Jules Verne Trophy

"Code Orange": Guichards Crew jagt die Trophäe

Yann Guichards "Spindrift 2"-Team ist bereits in Brest beisammen, der Startschuss für die Weltumsegelung könnte schon am frühen Mittwochmorgen fallen

Tatjana Pokorny am 14.01.2019
Spindrift
Chris Schmid/Spindrift Racing

Die jüngste Jagd nach der Jules-Verne-Trophäe für die schnellste Weltumsegelung scheint unmittelbar bevorzustehen. Nach aktuellen Informationen wollen "Spindrift 2"-Skipper Yann Guichard und seine Crew den Angriff auf die bestehende Bestzeit von Francis Joyon und seinem "Idec Sport"-Team (40 Tage, 23 Stunden, 30 Minuten, 30 Sekunden, im Jahr 2017) voraussichtlich am Mittwoch starten. Dazu hat sich die zwölfköpfige Mannschaft bereits in Brest versammelt. Der schwarz-goldene 40 Meter lange Trimaran soll den Hafen am Dienstagnachmittag verlassen und am frühen Mittwochmorgen die Startlinie vor Ouessant kreuzen.

Spindrift Racing

Hofft beim anstehenden Rekordversuch auf passendes Wetter und die Hife der Sterne: "Spindrift 2"-Skipper Yann Guichard

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Skipper Yann Guichard erklärte: "Wir sind seit dem 5. November auf Stand-by. Trotzdem hat es bislang keine wirkliche Chance für eine schnelle Weltumrundung gegeben: So einen Winter habe ich noch nie erlebt! Wir müssen den Äquator binnen fünf Tagen kreuzen; aber wir riskieren, vor eine Front zu geraten. Warten wir die Front ab, würden wir unter den Auswirkungen des Azorenhochs leiden. Aktuell gehen wir von einem Start am Mittwoch früh zwischen Mitternacht und drei Uhr morgens aus, doch das muss noch bestätigt werden."

Mit dieser Strategie hofft das Team ein System im Südatlantik zu erreichen, das es der Mannschaft erlauben könnte, in weniger als zwölf Tagen zum Längengrad des Kaps der Guten Hoffnung zu gelangen. Es ist das vom renommierten Wetter-Router Jean-Yves Bernot bevorzugte System, das "Spindrift 2" in guter Zeit in den Indischen Ozean bringen soll.

"Der Kalmengürtel bleibt eine unbekannte Größe, ist aber in dieser Jahreszeit oftmals nicht so schlimm", erklärte Guichard. "Auch der Südatlantik ist nicht blockiert. Aber über einen Zeitraum von mehr als zehn Tagen sind die Prognosen weniger verlässlich. Wir wollen versuchen, ein Tiefdruckgebiet vor Brasilien zu bekommen. Es wäre schön, am Eingang zum Indischen Ozean einen Tag Vorsprung zu haben. Francis hatte diesen Abschnitt sehr schnell absolviert, und es wird schwer, das noch besser hinzukriegen."

30 Knoten oder mehr: Idec ist auf Rekordtempo

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EIN DYNAMISCHES DUTZEND

Yann Guichard hat sich elf mehrheitlich französische Mitstreiter für die Herausforderung gewählt, darunter seine Wegbegleiter Christophe Espagnon, François Morvan, Xavier Revil, Jacques Guichard und Erwan Israel. Das dynamische Dutzend vervollständigen Thierry Chabagny, der Brite Sam Goodchild, Erwan Le Roux, Lyonnais Benjamin Schwartz, der Australier Jackson Bouttell und der Schweizer Duncan Späth. "Im Vergleich zu 14 Seglern im Jahr 2015 sind wir dieses Mal zwölf an Bord. Aber wir haben auch einen kleineren Mast", erklärt Guichard, "auf dem Papier haben wir das Potenzial von Joyons Mehrrümpfer. Und vielleicht werden wir imstande sein, den Rekord unter bestimmten Umständen und in ähnlichem Wetter zu brechen. Definitiv werden alle Sterne gut stehen müssen."

Spindrift Racing

Gibt es am Dienstagnachmittag in Brest grünes Licht für "Spindrift 2" und die Jules-Verne-Rekordjagd?

Tatjana Pokorny am 14.01.2019

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