Segeln olympisch

Laser in Gefahr: RS Aero überzeugt beim Olympia-Test

Dem seit 1996 olympischen Laser droht das Aus: Bei der Evaluierung konnte sich zunächst der RS Aero gegen den Laser und zwei weitere Konkurrenten durchsetzen

Tatjana Pokorny am 04.05.2019
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YACHT/ B. Scheurer

Der RS Aero im YACHT-Test

Gibt es nach den jüngsten Wechseln bei den olympischen Segeldisziplinen einen weiteren Austausch? Gemäß den Ergebnissen einer fünftägigen Testserie, die der Weltseglerverband World Sailing im März 2019 durchführen ließ, ist der RS Aero der neue Favorit für die Abstimmung über die „Ausrüstung“ für die olympische Einhand-Disziplin. Bei der Testserie ging es darum, die idealen Jollen für die beiden Solo-Kerndisziplinen des olympischen Segelsports zu ermitteln. Außerdem war die Serie Bestandteil der Überprüfung aller olympischen Bootsklassen auf ihre Erfüllung von EU-Anti-Monopolgesetzen und der allgemeinen Modernisierungsbestrebungen des Weltseglerverbandes. Bei den Tests waren Boote der Klassen Laser, RS Aero, Melges 14 und D-Zero im Einsatz. Geprüft wurden sie von elf internationalen Seglern und einer Evaluierungskommission. 

Philipp Buhl

Für engen Wettbewerb steht bislang der olympische Laser. Hier sind Philipp Buhl und Nik Aaron Willim im Trainings-Einsatz zu sehen

RS Aero

Blick auf den RS Aero – olympische Einhand-Disziplin ab 2024?

Aufgabe der Kommission war es, nach Ende der Testserie einen Bericht zu den Ergebnissen zu verfassen und eine Empfehlung für die olympischen Einhand-Disziplinen auszusprechen, die aktuell vom Laser und – für die Frauen – vom Laser Radial (seit 2008 olympisch) besetzt werden. Die Ergebnisse des Reports und die Empfehlung der Arbeitsgruppe an World Sailing zur Besetzung der Solo-Disziplinen für die Olympischen Spiele 2024 wurden jetzt veröffentlicht.

Demnach konnte sich bei den Testseglern und der Evaluierungskommission der AS Aero knapp gegen den Laser durchsetzen. Auf den Plätzen drei und vier landeten abgeschlagen die Melges 14 und der D-Zero. Hier die prozentualen Ergebnisse der getesteten Klassen:

  1. RS Aero: 80 %
  2. Laser: 69 %
  3. Melges 14: 54 %
  4. D-Zero: 52 %

Die Entscheidung über die Neubesetzung oder die Beibehaltung des Lasers und des Laser Radials könnte schon beim Halbjahrestreffen des Weltseglerverbandes im Mai fallen. Dann sollen in London die Beschlüsse zur Besetzung der Disziplinen für die Olympischen Spiele 2024 gefasst werden. Dabei wird das Equipment Committee sich anhand der Empfehlungen der Evaluierungskommission eine Meinung bilden und dem Council des Weltseglerverbandes einen Vorschlag zur Abstimmung unterbreiten. Abzuwägen gilt es im Vergleich auch, ob die olympischen Einhand-Disziplinen für 2024 eine neue und modernere Bootsklasse brauchen oder ob der Laser als weltweit mit Abstand am stärksten verbreitete Bootsklasse mit Teilnahmechancen auch für weniger klassische Segelländer die olympischen Ansprüche gewichtiger vertritt. WM-Bronzemedaillen-Gewinner Philipp Buhl sagte: „Eine neue olympische Bootsklasse müsste erst einmal die weltweite Verbreitung erreichen, die der Laser vorweisen kann. Dafür braucht es in der Regel 10 bis 20 Jahre. Der Reiz der Laser-Klasse liegt doch in ihrem One-Design-Charakter, der inzwischen mit gestellten Booten bei großen Regatten erreicht werden konnte. Es ist gerade der Wettbewerb auf den vergleichsweise simplen Booten, der den Laser so spannend und anspruchsvoll macht.“ Wie die Entscheidung des Weltseglerverbandes ausfällt, bleibt mindestens bis zum Halbjahrestreffen in London spannend.

Die YACHT testete den RS Aero und stellt die Ergebnisse in diesem Clip vor

Zur Erinnerung an das Segelvergnügen im Laser ein Clip des WM-Finals von Aarhus 2019, in dem sich Philipp Buhl mit furioser Leistung Bronze erkämpft hatte

Tatjana Pokorny am 04.05.2019

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