Princesa Sofía

Buhl badet unfreiwillig und führt doch

Philipp Buhl entzaubert seine Konkurrenz vor Palma de Mallorca mit Spaß und freut sich über seinen starken Trainingspartner Tobi Schadewaldt

Tatjana Pokorny am 02.04.2015
Trofeo Princesa Sofía 2015

Auf und davon: Philipp Buhl führt das Laserfeld vor Palma de Mallorca nach acht Wettfahrten an

Zwei Tage vor Ende der Regatta Trofeo Princesa Sofía vor Palma de Mallorca setzt einmal mehr Philipp Buhl die Glanzlichter für die deutsche Segelnationalmannschaft. Der Laser-Steuermann vom Segelclub Alpsee Immenstadt führte sein Klassement trotz einer nicht beendeten Wettfahrt nach acht Rennen an. Dank herausragender Leistungen konnte auch ein zerrissener Ausreitgurt und das dadurch verursachte unfreiwillige Bad in der Bucht von Palma de Mallorca den Allgäuer nicht stoppen. Der segelte das achte Rennen nach dem Materialbruch zwar nicht zu Ende, startet aber dennoch als Spitzenreiter in die letzten beiden Wettfahrttage des spanischen Regatta-Klassikers.

Trofeo Princesa Sofía 2015

Hochkonzentriert vor dem Wind: Philipp Buhl ist nach den ersten beiden Dritteln des spanischen Klassikers Spitzenreiter

Die andauernde Güte seiner Leistung und die überzeugende Konstanz führt Buhl auch auf das gemeinsame Training mit seinem Sparringspartner Tobias Schadewaldt in den vergangenen Wochen zurück. "Tobi ist extrem stark im Training. So einen Trainingspartner hatte ich schon lange nicht mehr. Es erinnert mich an die großartige Zeit, in der ich im Olympiarevier von Weymouth als Sparringspartner mit Simon Grotelüschen trainiert habe. Das macht einfach Spaß." Schadewaldt lag nach vier Regattatagen auf Platz 13.

Auch die 49er-Europameister Erik Heil und Thomas Plößel wissen im spanischen Revier zu überzeugen. Die in Kiel lebenden Berliner liegen nach zehn Wettfahrten auf Platz zwei. Nur am neuseeländischen Überflieger und Motten-Weltmeister Peter Burling und dessen Vorschoter Blair Tuke kommt das deutsche Duo nicht vorbei. Die Kiwis haben bereits 20 Punkte Vorsprung und gelten in der Highperformance-Jolle derzeit als nahezu unschlagbar, sind jetzt schon die Olympiafavoriten für 2016.

Trofeo Princesa Sofía 2015

Erik Heil und Thomas Plößel liegen nach vier Tagen vor Palma auf Platz zwei

Erik Heil sagt: "Wir konnten uns in einem Rennen gegen Peter durchsetzen. Da waren wir auf der Kreuz schneller und cleverer. Anschließend reichte auch Peters überragende Vormwind-Geschwindigkeit nicht mehr ganz, um uns noch zu schlagen. Bis ans Heck ist er aber rangekommen..." Nicht ohne Grund hat das Emirates Team New Zealand Peter Burling gerade zum Nachfolger des entthronten Skippers Dean Barker gemacht.

Mit neuem Boot sind gleichzeitig die Trainingspartner von Erik Heil und Thomas Plößel vor Palma so schnell unterwegs wie lange nicht mehr: Justus Schmidt und Max Boehme fuhren in den ersten vier Tagen der Serie hochmotiviert auf Platz vier vor und kämpfen auf dem Weg ins Finale um einen Podiumsplatz. Zur Leistungssteigerung der beiden jungen Kieler mag auch das intensive Trainings-Triple mit Heil/Plößel und dem dänischen Olympiasieger Jonas Warrer mit Anders Thomsen beigetragen haben. 

Als beste 49er-FX-Crew liegen bei den Damen nach dem zweiten Drittel der Regatta Tina Lutz und Susann Beucke auf Platz acht. Weniger rund läuft es für die nationale Konkurrenz: Leonie Meyer/Elena Stoffers sowie Jule und Lotta Görge müssen am Freitag von den Plätzen 16 und 17 aus angreifen, wenn sie noch ins Medaillenrennen der jeweils besten zehn Teams in den insgesamt zehn olympischen Disziplinen einziehen wollen. 

Trofeo Princesa Sofía 2015

Starterfeld der 49er-FX-Seglerinnen am vierten Wettfahrttag

Für die Spitzensegler des Sailing Team Germany, dessen neuer Head-Coach David Howlett vor Ort im Einsatz ist, geht es bei der Trofeo Princesa Sofía, die in diesem Jahr keinen Weltcup-Status mehr hat, vor allem um ein gutes Ergebnis im Kampf um nur jeweils einen Startplatz pro Klasse bei der olympischen Testregatta vor Rio de Janeiro im Spätsommer. Die Tickets für den olympischen Testdurchlauf in Brasilien sind heiß begehrt. Die DSV-Athleten können sie sich im Rahmen eines Punktsystems mit dem besten deutschen Ergebnis in ihrer Klasse in der Addition der beiden Qualifikationsregatten vor Palma und der Semaine Olympique vor Hyères Ende April verdienen. In einer ersten kurzen Zwischenbilanz sagte DSV-Vizepräsident Torsten Haverland zwei Tage vor den Medaillenrennen in der Bucht von Palma: "Unsere Leistungsträger bringen sich zu Saisonbeginn in Position und überzeugen mit starken Ergebnissen."

Tatjana Pokorny am 02.04.2015

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