Kap-Hoorn-Passage

Das Abenteuer seines Lebens

Der Münchner Yohannes Wiebel steht vor der Verwirklichung eines Lebenstraums: Er startet am Sonntag mit Franck Cammas mit Kurs auf Kap Hoorn

Tatjana Pokorny am 06.11.2015
Julbo Session

Lebenstraum in Sicht: Yohannes Wiebel hat den Wettbewerb um den Platz an der Seite von Frankreichs Segellegende Franck Cammas bei der bevorstehenden Kap-Hoorn-Passage gewonnen

Volvo Ocean Race 2011/12

Franck Cammas

Der Münchner Yohannes Wiebel steht vor dem Startschuss ins Abenteuer seines Lebens. Am Sonntag bricht der in der Schweiz arbeitende Architekt mit Frankreichs Segellegende Franck Cammas zur Rundung Kap Hoorns auf, auf einem Katamaran vom Typ Nacra F20 mit Foils. Gelingt das Unterfangen, wäre es eine Weltpremiere.

Wiebel hatte spontan an einem zweistufigen Bewerbungsverfahren eines Ausschreibungswettbewerbs des Sport-, Spezialbrillen und Kontaktlinsen-Herstellers Julbo teilgenommen und überraschend die Fahrkarte zum Törn um die legendärste Landmarke der Erde gewonnen. Julbo veranstaltet regelmäßig außergewöhnliche "Sessions", bei denen jeweils ein Amateursportler einen großen Traum an der Seite eines Sportprofis verwirklichen kann.

Volvo Ocean Race 2011/12

Erfolgreicher Rekordjäger, Olympiasegler und Volvo-Ocean-Race-Gewinner: Franck Cammas startet am Sonntag mit Yohannes Wiebel ins Abenteuer namens Kap Hoorn

Zum Segelsport kam Wiebel über das familieneigene Boot, auf dem "mein Bruder und ich schnell das Kommando übernommen haben". Weil für die Bewerbung um die Teilnahme an der Julbo Session unter Segeln ein Video gefordert war, hätte Wiebel beinahe nicht reagiert. Doch dann tat er es doch: "Ich hatte keinerlei Videomaterial von mir beim Segeln, generell keine Ahnung vom Filmen und auch zu wenig Gewicht. Aber ich fand es schon sehr cool, habe einigen Freunden davon erzählt und nur aufmunterndes Feedback erhalten. Also Gopro gekauft, viel gesegelt und gefilmt, Trainingsplan und Essensplan aufgestellt, und los ging‘s!"

In La Rochelle konnte sich Wiebel unter den letzten Kandidaten beim Segeln mit Franck Cammas überraschend durchsetzen. "Für mich war das als Segler wie für einen Fußballer, der mit Schweini oder Müller ins Fußballcamp darf." Cammas, der Frankreich im America's Cup wieder an die Startlinie bringen will, beschrieb Wiebel als "locker, aber trotzdem sehr fokussiert". Vom bevorstehenden Hoorn-Abenteuer erwartet Wiebel einiges: "Ich will im Segeln weiterkommen, Neues erleben. Ich erwarte Kälte und Exposition am Kap, das hat schon was... Ich werde sicher unglaubliche Eindrücke mitnehmen können."

Cammas selbst beschrieb die bevorstehende Herausforderung so: "Die größte Schwierigkeit birgt die Meteorologie. Der geeignete Zeitpunkt ist entscheidend. Denn man setzt sich in diesem Teil der Welt nicht gern einer Gefahr aus. Der Nacra F20 ist schnell, und so können wir uns rasch bewegen. Aber er ist auch wie ein rassiges Tier und muss deswegen in rauer See erst gebändigt werden."

Volvo Ocean Race 2011/12

Mit "Groupama" gewann Franck Cammas das Volvo Ocean Race

Besonders an dieser Kap-Hoorn-Passage, zu der am Sonntag der Startschuss fällt, ist der geplante Besuch der Familie, die dort lebt. Cammas sagt: "Jedes Mal, wenn ich Kap Hoorn gerundet habe, habe ich mir gesagt, dass ich einmal zurückkommen muss, um dieses isolierte und wüstenartige Gebiet zu besuchen und endlich einmal diese Familie kennenzulernen. Bei jeder Hoorn-Passage habe wir über Funk mit dem Leuchtturmwärter von Kap Hoorn gesprochen..."

Tatjana Pokorny am 06.11.2015

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