Regatta-News

„Chieftain“ Sieger des Fastnet Race

Die irische Yacht lag nach berechneter Zeit vorn / „Norddeutsche Vermögen“ als einzige deutsche Yacht im Ziel

am 17.08.2007

„Chieftain“, die noch beim gerade erst zurückliegenden HSH Nordbank blue race das Nachsehen hinter der späteren Siegeryacht „Outsider“ hatte, war diesmal im Glück. Nach berechneter Zeit lag die Cookson 50 von Gerard O’Rourke uneinholbar vorn.

Glück auch deshalb, weil unter anderem die „Outsider“ sicher gute Chancen auf den Sieg gehabt hätte. Leider musste die Yacht des Kielers Tilmar Hansen aber das Rennen frühzeitig abbrechen. Das Großsegel war gerissen. Zu diesem Zeitpunkt lag die „Outsider“ bereits knapp vor der „Chieftain“ (Lesen Sie dazu auch das Interview mit Tilmar Hansen "Es war sehr, sehr ruppig").

Beim Fastnet Race hat die „Norddeutsche Vermögen Hamburg“ als einzige von vier deutschen Teilnehmeryachten das Ziel erreicht. Alle anderen gaben vorher angesichts der extremen Wetterbedingungen auf. Am Ende schaffte das Schiff des Hamburgischen Vereins Seefahrt in seiner Klasse einen bemerkenswerten elften Platz.

Die YACHT sprach nach dem Zielleinlauf mit dem Skipper, Georg Christiansen.

Herr Christiansen, Glückwunsch zur tollen Leistung beim Fastnet Race.
Vielen Dank.

Wie ist das Rennen für Sie gelaufen?
Es waren harte äußere Bedingungen, aber wir waren bestens vorbereitet. Es war klar, dass uns auf dem Weg nach Land’s End viel Wind erwarten würde. Letztendlich war es sogar noch mehr als vorhergesagt. Südlich von Plymouth stand eine ziemlich konfuse See, die das Schiff und meine Crew extrem forderte.

Wie hat die Crew das Wetter weggesteckt?
Meine Crew war extrem jung, und wir sind vorher noch nicht lange zusammen gesegelt. Dennoch haben wir uns schon vor dem Rennen auf schweres Wetter eingestellt, und meine Leute haben das dann auch extrem gut gemeistert. Die Mannschaft verfügte über ein fundiertes Regattawissen und war darüber hinaus sehr einsatzfreudig. Das ist enorm wichtig, um eine Regatta wie das Fastnet Race anzugehen. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft.

Was war die schwierigste Situation im Rennen?
Im Englischen Kanal stand eine sehr kurze, hohe Welle und das bei Nacht! In der Enge läuft der Tidenstrom gegen die Windwelle. Das führt zu einer sehr konfusen, hohen See. Unser Schiff arbeitete da sehr hart. Teilweise kam der Rumpf bis zur Hälfte aus dem Wasser, um dann mit lautem Knallen in die nächste Welle zu fallen. Unter Deck war der Lärm ohrenbetäubend! Oben ist es dann zwar ruhiger, aber man merkt schon, dass das Schiff ganz, ganz hart arbeitet und zittert und alles wackelt. Wenn dann auch noch die Dunkelheit hinzukommt, kann man die Ausmaße kaum erkennen. Das ist schon heftig!

Über die Hälfte der Teilnehmer hat das Rennen abgebrochen. Warum konnten Sie durchsegeln?
Wir hatten uns vorgenommen eine anständige Leistung abzuliefern. Wir hätten das Rennen abgebrochen, wenn es unvernünftig geworden wäre oder wenn wir Ausfälle gehabt hätten. Aber wir sind mit dem Wetter ganz gut zurechtgekommen. Das ist natürlich auch eine tolle seglerische Leistung meiner Mannschaft.

Die Umrundung des Fastnet Rocks, was ist das für ein Gefühl?
Der Weg war beschwerlich, dass wussten wir vorher. Aber man wird belohnt, wenn der Fastnet Rock vor einem auftaucht und man ihn umrundet. Ich kann es gut verstehen, dass viele Segler begeistert von dem Felsen sind. Das ist ein super Anblick. Er hat eine riesige Anziehungskraft. Es ist spannend, ihn zu erblicken und ein tolles Gefühl, ihn zu umrunden. Ein monumentales Bauwerk!

Wie sehen die nächsten Ziele aus?
Nach einer kurzen Ferienfahrt werden wir das Schiff wieder nach Hamburg überführen, weil wir dann ein paar lokale Regatten segeln wollen. Die Schifffahrtsregatta und die Flensburger Herbstwoche stehen auf dem Plan. Bevor das Schiff dann an Land geht, gibt es noch einige Absegelregatten für unsere Jugend.

Das Interview führte Malte Schierer

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