14. Transat Jacques Vabre

Boss gegen Boss: Welches Thomson-Boot ist schneller?

Die ersten 24 Transat-Stunden sind gelaufen, der erste Mastbruch vermeldet. Spitzenreiter und Platzierungen wechseln noch häufig. Boris Herrmann muss kämpfen

Tatjana Pokorny am 28.10.2019
14. Transat Jacques Vabre 2019
Charal

Die Imoca-Favoritin "Charal" in der Nahaufnahme. Im Hintergrund ist die neue "Hugo Boss" von Alex Thomson zu sehen

Die ersten 24 Stunden der 14. Edition des Transat Jacques Vabre sind absolviert. Noch verändert sich das Bild regelmäßig, doch erste Trends und auch einige unliebsame Überraschungen sind schon sichtbar geworden. Vorzeitig beendet ist die Hatz über den Großen Teich für die mitfavorisierte und führende Class 40 "Lamotte – Module Creation" von Luke Berry und Tanguy Le Turqais; die Crew hat das Regatta-Management am frühen Montagmorgen über ihren Mastbruch informieren müssen. Ersten Angaben der Veranstalter zur Folge ist die Mannschaft wohlauf. Weitere Informationen zu dem Unglück auf See sollen folgen. Einen Pitstop müssen Thomas Ruyant und Antoine Koch mit ihrer Imoca "Advens for Cybersecurity" einlegen. Das Duo vermeldete Probleme mit den Hydraulikzylindern seines Autopiloten. Die Ausgebremsten werden ihr Technik-Team am späten Montagabend in Cherbourg treffen, müssen entsprechend des Reglements dort auch bei erfolgreicher Biltzreparatur mindestens vier Stunden bleiben, bevor sie das Rennen wieder aufnehmen dürfen. Inzwischen haben auch Maxime Sorel und Guillaume Le Brac auf "V and B Mayenne" einen technischen Zwischenstopp in Brest angekündigt.

Ein kurzer Clip mit den wichtigsten Infos zum laufenden Rennen von Le Havre nach Salvador de Bahia in Brasilien

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Nach den ersten 24 Stunden lagen Boris Herrmann und Will Harris mit "Malizia" auf Platz elf

Am Montagmittag hatten in der Transat-Königsklasse Imoca die Favoriten längst das Kommando übernommen: Jérémie Beyou und Christopher Pratt hatten sich auf "Charal" als Spitzenreiter kurz vor 13 Uhr einen knappen Zehn-Seemeilen-Vorsprung auf die stark aufgekommenen Samantha Davies und Paul Meilhat auf "Initiatives-Cœur" erarbeitet. Nur vier Seemeilen hinter der populären englisch-französischen Mixed-Crew beeindruckten Charlie Enright und Pascal Bidégorry auf "11th Hour Racing" mit Platz drei. Dass der Amerikaner und der Franzose in dieser frühen Phase des Rennens so stark auftrumpfen, ist bemerkenswert – denn ihr Boot ist Alex Thomsons alte "Hugo Boss". Thomson selbst segelte zu dem Zeitpunkt mit seiner neuen "Hugo Boss" und 15 Seemeilen Rückstand hinterher. Für den Briten und seinen erfahrenen Co-Piloten Neal McDonald markiert die Transat-Teilnahme einen sehr frühen Test für den futuristischen Neubau. Das neue Geschoss hatte bis zum laufenden Transat-Test gerade einmal 4000 Seemeilen absolviert und befindet sich noch in der Erprobungsphase. Vor dem Vergleich "Boss neu gegen Boss alt" muss sich Thomson mit Blick auf sein großes Ziel Vendée Globe allerdings nicht sorgen, denn Charlie Enright hat die alte "Hugo Boss" von Thomson nicht für die Vendée Globe, sondern für The Ocean Race erworben, an dem er 2021/22 erneut im Team teilnehmen will.

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Vermutlich das beim Transat-Start am häufigsten fotografierte Boot: die neue "Hugo Boss" von Alex Thomson

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Start ins Transat-Rennen: Boris Herrmann auf "Malizia"

Was der Skipper am ersten Abend vermelden konnte

Transat Jacques Vabre 2019

Boris Herrmann (r.) und Will Harris

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Jörg Riechers (r.) und Cédric Château

Kämpfen müssen Boris Herrmann und Will Harris auf "Malizia". Der elfte Rang in der Imoca-Flotte am Montagmittag wird den Hamburger und seinen britischen Co-Skipper nach gutem Einstieg in das Transatlantik-Rennen nicht zufriedenstellen. Das Duo ist für mehr als einen Platz im Mittelfeld angetreten und hat mindestens eine Platzierung in den Top Ten im Visier. Auch "Linkt"-Skipper Jörg Riechers und sein Segelpartner Cédric Château sind mit ihrer Class 40 noch nicht da, wo sie gern seien wollen. Das deutsch-französische Duo hatte am Montagmittag in den Top Ten als Neunte 23 Seemeilen Rückstand auf die neuen Spitzenreiter Fabien Lelahaye und Sam Goodchild auf "Leyton", die sich ihrerseits ein spannendes Duell mit Aymeric Chappelier und Pierre Leboucher auf "Aina Enfance et Avenir" lieferten. Sönke und Arnt Bruhns aus Hamburg haben sich mit ihrer Class 40 "Iskareen" als 19. in den Top 20 behaupten können, waren teilweise mit Spitzengeschwindigkeiten von 20, 21 Knoten unterwegs.

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Lagen nach den ersten 24 Stunden im Transat-Rennen auf Platz neun: Jörg Riechers und Cédric Château auf ihrer Class 40 "Linkt"

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Platz 19 für die Bruhns-Brüder nach den ersten 24 Stunden

Bemerkenswert beim Blick auf Tracker und Karte war am Montag außerdem, dass die führenden Imocas auf einem Rumpf derart schnell unterwegs sind, dass sie nahezu gleich auf mit zwei der drei üblicherweise schnelleren Multi-50-Mehrrumpfern segeln. Etwas weiter hinten in der Transat-Flotte ist ein ähnliches Phänomen auch beim Vergleich zwischen den neuen und schnellsten Class-40-Yachten und den schwächeren Imocas zu beobachten, die von den 20 Fuß kürzeren Vierzigern bereits "aufgefressen" werden. Was dafür spricht, dass die Schere innerhalb der Klassen Imoca und Class 40 mit den jüngsten Entwicklungen deutlich weiter aufklappt als in der Vergangenheit.

Hier geht es zu Tracker und Zwischenklassements.

Tatjana Pokorny am 28.10.2019

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