German Offshore Award

Crew der "Outsider" geehrt, Frauen-Wildcard für Silverrudder

Die Auszeichnung für die beste deutsche Hochseeyacht 2019 ging an die TP 52 "Outsider", den Lifetime-Award erhielt Harald Baum

Lars Bolle am 14.02.2020
48. Rolex Fastnet Race
Team Outsider

Tilmar Hansens neue TP52 "Outsider" aus der Designschmiede Judel/Vrolijk

Der German Offshore Award für die beste seglerische Leistung bei Hochseeregatten im Jahr 2019 wurde heute im Großen Saal des Hamburger Rathauses an die Crew der TP 52 "Outsider" vergeben. Den Preis überreichte Christoph Holstein, Staatsrat für Sport in Hamburg. Doch nicht Eigner Tilmar Hansen nahm das schwere Silbertablett entgegen, sondern Crewmitglieder. Hansen und Boatcaptain Bo Teimann trainieren schon in der Karibik für das Rennen Caribbean 600, das Ende kommender Woche startet.

48. Rolex Fastnet Race

Die "Outsider" hat das Fastnet Race im Kielwasser

Es ist das erste Mal, dass es einem der Schiffe dieses Namens von Tilmar Hansen gelungen ist, den Award zu gewinnen. Bisher waren die Vorgängeryachten der aktuellen TP 52 oftmals nominiert worden, doch für den Gesamtsieg reichte es nie.

"Seit den 80er Jahren und den Rennen um den berühmten Admiral’s Cup steht der Name 'Outsider' für herausragende Erfolge im deutschen Segelsport", betonte Staatsrat Holstein in seiner Laudatio. "Der vierte Platz beim Rolex Fastnet Race ist eine beeindruckende Leistung, die zeigt, auf welch hohem internationalen Niveau Schiff und Crew segeln."

Fotostrecke: Deutsche Yachten beim Rolex Fastnet Race 2019

Zu den fünf übrigen nominierten Yachten gehörten dieses Jahr die JPK 10.80 "Frida" von Tim Behrendt, die beim Edinburgh Race über alles nach ORC siegte, die X-41 "Sportsfreund" von Axel Seehafer, die den ORC-Europameistertitel in der mittleren Klasse B gewann und der Mini "Lilienthal" des Offshore Team Germany, mit dem Morten Bogacki beim Minitransat einen beachtlichen dritten Platz erzielte. Für ihre Erfolge bei der zum ersten Mal ausgetragenen 500-Seemeilen-Doublehanded-Regatta "Baltic 500" von Strande durch die Ostsee wurden zudem der Mini "Mex", gesegelt von Maurice Oster und Oliver Tessloff, sowie die JPK 10.10 "Hinden" von Jonas Hallberg nominiert.

"Der vierte Platz von Outsider beim Rolex Fastnet Race war ein besonderes Highlight des vergangenen Jahres. Seit Langem gab es keine so hervorragende Platzierung einer deutschen Yacht bei diesem Hochseeklassiker", sagte Friedrich Hausmann, erster Vorsitzender der veranstaltenden German Offshore Owners Association. "Der Blick auf die Regatten, an denen die nominierten Schiffe teilgenommen haben, zeigt aber auch einen sich immer weiter verstärkenden Trend zu Events, die nur mit einer sehr kleinen Crew, häufig zu zweit oder allein, gesegelt werden."

Den Life Time Award für sein seglerisches Lebenswerk nahm Harald Baum entgegen, der dieses Jahr seinen 80. Geburtstag feiert. Der passionierte Segler, der mit seiner Swan 48 "Elan" längst ein Urgestein der nordeuropäischen Regattaszene ist, wurde damit auch für seine jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit als Vorsitzender des Hamburger Segel-Clubs und der Kreuzer-Abteilung, der Interessenvertretung der über 20.000 deutschen Fahrtensegler, geehrt. Die Laudatio hielt der ehemalige Vorsitzende des Hamburger Segler Verbandes Harald Harmstorf, der in seiner Rede auf die gemeinsamen seglerischen Anfänge auf der Elbe in den Nachkriegsjahren einging und Harald Baums unermüdliches Engagement für die Weiterentwicklung des deutschen Segelsports und die Sicherheit im Hochseesegeln betonte.

Den Wehring & Wolfes Jugendpreis, übergeben von Rainer Kugler, Geschäftsführer des Yachtversicherungsunternehmens, erhielt dieses Jahr die erst 22-jährige Seglerin Katrina Westphal, die auf ihrer ersten Tour als Skipperin am Steuer der "Haspa Hamburg" des Hamburgischen Verein Seefahrt (HVS) bravourös Schiff und Mannschaft im Rahmen des Rolex Fastnet Race rund um den berühmt-berüchtigten Felsen in der Irischen See führte.

Für internationales Flair im Rathaus sorgte die britische Profiseglerin Annie Lush, die seit Kurzem zum Team des Offshore Team Germany gehört, mit ihrem Vortrag, in dem sie sehr eindringlich für mehr Frauen im Segelsport plädierte. Die viermalige Weltmeisterin und Olympia-Teilnehmerin im Matchrace 2012 schaffte erfolgreich den Sprung von den kleinen Jollen in die Welt der Hochseerenner, nahm 2014/15 mit dem Frauenteam an Bord der "SCA" am Volvo Ocean Race teil und gehörte bei der folgenden Auflage des Weltrennens 2017/18 zum Team "Brunel".

"Wir haben dieses Jahr einen thematischen Schwerpunkt auf Frauen im Hochseesegelsport gelegt, um den deutschen Seglerinnen Mut zu machen, sich in diese bisher überwiegend männliche Phalanx weiter vorzuwagen", sagte Friedrich Hausmann.

Passend dazu lobten die Gäste des dänischen Segelvereins Svendborg Amatør Sejlklub, Veranstalter des Solorennens Silverrudder rund um die dänische Insel Fünen, einen Preis für die beste Frau aus und überreichten zusätzlich eine Wildcard für eine deutsche Seglerin beim diesjährigen Rennen. Die Vergabe des Startplatzes liegt in den Händen von Tim Kröger, zweimaliger Volvo-Ocean-Race-Teilnehmer und DSV-Trainer für die Olympia-Aspiranten der 2024 erstmals ausgeschriebenen Disziplin Double Hand Mixed Offshore.
 

Lars Bolle am 14.02.2020

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