Route du Rhum

Atlantik-Duell mit Schlaf-Trick tibetanischer Mönche

Langsam verschiebt sich der Fokus der Solisten von Sturmbändigung wieder auf Schnellsegeln. Gabart und Joyon liefern sich ein packendes Spitzenduell

Tatjana Pokorny am 07.11.2018
Route du Rhum 2018
JM Liot/Alea/Macif
Route du Rhum 2018

Hat sein Ziel und den Gegner stets im Auge: Frankreichs Segelsuperstar François Gabart, der nicht nur die vorletzte Auflage der Vendée Globe gewonnen hatte, sondern mit gerade einmal 42 Tagen auch den Rekord für die schnellste Solo-Weltumsegelung hält. Aktuell segelt er wieder auf Siegkurs…

Etwa mittig zwischen den Azoren und den Kanarischen Inseln liefern sich bei der Route du Rhum die Spitzenreiter François Gabart auf "Macif" und Francis Joyon auf "Idec Sport" ein packendes Spitzenduell. Die beiden Ultime-Trimarane trennen auf ihren südwestlichen Kursen mit Ziel Guadeloupe gerade einmal 40 Seemeilen. Ihre Interpretationen der komplizierten Wetterdaten scheinen das gleiche Bild zu ergeben, weshalb man sie auf dem möglichst schnellsten Weg in die Passatwinde zuletzt oftmals ähnliche Manöver hat segeln sehen. Bei dieser elften Auflage des französischen Transatlantik-Klassikers von Saint-Malo nach Guadeloupe hat damit der erste intensive taktische Abschnitt begonnen.

Zwei Giganten, ein Team: François Gabart und sein Trimaran "Macif" sind aktuell die Messlatte im internationalen Solo-Seesegelsport. Imposante Bilder des Boliden und seines Steuermanns

Ein Film, der vor dem Start zur Route du Rhum entstand und die gewaltigen Dimensionen in diesem Zusammenspiel von Mensch und Maschine zeigt

Route du Rhum 2018

Francis Joyon auf "Idec Sport" bleibt am Top-Favoriten für die elfte Auflage der Route du Rhum dran, jagt François Gabart auf Kurs Karibik

Weil die beiden prominenten Skipper bei ihrem spannenden Matchrace-Duell kaum Schlaf finden, hat Joyon heute in einer E-Mail verraten, wie er mit dem Problem umgeht: "Kurz vor dem Start hat mir jemand die Geschichte von tibetanischen Mönchen erzählt, die nie schliefen und mit ein paar Momenten mit geschlossenen Augen zurechtkamen, während sie lärmverursachende Objekte in der Hand hielten. Wenn die dann auf auf die gefliesten Böden in ihren Kammern fielen, weckte sie das Geräusch umgehend wieder auf. Diese kurzen Ruhemomente sind mit Blick auf die Erholung sinnvoller als jede andere Form des Schlafes. Außerdem hatte ich auch seit dem Start einfach nichts anderes…" Rund 2300 Seemeilen hatte Joyon am Mittwochnachmittag noch bis ins Ziel zu absolvieren.

Route du Rhum 2018

Findet mit seinem Mönch-Trick kurze Ruhephasen bei der furiosen Hatz über den Atlantik: Francis Joyon

Während der von seiner gekenterten "Banque Populaire XI" gerettete Armel Le Cléac'h in Sicherheit ist, erwägte Thomas Coville in A Coruña ein Comeback ins Rennen mit seiner "Sodebo Ultim". In der Imoca-Flotte lag Boris Herrmann gegen Ende des dritten Tages auf See auf Platz 5. Spitzenreiter Alex Thomson hat seinen Vorsprung auf Paul Meilhat ("SMA") auf 77 und auf den drittplatzierten Vincent Riou ("PRB") auf 100 Seemeilen ausbauen können. Die extrem westlich gewählte Route des Briten zahlt sich weiter aus. Rund 140 Seemeilen hinter Thomson machte am Nachmittag auch Boris Herrmann Wegstrecke in westlicher Richtung gut. Mit seiner Classv40 "Iskareen" hat gleichzeitig der Hamburger Amateursegler Arnt Bruhns weiter aufgeholt, lag nach 72 Stunden und dem Abwettern von mehreren Tiefs in Folge zuletzt auf Platz 29.

Hier geht es zum Live-Tracker.

Tatjana Pokorny am 07.11.2018

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