Offshore Team Germany

Bogacki/Stanjek: Platz zehn gerettet – Erfahrungen gesammelt

Bei einem ersten gemeinsamen Einsatz blieb das deutsche Mini-Duo unter den Möglichkeiten und eigenen Erwartungen

Lars Bolle am 15.04.2019
Das Mini-Feld kurz nach dem Start
Thomas Deregnieaux/PLM650

Das Mini-Feld kurz nach dem Start

"Es gibt nichts zu beschönigen: Wir wollten ein anderes Ergebnis als Platz 19 unter den 68 Startern und Rang zehn in der Gruppe der Protos. Aber so ist das im Sport, man muss auch Enttäuschungen verkraften", sagte Co-Skipper Robert Stanjek nach dem enttäuschenden Saisonauftakt bei der Plastimo Lorient, von und nach Lorient um die Belle-Ile.

Er ärgerte sich nach einem zähen Rennen bei schwachen Winden auf zwei Dritteln des Kurses vor allem über die Rundung der Belle-Ile, des südlichsten Punktes des 230 Seemeilen langen Kurses. "Wir hatten uns gerade wieder in eine vernünftige Position vorgearbeitet, waren dann aber zu konservativ in der Annäherung an die Insel: Das Routing sagte rechts, das Gefühl links. Wir haben uns daher in der Mitte gehalten und sind schließlich hängengeblieben. Etwas lokale Revierkenntnis hätte uns sicher geholfen."

Der Kurs der Plastimo Lorient

Der Kurs der Plastimo Lorient

So aber rutschten die Franzosen auf der Innenbahn nah an der Insel durch. Lediglich in den 50ern passierte "Lilienthal" die Belle-Ile, setzte dann aber zum Zielsprint und zur großen Aufholjagd an. Endlich kamen mit Winden zwischen 20 bis 24 Knoten aus achterlichen Richtungen die guten Bedingungen für den Plattbug-Mini "Lilienthal". Mit Top-Speed über 13 Knoten preschte das deutsche Duo durch das Feld, sammelte Konkurrent um Konkurrent ein und schaffte schließlich noch den Sprung unter die Top 20 aller Teilnehmer beim ersten gemeinsamen Auftritt.

"Es war gut, uns seglerisch kennenzulernen", analysierte Stanjek. "Morten hat bei den Manövern eine starke Performance gezeigt, ich hatte die Möglichkeit, viel zu steuern. Aber es hat sich auch erwiesen, dass ein eingespieltes Team das Boot wesentlich schneller wieder auf Topspeed bekommt."

"Wichtig war für mich der Input von Robert", sagte Bogacki, der im Herbst das Mini-Transat mit "Lilienthal" segeln wird. "Er hat noch mal einen ganz anderen Blick. Die Umstände waren lange schwierig für das Boot. Für leichten Wind und Kreuz-Bedingungen ist die 'Lilienthal' eben nicht gemacht. In den Abendflauten haben wir viel verloren." Umso mehr konnten beide die Abschlussnacht genießen. "Das waren definitiv 'Lilienthal'-Bedingungen."
 

Lars Bolle am 15.04.2019

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