Segeln olympisch

"Ich liebe das Boot, weil es so erbarmungslos ist"

Laser-Steuermann Philipp Buhl hat Olympia im Visier. Im YACHT-Interview reflektiert der Allgäuer seine Höhenflüge, Rückschläge und den goldenen Titeltraum

Tatjana Pokorny am 29.04.2019
Trofeo Princesa Sofía Iberostar 2019
Jesus Renedo/Trofeo Princesa Sofía Iberostar 2019

Philipp Buhl im Laser

In die vorolympische Saison 2019 ist Philipp Buhl nicht nach Plan gestartet. Zwei schwachwindige Regatten mit schwer berechenbaren, fast schon lotteriereifen Winden haben den Allgäuer Erfolgsgaranten in diesem Jahr auf dem falschen Fuß erwischt und aus dem Takt gebracht. Zwar befand sich Buhl bei den verpatzten Serien auf seinen ungewöhnlichen Plätzen stets in Gesellschaft weiterer prominenter Starter, doch das war kein Trost. Buhl selbst haben die Plätze 32 beim Weltcup vor Miami und 33 beim Spanien-Klassiker Trofeo Princesa Sofía vor allem eines gezeigt: Es läuft nach dem intensiven Wintertraining in Übersee nicht rund.

Weshalb der 29-Jährige seine Pläne kurzfristig änderte, nicht an der Weltcup-Regatta vor Genua teilnahm (bei der sich die Felder erneut mit extrem leichten Winden plagten) und sich für einige Wochen zurückzog. "Ich gehe einen Schritt zurück, damit ich dann zwei vorwärts machen kann", sagte Buhl und nahm sich die dringend benötigte Auszeit, um seinen von einer Erkältungswelle strapazierten Körper wieder in Form zu bringen, seine Hängeposition im Laser zu optimieren und an einigen weiteren Stellschrauben zu drehen.

Was die Pause für Kopf und Körper des Weltranglisten-Dritten wert war, will der WM-Bronzemedaillengewinner von 2018 idealerweise bei der Laser-Europameisterschaft vom 18. bis zum 25. Mai in Portugal zeigen. Vor Porto wird die gesamte Weltelite im Laser zum Kampf um die kontinentale Krone und EM-Medaillen erwartet. Das Revier scheint wie für Buhl gemacht: Ein langer Atlantikschwell und Gewässer, die aufgrund des oft frischen Windes auch bei Surfern beliebt sind, dürften der deutschen Nummer eins im Laser entgegenkommen.

Im zehnten Jahr seiner Zugehörigkeit zum Seniorenfeld und 455 Tage vor Beginn der XXXII. Olympischen Sommerspiele zieht Philipp Buhl im großen Interview mit der YACHT eine Zwischenbilanz seiner erfolgreichen Karriere, deren Vollendung er ins Visier genommen hat. Der als außerordentliche Fairplayer bekannte Athlet vom Segelclub Alpsee-Immenstadt, der inzwischen auch für das NRV Olympic Team startet, sagt: "Ich empfinde es als Privileg, auf diesem Niveau segeln zu dürfen." Die Rückschläge zu Saisonbeginn ändern nichts an seinem erklärten Ziel: "Ich will Weltmeister oder Olympiasieger werden." An seine Chance dazu glaubt der 1,87 Meter große Segler "hundertprozentig".

Wer seine Vorbilder sind, wie er mit dem wachsenden Druck umgeht und was Jochen Schümann für ihn tun kann, das verrät Buhl im Interview mit der YACHT, zu lesen in der Nummer 10, die ab Donnerstag auch am Kiosk zu kaufen ist.

Tatjana Pokorny am 29.04.2019

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