Segeln olympisch

Kohlhoff/Stuhlemmer schocken Konkurrenz mit zwei Tagessiegen

Mit zwei Rennsiegen an die Spitze: Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer haben die 50. Auflage der Trofeo Princesa Sofía so brillant wie dominant eröffnet

Tatjana Pokorny am 01.04.2019
German Sailing Team
German Sailing Team/Lars Wehrmann

Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer haben die 50. Jubiläumsauflage des Spanien-Klassikers Trofeo S.A.R. Princesa Sofía mit zwei Tagessiegen und einem dritten Rang eröffnet. Damit führt die Crew vom Kieler Yacht-Club das Nacra-17-Klassement nach dem ersten Tag überraschend vor den Neuseeländern Gemma Jones und Jason Saunders sowie den italienischen Weltmeistern Ruggero Tita und Caterina Banti an.

Das Nacra-17-Feld ist bis auf den fehlenden America's-Cup-Star Nathan Outteridge und seine Schwester Haylee Outteridge WM-reif besetzt. Die dominante Galavorstellung des 23-jährigen deutschen Steuermanns und seiner 20 Jahre jungen Vorschoterin sorgte nach den Rennen auch im Hafen für Aufsehen, viele Glückwünsche und reichlich Staunen. Doch Paul Kohlhoff beschwichtigte die Welle der Euphorie: "Noch gibt es nichts zu feiern. Das war ja erst der erste Tag einer langen Serie." Die Güte seines Teams erklärt der Mixed-Katamaran-Steuermann sachlich mit Trainingsintensität und Fokussierung: "Wir haben gut und viel trainiert. Ich bin zwischen den Trainingscamps im Frühjahr gar nicht nach Hause gefahren, und auch Alica war nur einmal kurz weg. Wir haben unser Material sehr gründlich getestet und vorbereitet, denn das hier ist für uns ein wichtiger Event."

German Sailing Team

Heute das beste Team bei der Jubiläums-Regatta mit einer Rekordflotte von 1224 Athleten aus 67 Ländern: Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer

Kohlhoff/Stuhlemmer haben sich ihren imposanten Auftakt auch mit gelungenen Starts verdient. "Im letzten Rennen sind wir auf Steuerbord vor allen durchgegangen", berichtete der Olympia-13. von 2016 – auch das ein Ausdruck des wiedererstarkten sportlichen Selbstbewusstseins der Crew nach langer Zwangspause in Folge einer schweren Erkrankung von Kohlhoff zu Beginn des vergangenen Jahres. "Wir sind auf gutem Weg", sagt Kohlhoff. "Wir haben wieder gelernt, dass wir auch gewinnen können. Und wir fühlen uns topfit." Dabei kam das Duo am Montag in ganz unterschiedlichen Bedingungen so gut zurecht: Im ersten der drei Rennen des Tages herrschte noch auflandiger Wind mit fünf bis sieben Knoten. In den beiden weiteren Wettfahrten dominierte dann ablandiger Wind mit acht bis 14 Knoten. Ihre Teamkameraden Johannes Polgar und Carolina Werner rangierten nach drei Wettfahrten zunächst auf Platz 32. Ein Frühstart hatte die Crew nach den Rängen 6 und 20 zunächst abrutschen lassen.

German Sailing Team

Waren gut gelaunt in die Serie gestartet, hatten aber am Montag einen Frühstart zu verkraften: Johannes Polgar und Carolina Werner

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Stieg überzeugend in die 50. Jubiläumsauflage der Trofeo Princesa S.A.R. Sofía ein: Laser-Radial-Steuerfrau Svenja Weger

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Der Weltranglisten-Dritte Philipp Buhl eröffnete die Serie mit den Rängen 11 und 4 zuverlässig gut

In den weiteren Disziplinen mit deutscher Beteiligung waren bis 19 Uhr noch nicht alle Wettfahrten in die Ergebnislisten eingeflossen. Anfänglich hatten sehr flaue Winden und Startverschiebungen für Verzögerungen gesorgt. Bemerkenswert stark ist Svenja Weger vom Potsdamer Yachtclub in die Regatta gestartet. Die Laser-Radial-Steuerfrau, der Teamkamerad Philipp Buhl schon am Wochenende eine gute Regatta prophezeit hatte ("Alles andere würde mich bei ihrem Leistungsstand wundern"), läutete die Regatta mit einem dritten und einem achten Rang als Gesamt-Fünfte erfolgreich ein. Die 49erFX-Seglerinnen Tina Lutz und Susann Beucke haben sich zum Auftakt mit den Rängen 15, 6 und 3 sowie Platz sieben im Zwischenklassement eine gute Ausgangsbasis für die kommenden Tage erkämpft. Victoria Jurczok und Anika Lorenz greifen am Dienstag als 19. an, weil sie sich mit einem Frühstart selbst um ein besseren Einstieg gebracht hatten. Im Finn positionierten sich Phillip Kasüske mit den Rängen 3 und 9 sowie Max Kohlhoff mit den Rängen 4, 10 zunächst fast im Gleichtakt auf den Plätzen sieben und 13. Von den deutschen 470er-Seglerinnen und Seglern konnte sich zunächst kein Team in den Top Ten platzieren. Nicht im Einsatz waren an diesem 1. April die 49er-Segler. Und das ist kein Scherz.

German Sailing Team

Fanden gut in die Regatta hinein und liegen nach drei Wettfahrten auf Platz sieben: Tina Lutz und Susann Beucke

Die Ergebnisse werden bis in den späten Abend ständig aktualisiert und sind hier nachzulesen.

German Sailing Team

Werden Dienstag nach zwei guten Ergebnissen und einem Frühstart ihre Aufholjagd einläuten: die 49erFX-Seglerinnen Vicky Jurczok und Anika Lorenz

Tatjana Pokorny am 01.04.2019

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