Segeln olympisch

Der Schlüssel liegt im Kopf

Laser-Ass Philipp Buhl und RS:X-Surfer Toni Wilhelm starten am Montag in die Olympia-Regatta. Beide gehen mit großen Zielen in ihre Serie

Tatjana Pokorny am 07.08.2016

24 Stunden vor seiner Olympia-Premiere ruht Laser-Steuermann Philipp Buhl in Rio in sich selbst und bereitet sich auch mental auf seine erste Olympia-Regatta vor. Im ausführlichen Gespräch mit YACHT online redet er voller Vorfreude über seine Vorbereitungen, das umstrittene Olympia-Revier und einen wichtigen Rat seines Vorgängers Simon Grotelüschen, der 2012 bei den Olympischen Spielen Sechster wurde und das abschließende Medaillenrennen gewinnen konnte.

OS 2016

Philipp Buhl kurz vor seinem Einstieg in die Olympia-Regatta am Montag

"Simon hat mich darauf hingewiesen, dass der fokussierte Einstig in die olympische Regatta sehr wichtig ist. Er meint, dass er damals zum Auftakt nicht ideal aktiviert war", erzählt Buhl. Vor vier Jahren hatte Grotelüschen wichtige Punkte liegen gelassen, die ihm später zur Medaille fehlten. "Man muss das richtige Aktivierungs-Niveau treffen. Das ist der Schlüssel. Denn Segeln können hier ja alle", sagt Buhl. Darin bestärkte ihn Teamkamerad Toni Wilhelm, der Buhl nach einem Training im Olympia-Revier am Samstag erzählt hatte, dass er draußen erst von dröhnenden Hubschraubern und dann auch noch von lauten Mikrofon-Tests in eine geradezu "aufgepumpte" Stimmung versetzt wurde, die er nun liebend gern mit in seinen dritten Olympia-Start nehmen wird. Wilhelm war vor vier Jahren als Dritter ins Medaillenfinale der RS:X-Surfer gestartet, verlor aber die erhoffte Bronze-Medaille, weil das Rennen nicht nach Plan verlief, und wurde Vierter. "Jetzt zehre ich von meinen negativen und positiven Erfahrungen und kann den Start kaum abwarten. Ich fühle mich fitter als jemals zuvor."

Olympische Spiele 2016

Trainer Thomas Piesker, Laser-Steuermann Philipp Buhl und Berater-Vater Friedl Buhl einen Tag vor dem ersten Startschuss für die Lasersegler und die RS:X-Flotte

Olympische Spiele 2016

Spartanisch, aber zweckmäßig und ausreichend: Das Zimmer von Philipp Buhl und Toni WIlhelm in einem der beiden Apartments, in denen die deutschen Olympiasegler im 17. Stock von Haus 22 im Olympischen Dorf wohnen

Während sich Wilhelm mit seinem Trainer Pierre Loquet auf den Start morgen vorbereitete, hatte sich am Sonntag auch Philipp Buhl noch einmal mit seinem Trainer Thomas Piesker und seinem Vater und Berater Friedl Buhl besprochen. Nach Vorhersage von Wetter-Berater Meeno Schrader, der die deutschen Olympia-Segler vor Ort berät, wird es voraussichtlich für Rio ungewöhnliche Winde aus östlicher Richtung geben, die in der Bucht mit rund zehn Knoten, etwas weiter draußen mit rund 15 Knoten wehen sollen.

Weltcup Weymouth 2016

Toni Wilhelm fühlt sich vor dem "fitter denn je" und freut sich auf den ersten Startschuss am Montag

Olympische Spiele 2016

Wiedervereinigung in Rio: Philipp Buhl mit Schwester Angela, die mit dem Fahrrad um die halbe Welt gefahren ist, um ihren kleinen Bruder bei den Olympischen Spielen zu treffen und anzufeuern. Im Hintergrund ist Schwester Coletta zu sehen

OS 2016

Am Montag voraussichtlich im Live-Stream der ARD zu sehen: RS:X-Surfer Toni Wilhelm

Die ARD wird voraussichtlich und entsprechend der Planungen der Gastgeber die Rennen der RS:X-Surfer auf dem Binnenkurs Paõ de Azucar ab 18 Uhr im Live-Stream übertragen. Eindrücke von den Laser-Wettfahrten wird es nach aktuellem Stand im deutschen Fernsehen erst mit Verspätung geben, weil vom Laser-Kurs Escola Naval am ersten Tag seitens der Organisatoren keine Live-Übertragung geplant ist.

Philipp Buhl ist nach seiner Vorbereitungszeit in Rio so begeistert von der olympischen Idee, dass er seinem jungen deutschen Teamkameraden Theo Bauer in die Heimat berichtete, dass er wohl in vier Jahren noch einmal versuchen wolle, an den Spielen teilzunehmen. Talent Bauer, der für 2020 eine eigene Teilnahme an den Olympischen Spielen anpeilt, gab Buhl darauf grinsend zur Antwort: "Worin willst du dann teilnehmen? Im Bogenschießen?"  

Toni Wilhelm

Eine Szene von den Olympischen Spielen in Weymouth: Toni Wilhelm war als Dritter ins Medaillenrennen gestartet, verpasste das erhoffte Edelmetall aber als Gesamt-Vierter knapp und hat seitdem mit Olympia noch eine sportliche Rechnung offen

Tatjana Pokorny am 07.08.2016

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