boot Düsseldorf 2019

"2018 mehr gesegelt als alle französischen Schiffe zusammen"

Boris Herrmann und sein Team Malizia bereiten sich intensiv auf den Vendée-Globe-Start im November 2020 vor. Der Startschuss fällt in 658 Tagen

Tatjana Pokorny am 21.01.2019
Route du Rhum 2018
Jean-Marie Liot

Boris Herrmanns "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" im Training in der Bretagne

Solosegler Boris Herrmann ist auf der weltgrößten Wassersportausstellung ein vielgefragter Mann. Der Segelprofi, Buchautor und Weltumsegler gab am Sonntag interessante Einblicke in die Vorbereitungen des Malizia-Teams auf die härteste Prüfung für Mensch und Material: 2020 will der Wahlhamburger als erster Deutscher die Nonstop-Einhand-Weltumsegelung Vendée Globe bestreiten. Der Startschuss fällt am 8. November 2020. Bis dahin wird Herrmann ein vierjähriges Intensiv-Programm absolviert haben, das seinesgleichen sucht.

boot Düsseldorf 2019

Boris Herrmann und YACHT-Chefredakteur Jochen Rieker beim Talk auf der boot Düsseldorf am YACHT-Stand in Halle 14

"Die Stunde Null begann mit dem Bootskauf und dem Handschlag dafür. Das war am 6. November 2016", berichtete Herrmann am Sonntag am Stand der YACHT seinem hochinteressierten Publikum. Seitdem arbeitet Herrmanns Mannschaft intensiv am und mit dem Boot, während das Management auch um weitere Projekt-Partner wirbt. Zuletzt hatte Herrmann mit Platz fünf im Transatlantik-Rennen Route du Rhum demonstriert, dass er mit den Besten seines Metiers auf Augenhöhe operiert.  "Wir haben 2018 mehr gesegelt als alle französischen Schiffe zusammen", bringt Herrmann die Arbeit seines Teams auf den Punkt. Allein im Jahr 2018 hat Herrmann solo oder im Team auf "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" 24.400 Seemeilen absolviert. "Das entspricht etwa der Länge einer Vendée Globe", sagt der Skipper.

Herrmanns Antrieb, sich den Strapazen zu stellen, ist ursprünglicher Natur: "Ich habe große Leidenschaft für das Segeln." Durch das Einhandsegeln entdeckt der 37-Jährige, der "eigentlich lieber im Team segelt", diese Leidenschaft noch einmal neu. Bei der Arbeit mit dem "Malizia"-Team geht es konstant um Verbesserungen am Boot und den eigenen Lernprozesses. Seine von Pierre Casiraghi mitgegründete Kampagne ist langfristiger angelegt, die Vendée Globe nur der erste große Gipfel, bevor auch The Ocean Race (ehemals: Volvo Ocean Race) für Herrmann zum Thema wird. "Das Ocean Race ist eine Institution, von der alle Hochseesegler träumen", so Herrmann bei seinem Interview mit YACHT-Chefredakteur Jochen Rieker am Stand der YACHT auf der boot Düsseldorf in Halle 14.

Route du Rhum 2018

Das deutsche Duo für die Vendée Globe: "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" und ihr Skipper Boris Herrmann

Die 14. Ocean-Race-Auflage in den Jahren 2021/22 wird mit den Imoca-Yachten ausgetragen, die zuvor auch in der Vendée Globe (2020/21) gefordert sind. Von den dadurch entstehenden Synergie-Effekten und den multiplen Einsatzmöglichkeiten erhoffen sich nicht nur die Veranstalter der beiden Regatta-Klassiker zusätzlichen Aufwind. Auch die Segler können ihre Projekte auf diese Weise besser bewerben und ihren Partnern mehr Leistung und eine größere Einsatzbreite bieten. "Wir werden versuchen, für The Ocean Race ein Team zusammenzubringen", sagt Herrmann, "das ist hoffentlich die Zukunft von Malizia."

Heute (Montag, 21. Januar) wird Boris Herrmann erneut auf der boot im Einsatz sein. Fans treffen ihn zwischen 14.15 und 15.15 Uhr am Stand vom Delius Klasing Verlag, wo Herrmann sein eben erschienenes Buch "Nonstop" vorstellt. Beim Talk mit dem Profi und der Signierstunde können boot-Besucher Boris Herrmann ganz persönlich kennenlernen. Treffpunkt dafür ist der Stand F 41 in Halle 11!

Tatjana Pokorny am 21.01.2019

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