2023 entschieden. 

470er

Der 470er bleibt 2024 olympisch, wird dann aber nicht mehr von jeweils zwei Frauen oder zwei Männern gesegelt, sondern von Mixed-Teams, die ihre Rollen (Steuermann/Steuerfrau und Vorschoter/Vorschoterin) frei kombinieren können

Zu Beginn der Halbjahrestagung hatte World Sailings CEO Andy Hunt außerdem berichtet (und damit die seit Wochen schwelenden Gerüchte bestätigt), dass der Verband sich um einen Kredit bemüht hat, für den als Sicherheit die kommenden TV-Einnahmen für die Olympischen Spiele 2020 gegeben wurden.

Tatjana Pokorny am 19.05.2019

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