The Ocean Race

Boris Herrmann: erst Vendée Globe, dann Ocean Race

Die dritte Ära des The Ocean Race hat heute offiziell begonnen. Zum Auftakt gab es ein neues Logo und – Boris Herrmanns klares Bekenntnis zum "Doppel-Whopper"

Tatjana Pokorny am 21.03.2019
Route du Rhum 2018
Jean-Marie Liot

Boris Herrmann hat mit "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" gleich zwei Runden um die Welt im Visier

Route du Rhum 2018

Boris Herrmann

Wer sich vom offiziellen Startschuss für die dritte Ära des bekanntesten Mannschaftsrennens um die Welt spektakuläre Neuigkeiten, womöglich erste Ankündigungen von Zwischenstopp-Häfen oder gar Vorstellungen sicher teilnehmender Teams erhofft hatte, der wurde am Donnerstagabend zunächst ein wenig enttäuscht. Neu war an diesem Abend vor allem das Logo, mit dem der Meeres-Marathon in Zukunft für sich wirbt: Zehn stilisierte Boote – im Kreis arrangiert – stehen künftig links neben dem neuen Namen des Meeres-Marathons: The Ocean Race. Eines der Boote könnte in zweieinhalb Jahren aber wieder deutsche Farben tragen: Der designierte Hamburger Vendée-Globe-Skipper Boris Herrmann will nach dem Sturm auf den Solo-Gipfel auch im Ocean Race angreifen. Das bestätigte er YACHT online am späten Abend nach der Alicante-Schau aus aktuellem Anlass.

The Ocean Race 2021/2022

Das neue Logo ist bei der Vorstellung in Alicante im Hintergrund zu sehen

Die 14. Auflage der Team-Hatz um den Globus wird 2021/22 stattfinden. Zuvor waren inklusive der Premiere 1973/74 sieben Editionen unter dem Namen Whitbread Round the World Race ausgetragen worden. Sechsmal hieß die Härteprüfung für Seesegel-Teams zwischen 2001 und 2018 Volvo Ocean Race. Nun beginnt The Ocean Race. Ob ein künftiger neuer Namensgeber den Titel noch verändern wird, bleibt vorerst offen. Erstmals seit 1993/94 – damals waren 85-Fuß-Boote ebenso gefordert wie Boote der Klasse Whitbread 60 – soll 2021/22 wieder in zwei Klassen gesegelt werden. Zu den bereits bekannten und erprobten One-Design-Yachten vom Typ Volvo Ocean 65, die bereits zweimal in Folge eingesetzt worden sind, kommen die Imocas dazu. Die rasanten Foiler, die bislang in der Regel von Solisten in so prominenten Rennen wie der Vendée Globe oder der Route du Rhum, aber auch von Zweihand-Crews gesegelt werden, sollen im Ocean Race der Zukunft von fünfköpfigen Mannschaften über die Meere gejagt werden.

In Alicante wurde am Donnerstagabend via international geschalteter Konferenz das neue Logo für The Ocean Race vorgestellt. Dazu gab es einige Neuigkeiten, aber noch keine Bekanntgaben von Häfen oder Teams. Doch die sollen schon bald folgen…

