Clipper Round the World Race

Chris Kobusch auf Erfolgskurs im Clipper Race

Der "Qingdao"-Skipper hat erneut einen Podiumsplatz erkämpft, segelt als erster deutscher Skipper mit um den Gesamtsieg. "PSP Logistics" siegte vor Sanya

Tatjana Pokorny am 23.02.2018
Clipper Round the World Race 2017/2018
Clipper Round the World Race

Zielankunft in der chinesischen Segelmetropole Qingdao, wo 2008 um olympische Medaillen gesegelt wurde: Abschnitt 7 gewann die "PSP Logistics" vor Chris Kobuschs Team Qingdao, das aber später einen Rang verlor, weil Gegner "Dare to lead" eine Zeitgutschrift erhielt

Noch nie konnte ein deutscher Skipper das 1996 von Sir Robin Knox-Johnston ins Leben gerufene Clipper Round the World Race für Amateur-Crews gewinnen. Doch Chris Kobusch aus Herfort bleibt zur Halbzeit des Meeres-Marathons um die Welt ein ernsthafter Anwärter auf den Gesamtsieg. Der 33-Jährige hat Rennen 7 – so nennen die Organisatoren die einzelnen Abschnitte der Segel-Rallye um die Welt – nach Sanya mit seinem Team als Zweiter erreicht, musste allerdings in der Endabrechnung dieses Abschnitts mit Rang drei zufrieden sein, weil die Konkurrenz auf "Dare to Lead" in Folge einer Hilfsleistung für ein anderes Boot eine Gutschrift von eine Stunde und 24 Minuten erhalten hatte und damit das Kobusch-Team noch auf Rang drei verweisen konnte. Den Sieg in Rennen 7 sicherte sich das Team auf "PSP Logistics".

Clipper Race 2017/2018

Chris Kobusch ist einer von elf Skippern im Clipper Race 2017/18

Clipper Round the World Race 2017/2018

Die "Qingdao"-Crew holt im Rennen nach Sanya erneut einen Podiumsplatz. Im Bild ist Skipper Kobusch (3.v.r.u.) mit seiner Mannschaft auf der Siegerbühne zu sehen

Mit Rang 3 aber verteidigte das Kobusch-Team auf "Qingdao" in der Gesamtwertung Platz zwei. Direkt nach seiner Ankunft im chinesischen Zwischenstopp-Hafen sagte Kobusch zum knappen Finale: "Das ist natürlich enttäuschend, aber Teil von Hochseerennen. Der dritte Rang sollte uns aber weiter in den Top Zwei halten. Ich bin also ziemlich glücklich darüber, wo wir als Team nach sieben Rennen stehen." 

Die Wiedergutmachung für "Dare to Lead" war auf dieser Etappe nicht der einzige Rückschlag, den die Kobusch-Crew hinnehmen musste. Auf halber Strecke hatten sie sich bereits die Führung der Flotte erkämpft, die das Team über sechs Tage verteidigen konnte. Doch drei Tage vor Etappenende wurde "Qingdao" doch noch von der "PSP Logistics" überholt. Dem hatte die "Qingdao"-Mannschaft nicht genügend entgegenzusetzen. "Das war hart. Wir dachten, dass wir uns einen guten Vorsprung erarbeitet hatten. Das dichteste Boot, die 'PSP Logistics', lag etwa 30 Seemeilen hinter uns, als wir in einem Windloch steckenblieben und die gesamte Flotte auf uns aufholte. Der Podiumsplatz ist also gut, aber es ist auch etwas enttäuschend, dass wir nicht das Beste aus unserer vormals guten Position haben machen können", sagte Kobusch, dessen Crew jedoch in der Gesamtwertung von ihrer Konstanz profitiert. 

200 Männer und Frauen aus 22 Nationen hatten an diesem letzten Abschnitt auf elf 70 Fuß langen Clipper-Yachten teilgenommen. Als Profis gelten nur die Skipper. Alle weiteren Crew-Mitglieder auf den Booten nehmen als ambitionierte Amateure zahlungspflichtig an dem Rennen teil. Interessierte Segler und Seglerinnen können sich dafür bewerben und – werden sie angenommen – nach einer Intensiv-Ausbildung einzelne Etappen oder auch das ganze Rennen über rund 40.000 Seemeilen inklusive sechs Ozean-Passagen mitsegeln. Rennen 8 bei dieser Auflage wird die Teams ab dem 4. März über den Pazifik nach Seattle führen, bevor als weitere Häfen Panama, New York, Darry-Londonderry und der Zielhafen Liverpool auf dem Programm stehen, wo das Clipper Round the World Race am 28. Juli endet.

Clipper Round the World Race 2017/2018

Zielankunft in der chinesischen Segelmetropole Sanya: "PSP Logistics" macht das Rennen

Tatjana Pokorny am 23.02.2018

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