Mini-Fastnet

Beeindruckend: trotz Bruch Platz drei für Riechers/Stanjek

Das Duo vom Offshore Team Germany erreichte Platz drei beim Mini-Fastnet. Auch die anderen Deutschen schlugen sich wacker

Lars Bolle am 23.06.2017
Riechers/Stanjek
Offshore Team Germany

Das ist fast schon unverschämt: Mit einem brandneuen, kaum getesteten, gerade erst reparierten Mini-Prototypen bei einer der wichtigsten Regatten der Szene trotz Bruch auf Platz drei zu segeln ist eine beeindruckende Leistung. Kaum vorstellbar, welche Steigerungen noch möglich sind, sollte der 6,50 Meter lange Mini "Lilienthal" von Jörg Riechers und Robert Stanjek im Herbst dieses Jahres, wie geplant und im Bootsnamen postuliert, tatsächlich auf Tragflächen fliegen.

Vorerst segelte das Duo noch konventionell mit Neigekiel und Steckschwertern. Parallel arbeitet der renommierte deutsche Konstrukteur Martin Fischer, unter anderem Design-Koordinator beim französischen Cup-Herausforderer Team France, an den Foils, die den Mini aus dem Wasser heben sollen.

Offshore Team Germany

Die Reparatur des gebrochenen Gennakerbaum-Beschlags

Diese Neuerung, die einer Revolution gleichkommen würde, scheint jedoch kaum nötig. Riechers und Stanjek konnten sich beim Mini-Fastnet sofort in der Spitzengruppe positionieren und lagen etwa 30 Seemeilen vorm Fastnet Rock sogar auf Platz zwei, als das Gelenk des drehbar gelagerten Gennakerbaums brach. In der zweiten Nacht konnte aber eine Ersatzlösung geriggt und so Platz drei knapp bis ins Ziel verteidigt werden.

"Das Boot ist bei zwölf Knoten und darüber eine Rakete", sagte Robert Stanjek im Ziel, "es segelt sich raumschots wie ein Mehrrumpfer."

Mit dem Absolvieren des Mini-Fastnet hat Jörg Riechers auch die Qualifikation für das Anfang Oktober startende Mini-Transat geschafft. Wenn es gelingt, der Rakete die richtigen Flügel zu verleihen, könnte er auf ihr nach den Sternen greifen, dem Sieg bei der wichtigsten Regatta der Minis.

Bei den Prototypen segelte Dominik Lenk mit Radoslaw Kowalczyk auf einen sehr guten Platz zwölf (26 Boote). Die Wertung der Serienboote gewann Clarisse Crémer, von der YACHT zum Jahresbeginn zur "Yachtswoman of the Year 2017" gekürt, zusammen mit Erwan Le Draoulec; Oliver Tessloff wurde zusammen mit Victor Turpin Zehnter (36 Boote), Lina Rixgens und Sverre Reinke kamen auf Platz 26, Sascha Bade und Michael Höfgen wurden 32.

Alle Ergebnisse
 

Lars Bolle am 23.06.2017

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