FERNANDEZ WILL DIE TROPHÄE UND GRAEL DIE ZWEITE RUNDE

Darüber hinaus gab es bei der internationalen Konferenzschaltung aus Alicante viele Andeutungen und Vorankündigungen, aber noch wenig Greifbares. Das ist in der Vergangenheit rund zweieinhalb Jahre vor dem nächsten Startschuss nicht anders gewesen. Potentielle Teams und ambitionierte Gründer sind noch nicht so weit. Dass der spanische Mapfre-Skipper Xabí Fernandez – Zweiter der letzten Auflage – und AkzoNobel-Trimmerin und Steuerfrau sowie 49erFX-Olympiasiegerin Martine Grael an diesem Abend die Gesprächpartner im Studio in Alicante waren, überraschte ebenfalls wenig: Er will nach fünf Teilnahmen alles tun, um im sechsten Anlauf endlich die Trophäe in Händen halten zu können, die er im vergangenen Jahr im Duell mit seinem Rivalen Charles Caudrelier und dessen Dongfeng Race Team so knapp verpasst hatte. Und das am liebsten auf einer für Fernandez eher neuen Imoca-Yacht. Und auch Martine Grael, Tochter des fünfmaligen olympischen Medaillengewinners und Doppel-Olympiasiegers Torben Grael, hat Gefallen am Segeln um die Welt gefunden und Interesse an einem weiteren Einsatz signalisiert. Welcher passenderweise deutlich nach den Olympischen Spielen im kommenden Jahr stattfinden wird, bei denen Grael mit ihrer Vorschoterin Kahena Kunze zunächst erneut nach FX-Gold greifen will.

Volvo Ocean Race 2017/2018

Nimmt zum sechsten Mal Anlauf, um das Ocean Race zu gewinnen: Mapfre-Skipper Xabí Fernandez

Volvo Ocean Race 2017/2018

Olympiasiegerin im 49erFX und Weltumseglerin: Martine Grael hat ihr Interesse an einem weiteren Rennen um die Erde signalisiert

Paolo Mirpuri, Vorsitzender der Mirpuri-Stiftung, die bei der vergangenen Auflage das junge Mixed-Team um Skipperin Dee Caffari unterstützt hatte, kündigte am Donnerstagabend mindestens ein Team für die kommende Edition an. Man wolle wieder auf eine VO65-Yacht setzen, jene Einheitsklasse, die zuletzt für so kriminal spannende Zieleinläufe gesorgt hatte. Weil ihn aber auch die technologischen Herausforderungen der Imoca-Klasse reize, erwägt Mirpuri, ein zweites Team ins Rennen zu schicken. Aus Neuseeland berichtete Bianca Cook, die zuletzt auf "Turn the Tide on Plastic" im Einsatz war, dass sie an der Seite ihres Landsmannes und designierten Team-Managers Tony Rae, der das Rennen sechsmal bestritten und zweimal mitgewonnen hat, nach Partnern für eine Kiwi-Kampagne sucht. Renndirektor Richard Mason kündigte weitere Team-Vorstellungen trotz des frühen Zeitpunkts schon für die kommenden Wochen und Monate an.

Route du Rhum 2018

Das Boot seines Vertrauens für große Pläne: Boris Herrmann auf der "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco"

ERST VENDÉE, DANN OCEAN RACE: BORIS HERRMANN WILL BEIDES

Viele namhafte Imoca-Einhand-Skipper haben längst eine Ocean-Race-Kampagne im Anschluss an die Vendée Globe 2020/21 im Visier. So haben es sich die Ocean-Race-Lenker bei ihrer Wahl der neuen Klasse gewünscht und ausgemalt. Ein klares Bekenntnis zu diesem "Doppel-Whopper" kommt auch vom Team Boris Herrmann Racing. Der Hamburger "Malizia"-Skipper, der für den Yacht Club de Monaco startet und im kommenden Jahr als erster deutscher Solist an der Vendée Globe teilnehmen wird, hat sich in den vergangenen Tagen mit dem Ocean-Race-Management zu Gesprächen in Spanien getroffen. Er sagt: "Wir haben als Team die klare Absicht, am kommenden Volvo Ocean Race teilzunehmen und haben gerade in Gesprächen mit den Veranstaltern in Alicante den Rahmen ausgelotet. Meine Startabsichten für die Vendée Globe bleiben davon unverändert. Beides baut gut aufeinander auf."

Boris Herrmann Racing

So sehen die Pläne von Boris Herrmann auf einen Blick aus – ein Auszug aus der Team-Präsentation 

Tatjana Pokorny am 21.03.2019

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