Segeln olympisch

Buhl pariert WM-Härtetest und führt

Lasersegler Philipp Buhl segelt bei der WM vor Kingston weiter auf der Erfolgswelle und übernahm vor Beginn der Hauptrunde die Führung

Tatjana Pokorny am 06.07.2015
Laser-WM 2015

Auf und davon: Philipp Buhl segelt bei der Laser-WM bislang erfolgreich und führt das erlesene Feld an

Nach furiosem Auftakt, zwei Wettfahrtsiegen, starken Leistungen und einem Flautenausfalltag musste Philipp Buhl am Sonntag bei schwierigsten Windbedingungen erstmals richtig kämpfen. Das tat der Sonthofener Sportsoldat mit Bravour, fing sich im Gegensatz zu seinen ärgsten Widersachern am schwersten Wettfahrttag bislang bei der Laser-Weltmeisterschaft vor Kingston keinen dicken Streicher ein. Im Gegenteil: Der 25-Jährige behielt die Nerven und übernahm mit den Rängen 15, 5 und 7 sogar die Führung punktgleich vor dem Briten Nick Thompson. Der hatte sich bei seinem Auftritt am Sonntag mit einem 24. Rang belastet. Und auch der bisherige Spitzenreiter Juan Ignacio Maegli aus Guatemala segelt mit einem 30. Rang auf dem Konto in die Hauptrunde, die am Montagabend deutscher Zeit beginnt. Kieler-Woche-Sieger Tobias Schadewaldt war am Sonntag mit einem zweiten Rang ein Befreiungsschlag gelungen. Der Oldenburger verbesserte sich nach durchwachsener Serie vom 101. auf den 55. Platz. In ungewöhnlichen Niederungen des Klassements fand sich nach der Qualifikation der neunmalige Laser-Weltmeister Robert Scheidt als 41. wieder.

Laser-WM 2015

Zieht nur als 41. in die WM-Hauptrunde ein und muss nun kämpfen: der neunmalige Laser-Weltmeister Robert Scheidt

Für Philipp Buhl aber läuft es bislang glänzend. "Ich bin mit meinen bisherigen Leistungen sehr zufrieden", sagte Buhl YACHT online zur Halbzeit der Welttitelkämpfe, "jetzt werde ich bis zum Ende fighten." Nur einmal hat sich Buhl heftig über sich selbst geärgert: Am Sonntag war ihm eine Luvtonnenrundung so eng geraten, dass er nicht sicher war, ob sie zu einem Protest führen würde oder nicht. Am Ende blieb Buhl von Konsequenzen verschont, ermahnte sich aber selber: "Das darf mir nicht noch einmal passieren. Ich habe mich sehr über mich selbst geärgert und Glück gehabt, aber darauf will und darf ich mich nicht ein zweites Mal verlassen."

Mit Beginn der Hauptrunde stehen den 158 Teilnehmern aus 63 Nationen weitere sechs Rennen bis zur Medaillenzeremonie bevor. Die Laser-Weltmeisterschaft endet mit zwei normalen Wettfahrten und nicht – wie sonst in den olympischen Segeldisziplinen üblich – mit einem Medaillenrennen. Buhl weiß, dass nun alle Spitzensegler in der Goldflotte aufeinandertreffen und nicht mehr – wie noch in den sieben Rennen der Qualifikation – in drei verschiedenen Gruppen getrennt voneinander agieren: "Da wird man seine Ergebniserwartungshaltung etwas zurückschrauben müssen." Buhls erstes Ziel für diese WM, einen Platz in den Top Fünf nach der Qualifikation, hat der Steuermann vom Segelclub Alpsee-Immenstadt mehr als erreicht. Auf dieser Basis will er nun Tag für Tag für eine Medaille kämpfen. Einen deutschen Laser-Weltmeister hat es in der WM-Geschichte der olympischen Einhandjolle seit der Premiere 1973 noch nie gegeben.

Laser-WM 2015

Harte Arbeit für den 42-jährigen Olympiasieger im Kampf gegen seine zehn bis 20 Jahre jüngeren Konkurrenten. Robert Scheidt will seine Karriere gern mit einer olympischen Medaille bei den Heimspielen 2016 in Brasilien beenden

Tatjana Pokorny am 06.07.2015

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