Route du Rhum

Der Imoca-Boom: Rekordfeld für die Route du Rhum

Für die Imoca-Klasse markiert die Route du Rhum Teil 1 der WM-Serie. Mindestens sieben der 20 teilnehmenden Boote bereiten sich auch auf die Vendée Globe vor

Tatjana Pokorny am 01.11.2018
Route du Rhum 2018
Route du Rhum

Vincent Riou auf seiner Imoca "PRB"

Drei Tage sind es noch, bis der Startschuss zum französischen Transatlantik-Klassiker Route du Rhum am 4. November um 14 Uhr vor Saint-Malo fällt. Die insgesamt 123 Skipper in sechs Klassen – ein neuer Teilnehmer-Rekord in der Geschichte des Rennens – haben rund 3500 Seemeilen bis ins Ziel vor Guadeloupe zu absolvieren. 20 von ihnen gehen die atlantische Bewährungsprobe auf Imoca-Yachten an – auch das ist ein Rekord bei diesem Segelsportfestival der Superlative, das voraussichtlich mehr als zwei Millionen Menschen in den Start- und den Zielhafen locken wird. 

Route du Rhum 2018

Jérémie Beyou und "Charal" zählen zu den Top-Favoriten für die Route du Rhum bei den Imocas

Route du Rhum 2018

Die Imoca-Skipper auf einen Blick. Drei fehlen, darunter auch Boris Herrmann, der bei diesem Fototermin nicht dabei sein konnte

Die 20 Imocas an der Startlinie werden für einen prächtigen Kampf um die Klassenhoheit sorgen. Das ist schon durch die Güte und Erfahrung der Top-Skipper garantiert. Für die Einrumpfer markiert der "Halbmarathon" den Auftakt zur WM-Serie mit insgesamt acht unterschiedlich gewichteten Regatten im Zeitraum von 2018 bis 2021. Der Weltmeister oder die Weltmeisterin werden 2021 gekürt. "Für Imocas gibt es ein durchgehendes Angebot an Rennen und Events über einen Zeitraum von vier Jahren. Hinsichtlich Kosten und Nutzen bedeutet das den 'Golden Spot'", erklärt Boris Herrmann, der als einziger Deutscher mit "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" um ein Spitzenresultat in dieser Klasse ringen will.

Route du Rhum 2018

Boris Herrmann vor seiner Route-du-Rhum-Premiere als Solist in der Imoca-Klasse

Der Wahlhamburger hat sich intensiv auf die Regatta vorbereitet und sagt: "Mein Ziel für dieses Rennen ist es, erst einmal sicher auf der anderen Seite anzukommen. Das Boot heil zu lassen, aber auch selber sicher zu sein. Denn natürlich ist die Route du Rhum ein superwichtiges Rennen, aber das allerwichtigste Rennen ist die Vendée Globe. Und dafür brauchen wir das Boot." Herrmann geht davon aus, dass auch viele deutsche Fans die Route du Rhum verfolgen. "Ich hoffe natürlich, dass ich dieses Abenteuer, dieses Rennen auch mit einem breiteren Publikum teilen kann." Bei der Formulierung seiner Zielsetzung bleibt er realistisch: "Ich habe viel auf den Weltmeeren gesegelt. Allerdings nicht so sehr viel allein. Und ich habe noch nie eine Regatta einhand mit einer Imoca bestritten. Ich bin also sehr aufgeregt und eher Außenseiter in diesem Rennen. Allerdings mit einem der sehr guten Boote. Das verursacht natürlich auch einigen Druck für mich."

Der Wahl-Hamburger über seine Erwartungen, "Malizias" Möglichkeiten und sportlichen Ziele

Zu "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" erklärt Herrmann: "Dieses Boot, die ehemalige 'Gitana XVI", stammt aus der ersten Foil-Generation. Es ist so gut konstruiert, dass es auf dem Papier auch heute noch eines der Top-Boote ist. Was auch eine gute Voraussetzung für die Zukunft ist. Ich denke, dass dieses Boot mit einigen Modifikationen sogar immer noch die Vendée Globe gewinnen könnte."

Route du Rhum 2018

Die deutsch-französische "Monin"-Skipperin Isabelle Joschke zählt auch zu den Gegnern von Boris Herrmann

Route du Rhum 2018

Die schöne Segel-Szene mit Vincent Riou auf "PRB" fing Fotograf Benoit Stichelbault ein

Zu den Imoca-Stars und Herrmann-Gegnern bei dieser 11. Rhum-Auflage zählen eine ganze Reihe Größen des Segelsports, die sich im Feld der 20 Imocas mit Skippern aus fünf Nationen (Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Schweiz und Finnland) hervortun wollen. Unter den Skipperinnen ist mit der hervorragend vorbereiteten Britin Sam Davies auch mindestens eine mit Podiumschance. Die letzte Route du Rhum hatte in der Imoca-Klasse Ausnahmesegler François Gabart gewonnen, der dieses Mal mit "Macif" in der spektakulären größten Klasse der Ultimes antritt. Gesucht wird ab Sonntag sein Nachfolger bei der rund eineinhalbwöchigen Imoca-Hatz über den Atlantik.

Route du Rhum 2018

Hat nie eine offizielle Schule besucht, wuchs auf dem Boot seiner Eltern auf und zählt jetzt zu den aufsteigenden Imoca-Steuermännern: "La Fabrique"-Skipper Alan Roura

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"Hugo Boss"-Skipper Alex Thomson

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Paralympics-Sieger Damien Seguin greift mit einer Hand an, segelt erstmals bei der Route du Rhum eine Imoca

Tatjana Pokorny am 01.11.2018

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