Segeln olympisch

Finale vom Winde verweht, Schmidt/Boehme bestes DSV-Team

Gelungenes Comeback für Justus Schmidt und Max Boehme: Die Kieler 49er-Crew tankte mit Platz fünf in Spanien viel Selbstbewusstsein

Tatjana Pokorny am 06.04.2019
Marit Bouwmeester
Jesus Renedo/Sailing Energy

Am Finaltag herrschte in der Bucht von Palma de Mallorca fast der Ausnahmezustand. Nicht alle Medaillenrennen konnten ausgetragen werden. Hier eine sehenswerte Szene mit der niederländischen Olympiasiegerin Marit Bouwmeester, die in Spanien Silber gewann

Die 50. Jubiläumsauflage des Spanien-Klassikers Trofeo Princesa Sofía Iberostar ging am Samstag stürmisch zu Ende. Die Medaillenrennen in den Disziplinen 49er, 49erFX und Nacra 17 konnten aufgrund des hohen Wellengangs in der Bucht von Palma de Mallorca im Gegensatz zu den anderen Finalläufen nicht mehr ausgetragen werden. Die Freude von Justus Schmidt und Max Boehme trübte das wenig. Die 49er-Crew vom Kieler Yacht-Club hat mit Platz fünf das beste deutsche Ergebnis in der Bucht von Palma ersegelt. Nach fast zweijähriger Pause und intensiven fünf Trainingsmonaten auf mehreren Kontinenten konnten Schmidt/Boehme an ihre frühere Form anknüpfen und sich souverän in der Weltspitze platzieren. "Das freut mich wirklich sehr für die beiden", sagt Bundestrainer Marc Pickel, "sie haben enorm hart gearbeitet und viel investiert. Schön, wenn sich das dann so auszahlt."

Trofeo Princesa Sofía Iberostar 2019

Wieder zurück in der 49er-Weltspitze: Justus Schmidt und Max Boehme aus Kiel

Auch mit dem Gesamtergebnis des 49er-Teams war Pickel zufrieden. Zwar hatten sich die Miami-Sieger und Rio-Bronzemedaillen-Gewinner Erik Heil und Thomas Plößel als Dreizehnte nicht in den Top Ten platzieren können, sich aber laut Bundestrainer konstant verbessert. "Man muss bedenken, dass Erik und Thomas unter allen Spitzenteams aufgrund ihrer Studienverpflichtungen diejenigen sind, die zuletzt am wenigsten Zeit auf dem Wasser verbringen konnten. Aber wir sind auf dem richtigen Weg und das Ziel bleibt unverändert: Gut ist es erst, wenn wir bei Olympia im kommenden Jahr eine Medaille gewinnen. Der Weg dahin stimmt schon einmal."

Mit starken Ergebnissen, aber auch einer außergewöhnlich großen Portion Pech fielen bei der 50. Auflage der spanischen Serie mit mehr als 1200 Aktiven auch 67 Ländern die Kieler Nacra-17-Segler Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer auf. Sie selbst nahmen ihre Rückschläge tapfer hin. Mit zwei Tagessiegen und drei dritten Rängen hatte das Duo beeindruckt, die Rückschläge hatten sie nicht selbst zu verantworten. Eine Plastiktüte am Ruder, ein gerissener Trapezhaken und eine von den mehrfachen italienischen Weltmeistern Tita/Banti verursachter Crash ließen die als Spitzenreiter in die Regatta gestarteten Kohlhoff/Stuhlemmer am Ende mit dreimal voller Punktzahl am Ende nicht über Platz elf hinauskommen. Der trockene Kommentar: "Werft uns den Wölfen zum Fraß vor – wir kommen zurück und werden das Rudel anführen."

Trofeo Princesa Sofìa 2019

Die Nacra-17-Flotte in der Bucht von Palma

Mit jeweils zwei Crews unter den Top Ten wussten sich auch die deutschen 49erFX-Crew Tina Lutz/Susann Beucke (7., Chiemsee Yacht-Club/Hannoverscher Yacht-Club) und Vicky Jurczok/Anika Lorenz (9., Verein Seglerhaus am Wannsee) sowie die 470er-Seglerinnen Frederike Loewe/Anna Markfort (8., Verein Seglerhaus am Wannsee/Joersfelder SC) und die jungen Hamburger Schwestern Luise und Helena Wanser (9., NRV Olympic Team) zu behaupten. Für die Wanser-Schwestern war es das erste Medaillenfinale bei einer großen Regatta im olympischen Seriorenfeld. Dabei spielten sie ihre Leichtwind-Stärke souverän aus.

Trofeo Princesa Sofìa 2019

Neunte nach ihrem ersten Medaillenrennen bei einer großen Senioren-Regatta mit allen Stars der 470er-Szene: die Hamburger Seglerinnen Luise und Helena Wanser vom NRV Olympic Team

Enttäuscht musste sich Laser-Steuermann Philipp Buhl aus Palma de Mallorca verabschieden. Als 33. beendete der 29-jährige Weltranglisten-Dritte vom Segelclub Alpsee-Immenstadt die Regatta deutlich unter Wert geschlagen, erhielt aber Zuspruch von vielen Seiten. DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner, die sich auf Mallorca für die erfolgreichen Teammitglieder freute, sagte: "Philipp hat seine Weltklasse schon so oft unter Beweis gestellt. Man kann auch als verlässlicher Leistungsgarant eine unglückliche Serie erleben. Ich bin überzeugt, dass er schon sehr bald zu seiner Stärke zurückfindet und zeigen wird, was ihn auszeichnet."

Hier geht es zu den Ergebnissen

Trofeo Princesa Sofìa 2019

Verpasste bei seinem Comeback als Zwölfter das Medaillenrennen, ließ aber schon wieder aufhorchen: Doppel-Olympiasieger Robert Scheidt aus Brasilien

Trofeo Princesa Sofía Iberostar 2019

Philipp Buhl im Einsatz vor Mallorca: Der Allgäuer musste sich unter Wert geschlagen geben

Tatjana Pokorny am 06.04.2019

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