America's Cup

Arrivederci und goodbye Europa: Auckland ist das Ziel

Infolge der Corona-Pandemie sind alle europäischen Vorregatten zum 36. America's Cup abgesagt. Offizielle Rennen finden in diesem Zyklus nur vor Auckland statt

Tatjana Pokorny am 25.03.2020
Ineos Team UK
Ineos Team UK

Noch in Europa, aber zum America's Cup in Neuseeland: das Ineos Team UK

Das hatten sich die Cup-Verteidiger aus Neuseeland und ihre Herausforderer aus Amerika, England und Italien ursprünglich ganz anders vorgestellt. Doch nun werden der Kampf um die Silberkanne und sein Vorspiel ausschließlich im neuseeländischen Auckland ausgetragen. Die Prologe in Italien und England sind in Zeiten der Corona-Epedemie abgesagt – weshalb die Designer nun ohne die wichtigen Vergleichsmöglichkeiten mit den Gegnern zurechtkommen müssen. Jetzt gilt es für die Teams, sich mit internen Mitteln und Inhouse-Vergleichen an den Rechnern und auf dem Wasser bestmöglich weiterzuentwickeln, denn die Uhr tickt auch ohne Regattabetrieb auf dem Wasser unerbittlich weiter. Heute in einem Jahr ist das 36. Duell um die wichtigste Trophäe des internationalen Segelsports bereits entschieden, so denn der America's Cup planmäßig stattfinden kann.

Was es zur Verteidigung des America's Cup im März 2021 brauchen wird? Die Kiwis haben da so eine Ahnung…

Was noch von den ursprünglichen Cup-Plänen übrig ist, findet ab kurz vor Weihnachten in Neuseelands Hauraki-Golf statt:

  • 3. Regatta der America's-Cup-Weltserie (17. bis 20. Dezember 2020, Auckland)
  • Der Prada Cup – die Herausfordererserie (15. Januar bis 22. Februar 2021, Auckland)
  • Der America's Cup presented by Prada (6. bis 21. März 2021, Auckland)
Luna Rossa Prada Pirelli Team

Das italienische Luna Rossa Prada Pirelli Team im Trainingseinsatz

In der aktuellen Krisenzeit haben sich die Teams zurückgezogen, treiben die Entwicklungen in ihren Basiscamps voran. Zwischendurch gibt es Film-Grüße aus den Herzschlagkammern der Cup-Giganten. So wie jetzt vom italienischen Luna Rossa Prada Pirelli Team: Co-Design-Koordinator Horacio Carabelli führt einmal durch die Entwicklungsgeschichte der AC-75-Yacht "Luna Rossa" – vom Projekt auf dem Papier bis zur segelnden Yacht. Der in Montevideo geborene Ingenieur, Yachtkonstrukteur und dreimalige Ocean-Race-Teilnehmer mit brasilianischem Pass erklärt dabei auch, wie sich das heutige AC-75-Modell im Vergleich zur AC-72-Version weiterentwickelt hat.

Ein neues Video des italienischen Luna Rossa Prada Pirelli Teams über die Entstehung einer Cup-Yacht der Klasse AC75

Zum Vergleich zwischen den Booten zeigen wir einen Clip mit der britischen "Britannia" beim Wintertraining im italienischen Revier vor Cagliari, das Sir Ben Ainslie und sein Ineos Team UK infolge der Corona-Epidemie gerade abbrechen und die Heimreise antreten mussten. Auch die Mannschaft des viermaligen Olympiasiegers treibt ihr Programm weitgehend still voran. Worum es dabei im Kern geht, erklärt der australische CEO Grant Simmer, der bereits zehn America's-Cup-Auflagen in unterschiedlichsten Positionen mitgestaltet hat und die älteste Trophäe der internationalen Sportwelt bereits viermal gewinnen konnte. Simmer nennt die Schlüsselbereiche für die kommende Cup-Auflage: "Was den nächsten Cup gewinnen wird, ist die Fähigkeit, das Boot über die meiste Zeit der Rennen nah an der optimalen Leistung zu segeln. Dazu das beste Foil-Paket – die Ruder und Foils werden wichtig sein – und dann die Flughöhenkontrolle, die die Anstellung der Foils kontrolliert." Simmer weiß auch genau, wie man den Cup bei dieser Auflage schon vorab verlieren kann: "Definitiv dann, wenn es zu einem katastrophalen Versagen kurz vor dem Cup kommt. Auf diese Boote wirken hohe Lasten, und sie sind ziemlich leicht. Ein ernsthaftes Strukturproblem in Cup-Nähe könnte definitiv für jeden das Aus bedeuten."

Sir Ben Ainslie und seine Männer im Einsatz auf "Britannia"

Ineos Team UK

Desinfektionsmittel von Ineos

Für positive Schlagzeilen außerhalb des Cup-Geschehens sorgte in dieser Woche Rennstallbesitzer und Ineos-Vorstand Jim Ratcliffe (67). Der Chemie-Unternehmer, dessen Konzern auch in Deutschland sehr aktiv ist, engagiert sich in der Corona-Krise und hat angekündigt, bereits in der kommenden Woche in Großbritannien die ersten von monatlich einer Million Flaschen mit Hand-Desinfektionsmittel produziert zu haben. Eine weitere Million soll in Deutschland hergestellt werden. Die Desinfektionsmittel sollen Krankenhäusern des britischen Gesundheitsdienstes NHS und deutschen Krankenhäusern in der Krisenzeit kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Gute Idee und ein Aufruf vom britischen Ineos Team UK: Die Engländer vergleichen ihr Absegeln eines rasanten Kursabschnitts im SailGP, dessen Premiere in diesem Jahr sie dominant gewinnen konnten, mit der Dauer, die sich Menschen in Corona-Zeiten die Hände waschen sollten

America's-Cup-Ouvertüre

Sir Jim Ratcliffe & Sir Ben Ainslie

Tatjana Pokorny am 25.03.2020

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online