Route du Rhum

Biskaya brutal: Mastbrüche und Aufgaben in Serie

Wie befürchtet, haben die stürmischen Winde in der Biskaya die Flotte dezimiert. Wieder wird die Transatlantik-Regatta ihrem Ruf als "Demolition Derby" gerecht

Tatjana Pokorny am 06.11.2018
Route du Rhum 2018
Narcos: Mexico

Nach Mastbruch ausgeschieden: Sam Goodchild auf "Narcos: Mexico"

In der Nacht auf Dienstag haben die vorhergesagten stürmischen Winde in der Route-du-Rhum-Flotte zugeschlagen. Um 3.50 Ihr brach der Mast auf der Imoca "Monin" der Deutsch-Französin Isabelle Joschke. Auch der in der Gruppe der Class-40-Yachten gerade an Position drei vorgerückte Sam Goodchild ist nach dem Verlust des Riggs seiner "Narcos: Mexico" aus dem Rennen. Der sehr erfahrene 38-jährige Skipper segelte in etwa 30 Knoten südwestlichen Winden und hohen Wellen, als sein Mast um 4.30 Uhr brach. Beiden Skippern geht es den Umständen entsprechend gut. Beide konnten ihre Riggs beziehungsweise deren Überreste sichern. Einmal mehr erweist sich die Biskaya als biestiges Revier und schwerste Prüfung auf dem rund 3500 Seemeilen langen Kurs des Transatlantik-Klassikers von Saint-Malo nach Guadeloupe.

Die Bilder von Bord belegen, dass der "Maxi Edmond de Rothschild"-Skipper alle Hände voll zu tun hat, will er den Trimaran sicher in einen Hafen bringen. Das Rennen ist für den Franzosen gelaufen

Route du Rhum 2018

Ein Bild aus einem kurzen Clip von Sebastien Josse von Bord "Maxi Edmond de Rothschild": Deutlich ist der schwer beschädigte Steuerbord-Schwimmer des gigantischen Trimarans zu erkennen

Der Blick auf die einzelnen Klassen zeigt, dass die Ausfallrate auch bei dieser elften Auflage der Route du Rhum voraussichtlich hoch sein wird. Bei den sechs größten Trimaranen der Ultime-Klasse mussten Seb Josse mit "Maxi Edmond de Rothschild" und Thomas Coville auf "Sodebo Ultim'" die Segel nach Bruch an Bord streichen. Damit sind nur noch vier der sechs Giganten im Rennen, das von Top-Favorit François Gabart auf "Macif" angeführt wird. Der Rekordhalter für die schnellste Weltumsegelung und ehemalige Vendée-Globe-Triumphator hatte sich zuletzt einen Vorsprung von 35 Seemeilen vor Armel Le Cléac'h erarbeitet, der schon in den ersten 24 Stunden einen kurzen Pitstop hatte einlegen müssen, um ein Problem mit der Energieversorgung an Bord der "Banque Populaire IX" zu beheben, die Verfolgung aber schnell wieder aufnehmen konnte.

Route du Rhum 2018

Frankreichs Segelsuperstar François Gabart führt das Feld auf "Macif" weiter an

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Boris Herrmann auf See

Bei den Imocas blieb die Reihenfolge in der Spitzengruppe über Nacht unverändert: Alex Thomson führt die Gruppe auf "Hugo Boss" weiter an. Seine Verfolger bleiben Vicent Riou auf "PRB" und Paul Meilhat auf "SMA". Boris Herrmann lag mit "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" am Dienstagmorgen knapp 90 Seemeilen hinter Thomson auf Platz 7. Alex Thomson hatte sich früh für einen extrem westlichen Kurs entschieden, war dafür von Experten wie Konkurrenz gelobt worden. Die Positionierung hatte ihm den Vorsprung eingebracht. Am frühen Dienstagmorgen war auf dem Tracker gut zu beobachten, wie Thomson seinen westlichen Kurs sogar noch weiter fortsetzte.

In der Gruppe der Class-40-Solisten hat sich der Hamburger Amateursegler Arnt Bruhns mit konstanter und sicherer Nachtfahrt weiter vorgearbeitet, segelte am frühen Dienstagmorgen mit 10 Knoten Geschwindigkeit auf Rang 33 der insgesamt 53 Boote. In allen Klassen ist an den (nicht mehr vorhandenen) Geschwindigkeitsangaben mehrerer Teilnehmer zu erkennen, dass die Anzahl der Aufgaben über den heutigen Tag schnell steigen werden.

Hier geht es zu den Zwischenergebnissen, die allerdings nicht so aktuell sind wie die Positionen auf dem Tracker.

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Arnt Bruhns hat die zweite Nacht auf seiner Class 40 "Iskareen" sicher überstanden und ist weiter vorgerückt

Tatjana Pokorny am 06.11.2018

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