Audi Medcup

Container übernimmt die Führung

Siehe da! Auf der Langstrecke holten „Container” und „All4One” die Plätze 1 und 3. Erstere ist nun Erste, Letztere nicht mehr Letzte

Dieter Loibner am 19.06.2011
Audi MedCup

Container auf dem Weg zum Sieg im Langstreckenrennen in Marseille, dem allerersten in der MedCup Serie

Es waren 35 Seemeilen von Marseille nach Cassis und wieder zurück. Das ist ein breiter Weg, selbst für flotte Vehikel wie die TP52. Der Lohn für die Müh’ war die Bewertung der Wettfahrt mit dem Faktor 1,5. Das ist gut für die Guten, und weit weniger gut für die, die weiter hinten landen.

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Trotz Fisch am Ruder holte All4One einen dritten Platz in der langen Wettfahrt und gab damit die rote Laterne ab

Der Mistral war am Anfang noch unentschlossen, am Ende jedoch mit gut 20 Knoten ziemlich knackig, genau wie die Leistung der deutschen „Container”. Markus Wieser und Kollegen hatten sich unterwegs die Führung von der blauen „Azzurra” geholt und diese auf mehr als eine Minute ausgebaut, bevor das deutsche Boot mit fliegenden Fahnen die Ziellienie vor dem alten Hafen von Marseille kreuzte. „Ich hab schon immer gesagt, dass wir bald eine Wettfahrt gewinnen werden,” gab Wieser hinterher zu Protokoll. „Schön, dass wir das abhaken können. Wir hatten guten Speed bergauf und lernen ständig, das Boot besser zu segeln.”

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Während der Langstrecke zog sich das Feld weit auseinander. Container (g.r.) führt vor Azzurra

Mehr Aufregung gab es bei der deutsch-französischen Freundschaft des „Audi Sailing Team powered by All4One”, die am Freitag die letzte Wettfahrt gewonnen hatte und mit mehr Selbstvertrauen auftrat. Nach gutem Beginn musste der rote Renner an dritter Stelle liegend am Vorwindgang den Spi bergen und eine Pirouette drehen. Der Grund: Fetter Fisch am Ruder. Bis der ab war und es wieder vorwärts gehen konnte, lag man weit achteraus. Fast möchte man sagen: an gewohnter Stelle.

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Quantum Racing sieht in dieser Szene flott aus, am Schluss gab's aber nur Rang 4, womit die Amerikaner die Gesamtführung an Container abgeben mussten

Doch nicht dieses Mal. Der französische Taktiker Seb Col und der deutsche Steuermann Jochen Schümann hatten nichts zu verlieren, setzten auf einen Extremschlag nach draußen und wurden mit mehr und gleichmäßigerem Wind belohnt. Der daraus resultierende dritte Platz bewirkte viel: Erstens entfernte sich „All4One” damit vom letzten Tabellenplatz. Zweitens bewegte man sich auf der Formkurve weiter nach oben. Und drittens verwies man „Quantum Racing” auf Platz 4, was wiederum „Container” zugute kam. Denn die übernahm die Gesamtführung von den Amerikanern und ist nun plötzlich Favorit für den Gewinn der Marseille Trophy. Hört sich doch gut an. 

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Dieter Loibner am 19.06.2011

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