Dritter Mastbruch

"Central Lechera" vor dem Aus?

Die "Central Lechera Asturiana" segelt mit gebrochenem Mast gen Wellington. "Virbac" vor Kap Hoorn-Rundung unter brachialen Bedingungen

Nils Günter am 02.03.2011
CLA onboard

"Central Lechera Asturiana" in der Tasmanischen See kurz vor dem Mastbruch

Videokonferenz Barcelona World Race

Videokonferenz mit Fran Palacio und Juan Merediz heute Morgen in Barcelona

"Wir träumen seit vielen Jahren von so einem Rennen und wollen auf keinen Fall, dass dieser Traum nun vorbei ist", kommentiert der spanische Co-Skipper Fran Palacio den Mastbruch der elftplatzierten "CLA". Am Dienstagabend segelte das Skipper-Duo bei etwa 20 bis 25 Knoten Wind in der Tasmanischen See, als der Mast plötzlich im oberen Drittel brach. Dabei stürzte der Masttopp ins Wasser. Palacio und Merediz gelang es aber, das Teil sowie die Genua zu bergen und ein Not-Rigg aufzustellen, mit dem sie unter zweifach gerefftem Groß und kleiner Fock zur Zeit nach Wellington segeln. Am Mittwochvormittag waren sie noch etwa 150 Seemeilen von der neuseeländischen Hauptstadt entfernt. "Glücklicherweise sind wir beide unverletzt", vermeldete Merediz in einem Telefonat mit der Regattaleitung. Nun will das Team den Schaden in Wellington begutachten und möglichst reparieren, damit die "CLA" weiter im Rennen um die Welt mitfahren kann.

Der Wille bei Merediz und Palacio jedenfalls ist ungebrochen, und das, obwohl die beiden bereits zwei Rückschläge verkraften mussten. Schon auf der Überführungsfahrt nach Barcelona im Dezember war der erste Mast der "Central Lechera Asturiana" gebrochen. Innerhalb von drei Wochen gelang es dem Team, einen Ersatzmast zu beschaffen. Während des Rennens musste der Open 60 dann Kapstadt anlaufen, nachdem eine Hydraulikleitung des Neigekiels undicht war. Der Mastbruch ist bereits die Nummer drei im laufenden Barcelona World Race. "Président" und die favorisierte "Foncia" mussten jeweils mit gebrochenem Mast aufgeben.

Währenddessen führt die "Virbac-Paprec 3" mit mittlerweile 88 Meilen Vorsprung auf die "Mapfre" und bereitet sich auf eine stürmische Kap Hoorn-Rundung vor. Mit bis zu 50 Knoten Wind könnten die Co-Skipper Loick Peyron und Jean-Pierre Dick zu kämpfen haben, wenn sie voraussichtlich am morgigen Donnerstag das berüchtigte Kap erreichen.  

Boris Herrmann und Ryan Breymaier von der "Neutrogena" mussten derweil ein paar Meilen an die drittplatzierte "Renault" abgeben und liegen aktuell 33 Meilen zurück. Die hinter "Neutrogena" segelnde "Mirabaud" ist aber noch gute 190 Meilen entfernt. In einer Mail des deutsch-amerikanischen Co-Skipper-Duos berichteten die beiden begeistert von Speedwerten über 30 Knoten im Surf. "Das ist schon komisch...Wenn du es ruhig angehen lassen willst, dann rennt das Boot los, und wenn du pushen willst, dann passiert gar nichts", schreibt Boris Herrmann. Bis Kap Hoorn liegen noch rund 1.900 Meilen vor Herrman und Breymaier.

Nils Günter am 02.03.2011

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