Olympia

"Eine unglaubliche Reise"

Paul Kohlhoff und Carolina Werner waren die jüngsten DSV-Starter in Rio. Zurück in Deutschland, ziehen sie ihre Bilanz der vergangenen Jahre

Uwe Janßen am 24.08.2016
Kohlhoff/Werner

Paul Kohlhoff und Carolina Werner in Aktion

Mit 21 und 22 Jahren waren Paul Kohlhoff und Carolina Werner aus Kiel die jüngsten deutschen Segler in Rio – insbesondere für die Neulinge waren die Olympischen Spiele ein gigantisches Erlebnis. Nach der Heimkehr lässt die Nacra-17-Crew ihren Weg zu den Spielen und die Ereignisse von Brasilien Revue passieren und blickt gleich voraus in die Zukunft: 2020 ist Tokio. Für diese nächste Herausforderung haben sie seit Kurzem neue Vorbilder – es sind Kollegen.

Ihre Olympia-Bilanz im Wortlaut:

Eine unglaubliche Reise liegt hinter uns. Eine Reise, die uns durch zehn Länder auf drei Kontinenten geführt und insgesamt mehr als 500 Tage im Ausland hat verbringen lassen. Die vergangenen 32 Monate haben uns nach Rio geführt, zu den Olympischen Spielen und dem größtmöglichen Sportereignis auf dieser Welt.

Unser Ziel war es zunächst, die Qualifikation zu schaffen und dann all das Vertrauen zurückzuzahlen, das uns in diesen ereignisreichen Monaten entgegengebracht worden ist und ein gutes Ergebnis erzielen.
Ersteres ist uns gelungen, wenn auch nur im letzten Moment und nach dem härtesten vieler Rückschläge während der zweiten Hälfte unserer Qualifkationsserie, als wir zunächst vor Clearwater, Florida und dann vor Hyères, Frankreich nicht an unsere Leistungen der vergangenen Saison 2015 anknüpfen konnten und die vorgegebenen Kriterien für die Teilnahme an den Olympischen Spielen nicht erfüllten.

Kohlhoff/Werner

Daumen hoch! Es war ein Riesen-Erlebnis, nur das Ergebnis stimmte nicht ganz

Doch wir schafften es, dank eines großartigen Teams im Hintergrund, bestehend aus Familien, Freunden, Unterstützern, Trainern und dank des Deutschen Segler-Verbands, der an die jungen Nacra-17-Crews und ihr Potenzial glaubte und beiden Teams nach Nicht-Erfüllung der Olympia-Kriterien eine letzte Chance gab, die wir erfolgreich nutzten.

Unser zweites Ziel jedoch konnten wir nicht erreichen, denn unser 13. Platz in Rio fühlt sich wie eine große Niederlage an, da so viel mehr möglich gewesen wäre. Alle Beteiligten haben einen herausragenden Job gemacht, es hat an nichts gemangelt, und die Organisation und Planung für das Deutsche Segel-Olympiateam in Rio war fehlerlos, wofür wir uns an dieser Stelle ganz besonders bedanken möchten. Wir sind stolz darauf, Teil des Teams gewesen sein zu dürfen und wollen es in Zukunft wieder sein.

Es fällt uns schwer, diese Fülle an Ereignissen aus den letzen Monaten in Worte zu fassen und sie zu begreifen. Fest steht, dass wir die Zeit unheimlich genossen und unser Bestes gegeben haben, auch wenn wir am Ende aus unserer Sicht leider nicht ansatzweise unser Können unter Beweis stellen konnten.

Rio hat uns unglaublich viel gelehrt, jetzt gilt es Schlüsse zu ziehen und alles zu verarbeiten, um in den kommenden Wochen und Monaten Pläne über unsere Zukunft im privaten sowie sportlichen Bereich zu schmieden. Zunächst bleibt einerseits abzuwarten, was der internationale Segel-Verband World Sailing bezüglich Bootsklassen für 2020 entscheidet, außerdem erwarten wir gespannt Neuigkeiten von Seiten des Deutschen Segler-Verbands, der in dieser Zeit eine Umstrukturierung des Olympischen Segelsports vornimmt und einige Änderungen ankündigt, die hoffentlich zu deutschem Erfolg 2020 in Japan beitragen werden.

Kohlhoff/Werner

Action vor Rio: "Wir haben unser Bestes gegeben"

Die letzten Tage in Rio und dem Olympischen Dorf haben uns trotz unserer Leistung sehr viel Freude bereitet. Es war eine unglaubliche Erfahrung, und wir sind allen Verantwortlichen und dem Team enorm dankbar für den super Spirit und diese (vorerst) einmalige Chance.

Ganz besonders möchten wir die Leistung unserer 49er-Teamkollegen Erik und Thomas hervorheben: Mit einer sauberen Serie und unglaublichen Woche haben die beiden endlich wieder einmal eine deutsche Segel-Medaille mit nach Hause gebracht. Wir alle sind unglaublich stolz auf ihren Erfolg und nutzen sie als Vorbilder für die Jahre, die nun vor uns liegen.

Uwe Janßen am 24.08.2016

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