Match Race Germany

Der Duell-König: "Willi" will's wissen

Noch teilt sich der viermalige britische Matchrace-Weltmeister Ian Williams den WM-Rekord mit Altmeister Peter Gilmour. Aber wie lange noch?

Tatjana Pokorny am 05.06.2014
Ian Williams

Der viermalige Matchrace-Weltmeister Ian Williams ist weiter auf der Jagd, will 2014 seinen fünften WM-Titel gewinnen und startete mit 5:0 Siegen in das 17. Match Race Germany

Ian Williams ist mit zwei Zielen nach Langenargen an den Bodensee gekommen. Der britische Anwalt, der während einer halbjährigen Auszeit von seinem Job als Jurist mit zwei Grade-1-Siegen mutig in eine erfolgreiche professionelle Segelsportkarriere durchstartete, will seinen 2013 errungenen Sieg im Match Race Germany wiederholen. Und er will damit die Basis für seinen fünften Weltmeistertitel schaffen. Denn noch teilt sich der 37-jährige Skipper aus Lymington den Thron der besten Duellsegler der Welt mit einem der Gründerväter der Alpari World Match Racing Tour: America's-Cup-Gewinner Peter Gilmour hat in seiner glanzvollen Matchrace-Karriere wie Williams vier WM-Siege ersegeln können, ist aber inzwischen zurückgetreten. 

Match Race Germany 2014

Viermaliger Weltmeister gegen einmaligen Weltmeister: Auch Karol Jablonski (l.) musste sich zum Auftakt im Match Race Germany von Ian Williams ins Ziel führen lassen

Im vergangenen Jahr verpassten Ian Williams und sein Team GAC Pindar mit Gerard Mitchell, Mal Parker, Bill Hardesty und Matt Cassidy den fünften WM-Sieg nur ganz knapp, scheiterten am Team US One um den amerikanischen Shooting Star Taylor Canfield von den Jungferninseln. Der segelte in seinem ersten Tour-Jahr so frei und frech, dass er am Ende der Saison sogar überraschend Weltmeister wurde. Dieses Blatt möchte William 2014 zurückwenden. Vielleicht ist es ja ein gutes Omen, dass seine erste Tour-Regatta im Jahr 2005 das Match Race Germany war, zu dem er auch aufgrund der guten Atmosphäre immer gerne zurückkehrt. Die Disziplin Matchracing schätzt Williams mit Blick auf ihre psychologischen Herausforderungen: "Psychologische Stärke ist extrem wichtig. Denn der Alles-oder-nichts-Charakter des Matchracings kann sehr brutal sein. Du stehst konstant unter Druck, denn du kannst jederzeit ausscheiden. Es gibt kaum eine Möglichkeit zur Entspannung."

In England segelt der erste und erfolgreichste britische Matchrace-Weltmeister Williams oft im Schatten seines bekannteren Landsmannes Ben Ainslie, der mit seinen vier olympischen Goldmedaillen, seinem America's-Cup-Sieg als Taktiker in Larry Ellisons Oracle Team USA und der bevorstehenden Vorstellung seines britischen America's-Cup-Teams die unbestrittene Nummer eins im britischen Segelsport ist. Davon hat sich Williams aber nicht in seiner Konzentration auf das Matchracing beeinflussen lassen. 2007, 2008, 2011 und 2012 sicherte er sich den WM-Titel. Und sein Hunger ist noch lange nicht gestillt.

Den ersten Wettfahrttag im Match Race Germany absolvierte der smarte Rechtsanwalt im Stile eines Champions: Fünf Siege in fünf Duellen machten ihm zum Auftakt auf dem Bodensee keiner nach. Entsprechend gelöst spazierte der blonde Steuermann am Abend durch den Hafen und beantwortete die Frage nach seinem Erfolgskonzept lächelnd: "Fokus, Fokus und nochmals Fokus! Heute war in dem gleißenden Licht da draußen auf dem Bodensee nur eines gefragt: Konzentration! Wir hatten einen guten Tag ..." Williams berichtete vom Geschehen auf dem Wasser: "Es herrschten heute klassische Bodensee-Bedingungen. Wir hatten auch ein bisschen Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. So konnten wir uns vor die anderen Jungs schieben." Diese Art des britischen Understatements ist typisch für Ian Williams.

Match Race Germany 2014

Leichte Winde, schweres Segeln, schöne Bilder: Zum Auftakt war von den zwölf Teams aus elf Ländern in der Vorrunde des Match Race Germany höchste Konzentration gefordert

Die Vorrunde im Match Race Germany mit zwölf Teams aus elf Ländern wird am Freitag fortgesetzt. Der Vorrundensieger nach insgesamt 66 Duellen zieht direkt in das Halbfinale ein. Die Teams auf den Plätzen zwei bis sieben qualifizieren sich für das Viertelfinale. Dessen beste drei Mannschaften machen das Halbfinale bei der Auftakt-Regatta zur Alpari World Match Racing Tour mit insgesamt sieben Regatten auf drei Kontinenten komplett. Das Finale um den Großen Preis von Deutschland und rund 40 000 Euro Preisgeld findet am Pfingstmontagmittag statt. Die Veranstalter erwarten am Pfingstwochenende bei traumhaftem Sommerwetter rund 30 000 Zuschauer im internationalen Regattadorf im Langenargener Gondelhafen direkt am Bodenseeufer.

Tatjana Pokorny am 05.06.2014

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