Route du Rhum

1000 Seemeilen vor Guadeloupe: "Arkema" gekentert

Zum zweiten Mal ist bei der elften Auflage der Route du Rhum ein Trimaran gekentert: Skipper Lalou Roucayrol wartet im umgedrehten Mittelrumpf auf Rettung

Tatjana Pokorny am 14.11.2018
Route du Rhum 2018
DR

Es geschah bei Dunkelheit in einer schweren Gewitterbö: Lalou Roucayrol ist mit seinem Trimaran "Arkema" rund 1000 Seemeilen entfernt von Guadeloupe gekentert. Nach Angaben der Veranstalter der Route du Rhum geht es dem Skipper gut. Roucayrol wartet im mittleren Rumpf seines umgedrehten Bootes auf Rettung. Für den extrem erfahrenen Franzosen ist es bereits die vierte Rhum-Teilnahme. Dreimal stand er schon auf dem Podium, bevor ihn am frühen Mittwochmorgen das Unwetter in die gefährliche Situation brachte und aus dem Rennen katapultierte. 

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Lalou Roucayrol und seine "Arkema" zählten vor Rennstart zu den Favoriten in der Multi-50-Klasse, hatten aber bereits einen Reparaturstop hinter sich. Die Kenterung bedeutet das Aus für den Franzosen

Der 54-jährige Roucayrol, der in Port Médoc bei Bordeaux lebt, konnte die Kenterung um 6.30 Uhr morgens nicht vermeiden, er lag zum Zeitpunkt des Unglücks an vierter Stelle in der Multi-50-Klasse. Der "Arkema"-Skipper konnte aber sowohl seine Landmannschaft als auch die Wettfahrtleitung alarmieren, die umgehend Rettungsmaßnahmen einleiteten.

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So entspannt ist "Arkema"-Skipper Lalou Roucayrol aktuell nicht mehr. Nach Informationen der Rennleitung aber wartet er im umgedrehten Mittelrumpf auf Rettung

Nach dem Ultime-Trimaran "Banque Populaire IX" ist "Arkema" schon der zweite Tri, der bei dieser elften Auflage des Transatlantik-Klassikers gekentert ist. Le Cléac'h hatte vor seinem Unfall den Backbord-Rumpf seines Giganten verloren. Roucayrol hatte zu Beginn des Rennens, das am 4. November in Saint-Malo begonnen hatte, schon einen Reparaturstop absolviert und danach seine Aufholjagd gestartet. Multi-50-Spitzenreiter Armel Tripon ("Réauté Chocolat") wird bereits am Donnerstag im Ziel erwartet.

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Das Bild von Imoca-Skipper Yann Eliès auf "Ucar – St. Michel" zeigt die düstere Atlantik-Stimmung am Mittwoch

Spitzenreiter der dahinter liegenden Imoca-Flotte ist immer noch der Brite Alex Thomson, der fünf Stunden nach dem Start die Führung übernommen und sie seitdem nicht mehr abgegeben hat. Thomson segelt damit klar auf Rekordkurs. Die bisherige Bestmarke, die François Gabart vor vier Jahren auf seiner damaligen Imoca "Macif" aufgestellt hatte, liegt bei 12 Tagen, 4 Stunden und 38 Minuten. Boris Herrmann und "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" verteidigen weiter Platz 5. Aktuell muss keiner der führenden Skipper der Imoca-Klasse damit rechnen, von der Wettfahrtleitung möglicherweise zur Rettung von "Arkema"-Steuermann Roucayrol umgeleitet zu werden. Auf Anfrage von YACHT online sagte eine Sprecherin am Mittag: "Bislang wurde noch keines der im Rennen befindlichen Boote um Hilfe gebeten. Wir warten auf Nachrichten von Lalou Roucayrol. Wenn nötig, wäre offensichtlich Pierre Antoine auf "Olmix" das am nahe liegendste Boot…" Antoine führt die Rhum-Multi-Klasse an.

Indessen hat der ehemalige Imoca-Top-Favorit Jérémie Beyou auf "Charal" auch seinen zweiten Startversuch abbrechen müssen. Nach Steuerproblemen und dem ersten frühen Reparaturstop zwangen nun Ladeprobleme den Franzosen erneut zur Umkehr nach Lorient.

Route du Rhum 2018

Muss auch seinen zweiten Startversuch abbrechen: Jérémie Beyou auf "Charal"

Tatjana Pokorny am 14.11.2018

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