Vendée Globe

"Boss", der Baumeister: Thomson bekommt ein britisches Boot

Erst drei, dann zwei, dann Sieg? Alex Thomson nimmt als starker Zweiter der letzten Vendée Globe erneut Kurs auf die Härteprüfung. Der Brite will endlich siegen

Tatjana Pokorny am 27.06.2018
Hugo Boss Open60 2016 PR_Vendee Globe 2016
Hugo Boss

Alex Thomson auf seiner "Hugo Boss"

Kaum ein Solosegler hat in den vergangenen Jahren so konsequent seinen Traum vom Sieg in der Vendée Globe verfolgt wie der Brite Alex Thomson. Bei den letzten beiden Auflagen erkämpfte er auf seinen "Hugo Boss"-Yachten die Plätze drei und zwei – in aufsteigender Reihenfolge. Nebenbei sorgte der "Boss" mit spektakulären Werbeaufnahmen für Aufsehen, indem er Stunts wie "Mast Walk", "Keel Walk" oder "Sky Walk" im Anzug inszenierte. Die Bilder gingen um die Welt. Jetzt hat sein Team Alex Thomson Racing bekanntgegeben, dass der 44-jährige Solosegler sein neues Boot aus britischer Hand bekommt.

Alex Thompson baut eine neue "Hugo Boss"

Alex Thompson im Einsatz als Soloskipper

Skywalk

Mit solchen Stunts und den damit verbundenen Werbeaufnahmen macht Thomson regelmäßig auf sich aufmerksam. Hier der "Sky Walk"

Die Imoca 60 wird bei Carrington Boats in England gebaut. Jason Carrington, selbst Weltumsegler und einer der Top-Spezialisten, wenn es um hochkarätige Racer-Bauten geht, wird das Projekt im Süden Englands dirigieren. Natürlich wird das Boot wieder "Hugo Boss" heißen, denn am Budget von mehreren Millionen Pfund ist der gleichnamige Hauptsponsor maßgeblich beteiligt. Mit dem Neubau will Thomsons Team bei der Vendée Globe endlich erfolgreich um den ersten Sieg einen britischen Seglers kämpfen. Die bislang acht Vendée-Auflagen seit der Premiere 1989/90 haben ausschließlich Franzosen gewonnen. Michel Desjoyeaux gelang dies sogar zweimal: 2000/01 und 2008/09.

German Offshore Award 2018

Boris Herrmann, Alex Thomson und Jörg Riechers (v.l.) beim German Offshore Award 2018 in Hamburg. Damals schon hatte Thomson der YACHT in einem Exklusiv-Interview von seinen Neubauplänen berichtet. Er war aber auch in die Hansestadt gekommen, um die beiden deutschen Vendée-Aspiranten bei ihren Kampagnen zu unterstützen

Die Vendée Globe zählt als Nonstop-Einhand-Regatta um die Welt ohne Hilfe von außen zu den schwersten Sportprüfungen. Der will Thomsons Team mit einem neuen Boot begegnen, das den Skipper "2021 zum Sieg führen kann". Das Schiff wird von Carrington Boats Ltd. in der neuen Werft in Hythe in Hampshire gebaut und soll voraussichtlich im Juni 2019 Thomsons jetzige Imoca 60 ersetzen.

Alex Thomson Racing

Zwei, die sich gut verstehen: Jason Carrington und Alex Thomson verfolgen das gleiche Ziel, wollen endlich mit einem Sieg in der Vendée Globe die französische Dominanz im härtesten Segelrennen um die Welt brechen. Dazu wird es eine starke neue Imoca 60 brauchen

Thomson selbst sagte: "Dass wir die letzte Vendée Globe mit Platz zwei abschlossen, obwohl wir über weite Strecken nur mit einem Foil operieren konnten, zeigt die Fähigkeiten unseres aktuellen Bootes. Nun geht es darum, dieses Leistungsvermögen noch zu steigern und gleichzeitig ein Gesamtpaket zu produzieren, das zuverlässig genug ist, um das Rennen zu Ende zu bringen. Und das hat auch sehr viel damit zu tun, wie das Boot konstruiert und gebaut wird. Jason und Carrington Boats haben ein sehr talentiertes Team von Bootsbauern zusammengestellt. Von denen weiß ich, dass sie kompromisslos das leichteste, stärkste und zuverlässigste Boot anstreben werden."

Alex Thomson Racing

Geheimnisse werden bei diesem Teammeeting sicher nicht auf dem Tisch liegen, doch der Ernst ihres Vorhabens ist den Team-Mitgliedern im Gespräch mit Jason Carrington (r.) und Alex Thomson anzusehen

Tatjana Pokorny am 27.06.2018

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