Paralympics

Abschied ohne Medaille, aber mit Stolz

Heiko Kröger verabschiedet sich ohne eine dritte Medaille, aber versöhnt von der paralympischen Bühne. Gold holte Vendée-Aspirant Seguin

Tatjana Pokorny am 18.09.2016
Parlaympics 2016 Finaltag

Nach fünf paralympischen Einsätzen verabschiedet sich Heiko Kröger von dieser internationalen Segelbühne 

Es war nicht seine Woche: 2.4mR-Steuermann Heiko Kröger hat die erhoffte dritte Paralympics-Medaille in der Guanabara-Bucht in Rio de Janeiro verpasst. Der 50-jährige fünffache Familienvater beendet seinen fünften paralympischen Einsatz als Sechster enttäuscht, aber gleichzeitig versöhnt mit der Gesamt-Leistung in den vergangenen zwei Jahrzehnten seiner imposanten Karriere. 

Parlaympics 2016 Finaltag

Konnte sich im Verlauf der paralympischen Regatta steigern und im letzten Rennen Gold gewinnen: der Franzose Damien Seguin, der nun sein Vendée-Globe-Projekt vorantreiben will

Seine zweite Paralympics-Goldmedaille sicherte sich im Ein-Personen-Kielboot am Wochenende der Franzose Damien Seguin, dem nach schwachem Auftakt ein unwiderstehlicher Schlussspurt gelang. "Ich bin einfach nur glücklich", sagte Damien nach der elften und letzten Wettfahrt, "ich habe nach meinem vierten Platz in London hart gearbeitet. Ich war sicher, dass ich es schaffen kann. Und ich habe es geschafft." Seguin will als erster Franzose mit Handicap an der Nonstop-Einhand-Regatta um die Welt, der Vendée Globe, teilnehmen und kann nun im Werben um Partner für diese ultimative Herausforderung mit einem zweiten Paralympics-Sieg aufwarten. Silber gewann überraschend der Australier Matt Bugg, der mit seinem Sieg im Finale noch die britische Titelverteidigerin Helena Lucas abfangen und auf Platz drei verweisen konnte.

Parlaympics 2016 Finaltag

Die Rio-Medaillengewinner der 2.4mR-Flotte: Paralympics-Sieger Damien Seguin, Silbermedaillengewinner Matt Bugg aus Australien und die britische Bronzemedaillen-Gewinnerin Helena Lucas

Für Kröger lief es auch im Finale mit Rang sieben nicht optimal. "Es war einfach nicht meine Woche", sagte der in Ammersbek bei Hamburg lebende Segler. In Anspielung auf die Fernsehserie "Geh aufs Ganze" und deren Niete namens "Zonk" sagte Kröger: "Das Fazit ist, dass ich hinter jedem Tor hier einen Zonk hatte. Meine Vorbereitung war dank STG sehr gut. Meine Resultate der letzten vier Jahre mit zwei Weltmeister- und zwei Vizeweltmeistertiteln waren so, dass ich nicht an meinem Können zweifeln muss und werde. So ist Sport und gerade der Segelsport. Ich gehe mit erhobenem Kopf nach Hause – und fertig." Besonders freut sich Kröger auf die Wiedervereinigung mit der Familie: "Ich bin extrem froh, dass ich die vielen Jahre so unendlich viele Erfahrungen machen konnte und stolz auf meine Leistungen. Ich freue mich jetzt auf meine Liebste, die mir so tapfer den Rücken gestärkt und freigehalten hat. Und auf meine Kinder, die mich in den letzten Jahren immer so oft und lange vermisst haben."

Parlaympics 2016 Finaltag

Die Medaillengewinner der Sonar-Flotte: Australien vor den USA vor Kanada

Auch im Drei-Personen-Kielboot Sonar kam das deutsche Team mit Steuermann Lasse Klötzing, Jens Kroker und Siegmund Mainka nicht über Platz sechs hinaus. Eine starke Leistung war es dennoch, denn die drei Männer sitzen erst seit vier Monaten in einem Boot. Das Trio hatte sich dennoch mehr erhofft, musste sich aber den erfahreneren Rivalen geschlagen geben. Gold holten die Australier Colin Harrison, Russell Boaden und Jonathan Harris vor dem US-Team um Skipper Alphonsus Doerr und den Kanadiern mit Skipper Paul Tingley. Die Nationenwertung gewannen die Australier mit Gold in der Sonar und im Skud sowie 2.4mR-Silber souverän. Die emotionale Siegerehrung am Flamengo Beach vor Rios Zuckerhut markierte den umstrittenen Abschied der Segler und mit ihnen einer der inklusivsten Sportarten von den Paralympics – sie wurden für 2020 aus dem Programm gestrichen. Der Weltverband World Sailing kämpft nun um ein Comeback für 2024.

Hier geht es zu den Endergebnissen der paralympischen Regatta 2016.

Parlaympics 2016 Finaltag

Gewannen Gold im SKUD: Daniel Fitzgibbon und Liesl Tesch trugen intensiv zum australischen Erfolg bei der paralympischen Segelregatta teil. Im Zwei-Personen-Boot erkämpften sich John McRoberts und Jackie Gay aus Kanada Silber. Bronze holten Alexandra Rickham und Niki Birrell aus England

Tatjana Pokorny am 18.09.2016

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