Regatta

Aus für Mini-Transat-Kampagne von Trans-Ocean

Der Verein zur Förderung des Hochseesegelns hat sich mit der Unterstützung von Nachwuchsseglern für das Mini-Transat 2021 übernommen und beendet das Projekt

Kristina Müller am 10.07.2019
Baltic 500 Doublehand Regatta 2019 BSc_157_IMG_1829
YACHT/B. Scheurer

Rasant unterwegs auf dem Weg zum großen Ziel Atlantiküberquerung: Bei der Baltic 500 belegte Maurice Oster mit Oliver Tessloff Platz eins in der Wertung der Minis. Trans-Ocean initiierte das Projekt, zieht jetzt jedoch die Reißleine

Es ist das Aus für ein Hochsee-Projekt, das vielversprechend klang und unter dem sportlichen Gesichtspunkt bereits einen erfolgreichen Saisonauftakt feierte. Mit einem Klassensieg bei der neuen Ostsee-Langstreckenregatta "Baltic 500" war der Mini Nr. 984 "Mex" des Trans-Ocean e.V. (TO) in die Saison gestartet. Doch heute bestätigte TO-Vorstandsvorsitzender Martin Birkhoff, dass das Projekt nicht weitergeführt wird. 

Auf dem Weg zum Mini-Transat 2021, bei dem alle zwei Jahre Einhandsegler im Regattamodus auf 6,50 Meter kurzen Booten über den Atlantik segeln, wollte der Hochseesegler-Verein einen jungen Nachwuchssegler finanziell und logistisch fördern und begleiten. Dafür war bereits ein neuer Serienmini, eine Vector 6.50 aus Polen, beschafft worden. All das, um den Satzungsgedanken des Vereins, die Förderung des Hochsee-Sports, zu stärken und junge Leute dafür und auch für den Verein zu begeistern. 15 Kandidaten hatten sich im vergangenen Jahr dafür beworben; die Wahl fiel auf Lennart Burke, 19, der sich gemeinsam mit Maurice Oster als Co-Skipper für 2021 qualifizieren sollte.

SY Andiamo, Lennart Burke u. Valentin Ahlhaus

Lennart Burke

Burke, der gerade erst eine Atlantikrunde auf eigenem Kiel absolviert hat, zeigt sich enttäuscht über die Nachricht. "Das ist hart und sehr schade", sagt er. "Das hat sich wohl jeder anders vorgestellt." Bereits seit Längerem habe offenbar zur Debatte gestanden, ob das Projekt wirklich durchgeführt werden könne, doch das plötzliche Aus kam auch für ihn überraschend. 

Die Finanzierung für die Mini-Transat-Kampagne, für die mit einem neuen Serienboot schnell über 100.000 Euro nötig sind, wollte der Verein allein durch Sponsorengelder stemmen. Offenbar hat er sich damit aber übernommen – der Aufruf an potenzielle Unterstützer läuft bis heute – und sieht den einzigen Ausweg nun darin, die Vorbereitung für das Transatlantik-Rennen zu beenden, bevor sie richtig angelaufen ist. 

Burke und Oster aber wollen am Ball bleiben. "Jetzt aufzuhören geht gar nicht. Wir haben Blut geleckt, haben da Mega-Bock drauf und haben uns ja auch nicht einfach so beworben", sagt Burke gegenüber YACHT online. 

Die Zusage seitens Trans-Ocean, das Boot noch den Rest des Jahres nutzen zu können, gebe es aber bereits, so Burke. Für ein Jahr hat der Verein die Vector zunächst gechartert, mit der Option, sie anschließend zu kaufen. Das TO-Team habe sich bewusst für einen konkurrenzfähigen neuen Serienmini entschieden, erläuterte Andreas Deubel, Mini-Transat-Finisher von 2017 und Unterstützer der TO-Kampagne, anlässlich der Bootstaufe im April 2019.

Baltic 500 Doublehand Regatta 2019 BSc_145_IMG_7284

Maurice Oster

Doch das Boot machte Probleme und erforderte schon kurz nach der Auslieferung viele Nachbesserungen vor allem durch Maurice Oster, der zudem seinen Qualifikations-Törn, den jeder Mini-Transat-Teilnehmer zu segeln hat, Ende Juni aufgrund von Defekten am Boot abbrechen musste. 

Burke hofft dennoch, dass die beiden jungen Skipper den Mini noch in den kommenden Monaten weiter nutzen können, auch als Plattform, um eigene Kampagnen zu realisieren. "Es ist ja klar, dass Maurice und ich weitermachen wollen. Wir wollen auf jeden Fall versuchen, ein Transat auf die Beine zu stellen!"

Weiteres zum Thema und ein Interview mit Lennart Burke über die Atlantikrunde auf einer IW-31 lesen Sie in YACHT 17/2019, die ab Ende Juli im Handel ist.

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Kristina Müller am 10.07.2019

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