Vendée-Arqtique–Les Sables

Auf nach Norden: Herrmann startet sicher ins Arktis-Rennen

20 Solisten sind am Samstagnachmittag in das neue Arktis-Rennen über 3600 Seemeilen gestartet. Gut zwei Stunden nach Beginn um 15.30 Uhr war Herrmann Sechster

Tatjana Pokorny am 04.07.2020
Vendée-Arctqiue-Les Sables-d'Olonne 2020
Eloi Stichelbaut / IMOCA

Das Vendée-Arctique-Les Sables-d'Olonne 2020 hat begonnen

Vendée-Artique-Les Sables-d'Olonne 2020

"Boris Herrmanns "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco"

Zum Auftakt des neuen Arktis-Rennens hat sich Boris Herrmann nach zwei Stunden solide in den in den Top Ten platziert. Gut 120 Minuten nach dem Start lag der 39-jährige Wahlhamburger auf Platz sechs, kämpfte um eine Top-Fünf-Position. Die Platzierungen wechselten zu diesem Zeitpunkt noch sehr schnell. Um die Spitze rangen "Charal" (Jérémie Beyou), "L'Occitane en Provence" (Armel Tripon) und "LinkedOut" mit Thomas Ruyant – alle unter französischer Flagge unterwegs. Für Herrmanns Fans waren das zunächst gute Nachrichten: Nach nur sechs Trainingstagen in diesem Jahr hat der "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco"-Skipper sein Boot offenbar im Griff. Seine erste Meldung von See: "Der Start war gut. Alles nach Lee gestaut für die Zeit nach dem Start… etwas langsam. Jetzt versuchen wir, den perfekten Trimm zu finden." Die Positionen sind auf dem insgesamt 3566 Seemeilen langen Kurs von Les Sables-d'Olonne hinauf nach Island, hinunter zu den Azoren und zurück in den Start- und Zielhafen noch lange nicht in Stein gemeißelt. Als schnellste Frau lag die Deutsch-Französin Isabelle Joschke zwei Stunden nach dem Start auf Platz acht vor der Britin Samantha Davies auf "Initiatives – Cœur".

Vendée-Artique-Les Sables-d'Olonne 2020

Der Kurs des neuen Arktis-Rennens

Laut Wetterprognosen erwartet die Flotte auf Kurs Island keine Kaffeefahrt: Ab Südirland sollen Wind und Wellen erheblich zunehmen, weil sich ein Tiefdruckgebiet Westeuropa annähert. Dieses Szenario wird für Montag erwartet. Experten gehen davon aus, dass die Imocas daher eher dicht an Irlands Küste bleiben, um so dem schweren Wellengang weiter draußen auszuweichen. Nach dieser klaren Vorhersage werden die Prognosen schwieriger, weil sich zwar ein zweites Tief Schottland nähert, aber auch ein leichtwindiges Hochdruckgebiet erwartet wird, dem die Skipper ausweichen werden wollen. Damit gibt es schon in den ersten Tagen der rund zehn- bis zwölftägigen Atlantikhatz viel zu gewinnen – oder zu verlieren. Die Boote werden zwischen dem 14. und 16. Juli in der Bretagne zurückerwartet.

Vendée-Artique-Les Sables-d'Olonne 2020

Vor dem Start ins neue Vendée-Arctique-Les Sables-d'Olonne 2020: Boris Herrmann

Der Wahl-Hamburger stellt sich und sein Boot vor

Für Boris Herrmann markiert das neue Rennen nicht nur die willkommene Generalprobe für seinen historischen Vendée-Globe-Start als erster deutscher Teilnehmer ab dem 8. November; es ist auch ein wichtiger Test für das überarbeitete und mit neuen Foils ausgestattete Boot. Herrmann sagt: "Wir sind mit den neuen Foils so viel schneller geworden: sieben Knoten mehr bei einem bestimmten Windwinkel. Es fühlt sich viel mehr wie ein Mehrrumpfer an. Wir wollen gut sein in diesem Rennen und mindestens ankommen – das ist das Wichtigste – ich habe noch nie ein Rennen abbrechen müssen. Das ist mir also sehr wichtig. Mehr als das finale Ergebnis ist dieses Rennen eine großartige Generalprobe vor der Vendée, insbesondere aufgrund der durchgeführten Modifikationen. Ich will das alles testen. Es ist ein wirklich großartiges Trainingsrennen." Parallel sammelt "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" mit Partner Kühne + Nagel auf der Langstrecke CO2-Daten, die zu Forschungszwecken an die Partner Max-Planck-Institut, Ifremer und Geomar übermittelt werden.

Vendée-Artique-Les Sables-d'Olonne 2020

Kurz vor dem Start gut gerüstet: Boris Herrmann optimistisch

Die Imoca-Klasse segelt bei diesem Rennen auf neuem Kurs in ein wenig bekanntes Revier. Weil die beiden ursprünglich für diesen Sommer geplanten Transat-Regatten infolge der Corona-Pandemie hatten gestrichen werden müssen, hat die Imoca-Klasse mit dem Vendée-Arctique-Les Sables-d'Olonne eine Eigenkreation geschaffen. "Die Klasse und wir haben das Beste aus der Corona-Situation gemacht", urteilt Herrmann. Für einige Teilnehmer ist das Rennen auch deshalb von entscheidender Bedeutung, weil sie noch die Meilen-Qualifikationshürde für die Vendée Globe nehmen müssen. Boris Herrmann selbst hat die Vendée-Startbedingungen bereits erfüllt und kann sich ganz auf sein Boot konzentrieren. Zu den 24 Stunden vor dem Start durchgeführten Corona-Tests für alle Skipper und Skipperinnen und die Mitglieder ihrer Landmannschaften gab es zum Schutz der Privatsphäre keine offiziellen Ergebnisse. Man darf aber davon ausgehen, dass alle Tests negativ ausgefallen sind, da die zuletzt noch gemeldeten 20 Boote sämtlich ins Rennen gegangen sind.

Hier geht es zum Live-Tracker auf der Seite von Boris Herrmann.

Vendée-Arctqiue-Les Sables-d'Olonne 2020

Jetzt auf Kurs Nord: Die Imoca-Flotte ist gestartet

Tatjana Pokorny am 04.07.2020

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