Segeln olympisch

"Endlich Klarheit!": Olympia 2020 findet 2021 statt

Es ist ein historisch einmaliger Vorgang: Die XXXII. Olympischen Spiele wurden aufgrund der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben. Was die Athleten sagen…

Tatjana Pokorny am 24.03.2020
Heil/Plößel Bronze 49er
Sailing Energy/World Sailing

Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro waren ihre überragenden Leistungen Bronze wert. In diesem Sommer wollten Erik Heil und Thomas Plößel als amtierende WM-Dritte erneut um eine Olympia-Medaille kämpfen. Nach der Verlegung der Spiele auf 2021 hofft das Erfolgs-Duo nun auf einen passenden Kurs

Nur zwei Tage nach der angekündigten Bedenkzeit von maximal vier Wochen haben die japanischen Gastgeber, das Internationale Olympische Komitee (IOC) und sein deutscher Präsident Thomas Bach infolge der Corona-Pandemie die finale Verschiebung der XXXII. Olympischen Spiele angekündigt. Im IOC-Presse-Statement hieß es am Dienstag zum neuen Austragungstermin: "Nach 2020, aber nicht später als Sommer 2021." Das genaue Austragungsdatum bedarf weiterer Abstimmungen, etwa mit dem Weltverband der Leichtathleten, dessen Weltmeisterschaft 2021 vom 6. bis zum 15. August geplant ist. Die Verantwortlichen haben bereits ihre Bereitschaft zur Verlegung signalisiert. Auch die 19. Schwimmweltmeisterschaften 2021 im japanischen Fukuoka (16. Juli bis 1. August) müssen bei der Neuterminierung der Olympischen Spiele berücksichtigt werden.

Für die internationale Athleten-Gemeinschaft, aber auch für die Veranstalter, Partner und Gäste aus aller Welt bedeutet die Entscheidung der Verschiebung der Olympischen Spiele vor allem weniger Unsicherheit. "Sie bringt endlich Klarheit und bessere Planbarkeit, das ist super", sagt 49er-Vorschoterin Susann Beucke aus Strande. Mit einem Augenzwinkern fügt die mit Tina Lutz (Chiemsee Yacht Club) nach zwei von drei Regatten in der nationalen Olympia-Ausscheidung führende Kaderseglerin vom Hannoverschen Yacht-Club hinzu: "Ärgerlich ist nur, dass wir extra eine 29 im Segel haben, weil wir beide bei den Olympischen Spielen in diesem Jahr 29 Jahre alt gewesen wären. Die müssen wir dann wohl durch die 30 ersetzen."

Weltmeisterschaft 49erFX in Auckland 2019

Noch steht die 29 im FX-Segel von Tina Lutz und Susann Beucke. Sie wird voraussichtlich bald einer 30 weichen…

Auch der Allgäuer Laser-Weltmeister Philipp Buhl begrüßt die Verschiebung des Olympia-Gipfels auf 2021. Der Steuermann vom Norddeutschen Regatta Verein sagt: "Das ist meine Wunschlösung. Sie bedeutet mehr Zeit, kein Chaos. Weltweit können erst Ruhe und Ordnung einkehren. Dann können wir nächstes Jahr wieder neu aufbauen und uns alle gut vorbereiten."

Laser Worlds 2020 vor Melbourne

Hätte als Weltmeister Kurs auf Olympia 2020 genommen, kann aber auch sehr gut mit dem neuen Austragungstermin 2021 leben und begrüßt die Verschiebung in der Corona-Pandemie: Laser-Steuermann Philipp Buhl

Etwas schwieriger stellt sich die Lage für die WM-Dritten im 49er dar: Erik Heil und Thomas Plößel hatten im vergangenen Jahr segelsportlich pausiert, ihre Studien vorangetrieben und waren dann im Spätsommer wieder ins olympische Geschehen eingestiegen. Mit durchschlagendem Erfolg: Bei der WM 2019 gewannen Heil/Plößel Silber, konnten die Klassendominatoren und America's-Cup-Verteidiger Peter Burling und Blair Tuke aus Neuseeland auf Augenhöhe fordern. Anfang 2020 bewiesen Heil/Plößel mit WM-Bronze und dem vorzeitigen souveränen Sieg in der nationalen Olympia-Ausscheidung, dass mit ihnen auch bei den Olympischen Spielen im Sommer 2020 im Kampf um die Medaillen zu rechnen sein würde. Doch nun sind die Spiele um ein Jahr vertagt.

Ehrung Buhl, Heil und Plößel im NRV

Gerade erst für den WM-Titel im Laser und WM-Bronze im 49er gemeinsam im Norddeutschen Regatta Verein geehrt: Philipp Buhl (M.), Erik Heil (l.) und Thomas Plößel (r.)

Das könnte vor allem für Steuermann Erik Heil ein Problem werden, der nach dem Sommer 2020 sein Medizin-Studium fortsetzen wollte. Für den 30-jährigen Berliner, der 2016 bei Olympia unter Rio de Janeiros Zuckerhut mit Thomas Plößel eine umjubelte Bronzemedaille gewann, kommt es nun darauf an, wie die auf 2021 verlegten Olympischen Spiele angesteuert werden: Bleibt es bei den bereits ersegelten Qualifikations-Entscheidungen und Zwischenständen oder muss womöglich aufgrund des neuen Olympiajahres eine neue, früh einsetzende Qualifikation her? Vieles spricht dafür, dass die bislang ersegelten Ergebnisse auch weiter gelten. Finale Entscheidungen dazu müssen aber erst zwischen dem vorschlagenden Deutschen Segler-Verband (DSV) und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) abgestimmt werden, bevor sie bekanntgegeben werden können. Informationen dazu soll es in Kürze geben.

Hempel World Cup Series Miami 2019

Sind gespannt auf den Kurs, auf dem es zu den Olympischen Spielen 2021 gehen soll: Erik Heil und Thomas Plößel

Tatjana Pokorny am 24.03.2020

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