Segeln olympisch

Erst Gold, jetzt Silber: Jurczok/Lorenz in Top-Form

Vicky Jurczok und Anika Lorenz haben ihr erstes Weltcup-Silber gewonnen, mussten sich vor Hyères nur den Olympiasiegerinnen Grael/Kunze geschlagen geben

Tatjana Pokorny am 29.04.2017
Victoria Jurczok/Anika Lorenz
Lars Wehrmann/DSV

Weltcup Hyères 2017 (1. Finaltag): Jurczok/Lorenz gewinnen Silber!

Vicky Jurczok und Anika Lorenz sind stark in die nacholympische Saison eingestiegen: Die Berlinerinnen gewannen bei der Weltcup-Regatta vor Hyères Silber, mussten sich nach Rang drei im Medaillenfinale nur den brasilianischen Olympiasiegerinnen Martine Grael und Kahena Kunze geschlagen geben, konnten sich aber souverän gegen die Britinnen Charlotte Dobson und Saskia Tidey durchsetzen. Mit insgesamt vier Tagessiegen in 13 Wettfahrten, davon drei an nur einem Tag (!), präsentierte sich die Crew vom Verein Seglerhaus am Wannsee in bestechender Form. "Es war windig heute. Wir hatten Spaß da draußen. Das hier ist unsere erste Weltcup-Medaille! Wir sind happy!", sagte Vorschoterin Anika Lorenz. 

Weltcup Hyères 2017

Mit Platz zwei beste deutsche Crew des German Sailing Teams vor Hyères: Steuerfrau Victoria Jurczok und Anika Lorenz

Nach etwas schwächerem ersten Regattatag waren die Olympia-Neunten vor Hyères immer besser in Fahrt gekommen. "Gute Starts und guter Speed waren hier unsere Schlüssel zum Erfolg", sagte die 27-jährige Steuerfrau Vicky Jurczok, die aufgrund ihrer zierlichen Figur in Seglerkreisen "Püppi" genannt wird. Für das deutsche Duo war es nach Gold bei der Trofeo Princesa Sofía Ende März bereits die zweite Podiumsplatzierung in diesem Jahr. "Uns hat die Winterpause gut getan, wir fühlen uns sehr frisch", sagte Jurczok, deren Team in dieser Saison mit dem erfahrenen Coach Dave Evans trainiert.

Die deutschen 49er-Segler dagegen haben das Finale verpasst. Zwar waren Erik Heil und Thomas Plößel bei ihrem Weltcup-Comeback ein Dreivierteljahr nach dem letzten Einsatz in Rio de Janeiro, wo sie bei den Olympischen Spielen Bronze gewonnen hatten, nach und nach besser in Fahrt gekommen. Doch für die Gesamt-Elften reichte es trotz des sehr versöhnlichen Tagessieges am Ende nicht mehr zum Einzug ins Medaillenrennen. "Es war cool, endlich wieder einmal zu racen", sagte Vorschoter Thomas Plößel, "wir waren fit und haben gute Entscheidungen getroffen. Nur am Bootsgefühl fehlte es noch ein wenig. Wir konnten unser Boot in entscheidenden Phasen noch nicht schnell genug machen. Da haben wir einige Hausaufgaben mitgenommen." Tim Fischer (Norddeutscher Regatta Verein) und Fabian Graf (Verein Seglerhaus am Wannsee) erkämpften sich mit einigen sehenswerten Ergebnissen und Trainer Max Groy Platz 14. Jakob Meggendorfer und Andreas Spranger vom Segel- und Ruderclub Simssee, die das Auftaktrennen vor Hyères gewonnen hatten, beendeten die Serie auf Platz 20.

Weltcup Hyères 2017

Als Gesamt-Elfte segelten sie knapp am Medaillenfinale vorbei: die Rio-Bronzemedaillen-Gewinner Erik Heil und Thomas Plößel

Die zweite Weltcup-Regatta der Saison wird am Sonntag mit den letzten Finalrennen fortgesetzt. Laser-Steuermann Philipp Buhl hat sich nach starken Ergebnisschwankungen in dieser Woche mit einem gelungenen Schlussspurt und den Rängen 6 und 4 als Siebter für das Finale qualifiziert. Dabei verdrängte er mit dem Neuseeländer Sam Meech noch den Bronzemedaillengewinner von Rio auf Platz zehn. Silbermedaillengewinner Tonci Stipanovic verpasste den Einzug ins Finale als Elfter. Olympiasieger Tom Burton startet am Sonntag als Gesamt-Fünfter nach zehn Wettfahrten ins Medaillenrennen. In Führung liegt der Italiener Francesco Marrai.

Weltcup Hyères 2017

Agierte am Vorschlusstag der Lasersegler souverän und erfolgreich: Philipp Buhl rückte vor dem Medaillenfinale auf Platz sieben vor

Buhls Coach Alex Schlonski sagte in Frankreich: "Heute hat Philipp es besonders gut gemacht. In relativ konstanten Winden um 15 bis 16 Knoten ist er sehr gut gestartet. Er hatte super Speed und ist auch nicht zu viel Risiko eingegangen." Auch Buhl war zufriedener als in den vergangenen Tagen: "Die Rennen heute haben mehr Spaß gemacht als die, in denen der Glücksfaktor in den extrem drehenden Winden ein bisschen sehr hoch war. Heute herrschten Premium-Bedingungen mit Sonnenschein, schöner Welle und auflandigen drei bis vier Beaufort. Mir war es sehr wichtig, wieder an die Top-Gruppe ranzukommen. Das ist gut gelungen."

Während sich die deutschen 470er-Frauen Frederike Loewe und Anna Markfort vom Verein Seglerhaus am Wannsee als Neunte ebenfalls fürs Medaillenrennen am Sonntag qualifizieren konnten, teilten Matti Winkel und Matti Cypra vom Plauer Wassersportverein das Schicksal von Erik Heil und Thomas Plößel: Sie verpassten den Einzug ins Finale als Elfte knapp. Laser-Radial-Steuerfrau Svenja Weger meldete sich nach ihrer Schulter-Operation und langer Verletzungspause als Vierzehnte optimistisch ins Weltcup-Geschenen zurück.

Hier geht es zu den Ergebnissen

Weltcup Hyères 2017

Segelten als dritte deutsche Crew ins Medaillenfinale: Frederike Loewe und Anna Markfort – nach zehn Rennen Neunte

Tatjana Pokorny am 29.04.2017

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