Segeln olympisch

Der Doppelschlag der Wanser-Schwestern

Mit zwei Tagessiegen ließen es die 470er-Seglerinnen Luise und Helena Wanser vom NRV Olympic Team im prominent besetzten Palma-Feld am Mittwoch krachen

Tatjana Pokorny am 03.04.2019
470er-Segeln olympisch
Lars Wehrmann/German Sailing Team

Über zwei Tagessiege in Folge freuten sich die Hamburgerinnen Luise und Helena Wanser im 470er

Sie gelten als Leichtwindspezialistinnen und hatten im Training schon vor dem ersten Startschuss die internationale 470er-Prominenz einige Male stehen lassen. Jetzt ist Luise und Helena Wanser vom NRV Olympic Team das Kunststück auch beim Spanien-Klassiker Trofeo Princesa Sofía Iberostar gelungen. Am Mittwoch glänzten die 21-jährige Steuerfrau aus Hamburg und ihre 20-jährige Schwester in der Bucht von Palma de Mallorca mit zwei Tagessiegen in Folge. Damit katapultierten sich die Hamburgerinnen nach insgesamt sechs von zehn Wettfahrten bis zum Medaillenrennen auf Platz vier der 470er-Frauenflotte. 

470er-Segeln olympisch

Bei Leichtwind eine Macht: Luise und Helena Wanser im 470er

"Die beiden sind bei Leichtwind absolute Weltklasse. Bei mehr Wind fehlt etwas Gewicht", weiß NRV-Geschäftsführer Klaus Lahme, der die Crew gut kennt. Die Schwestern sind seglerisch im Opti auf der Alster groß geworden und trainieren aktuell im Junioren-Team mit Coach Ulf Lehmann in Warnemünde. "Der Tag heute hat Spaß gemacht", berichtete Steuerfrau Luise Wanser nach den gelungenen Rennen. "Wir waren schon die letzten Tage extrem schnell, sind aber nicht so ideal gestartet. Darauf haben wir heute den Fokus gelegt." Offensichtlich mit großem Erfolg. Ihre Teamkameradinnen Frederike Loewe und Anna Markfort liegen zur Halbzeit der 50. Jubiläumsauflage der Regatta auf Platz elf, die NRV-Crew Fabienne Oster und Anastasiya Winkel auf Platz 17.

Ebenfalls ein Tagessieg gelang der 25-jährigen Laser-Radial-Steuerfrau Svenja Weger vom Potsdamer Yachtclub, die sich damit in der Hauptrunde auf Platz neun verbesserte, während an der Spitze ihres Feldes Top-Seglerinnen wie Anne-Marie Rindom aus Dänemark, die belgische Weltmeisterin Emma Plasschaert, die Amerikanerin Erika Reineke und Olympiasiegerin Marit Bouwmeester um die Führung ringen.

German Sailing Team

Svenja Weger stürmte in der sechsten Wettfahrt der Laser-Radial-Flotte zu ihrem ersten Tagessieg

Sailing World Championships 2018

Tim Fischer und Fabian Graf

Bei den 49er-Seglern gelang drei deutschen Crews am Mittwoch der Sprung in die Goldflotte: Tim Fischer und Fabian Graf (NRV/VSaW) ziehen als Achte in die Hauptrunde ein, Justus Schmidt und Max Boehme als Elfte. Auch die am Vortag noch nicht in Fahrt gekommenden Rio-Bronzemedaillen-Gewinner Erik Heil und Thomas Plößel überstanden den harten 49er-Cut, der nur die besten 25 Crews passieren lässt, am Ende souverän. Die Miami-Gewinner ersegelten am Mittwoch die Ränge 13, 2 und 5 und zogen als 21. in die Hauptrunde ein.

Trofeo Princesa Sofía 2019

Nach sechs Wettfahrten im 49er Dreizehnte: Auch die Überflieger und Olympiasieger Peter Burling und Blair Tuke müssen sich in den leichten Winden vor Mallorca strecken. Die eher schwere Crew kommt zwar aus dem sommerlichen Neuseeland und hat dort zuletzt viel trainiert, doch die alte Dominanz der Kiwis ist (noch) nicht wieder erreicht

Für die so fulminant in die Serie eingestiegenen Kieler Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer war es ein durchwachsener Regattatag, den die deutsche Nacra-17-Crew mit Rang 23 eingeläutet, sich dann aber mit den Rängen 13 und 6 konstant verbessert hatte. Im Gesamtklassement liegt das dynamische norddeutsche Duo nach neun Rennen auf Platz vier und wahrte seine Medaillenchancen.

Trofeo Princesa Sofía 2019

45 Jahre alt und noch lange nicht regattamüde: Doppel-Olympiasieger Robert Scheidt liegt bei seinem Laser-Comback zur Halbzeit auf Platz neun

Nicht gut zurecht gekommen mit den Bedingungen ist am Mittwoch Laser-Steuermann Philipp Buhl, der mit den Rängen 19 und 56 bis auf Platz 40 zurückfiel und nun einen sehr weiten Weg zurückzulegen hat, wenn er in den verbliebenen vier Rennen bis zum Medaillenfinale noch in die Top Ten segeln will. Den Weltranglisten-Dritten selbst erinnert der Verlauf an den zu Jahresbeginn verpatzten Weltcup-Auftakt vor Miami, für ihn ist es fast ein Déjà-vu. Buhl sagte mit Blick auf die auch in Spanien anhaltenden leichten Bedingungen: "Ich wünsche mir wirklich mal wieder ein bisschen mehr Wind statt dem Gewürge hier." Segelbar seien die Bedingungen allerdings gewesen, darauf wolle er seine schwachen Ergebnisse nicht schieben. Das aktuelle Mallorca-Problem des Allgäuers: Er hatte sich zum Auftakt  der Regatta mit einem Frühstart belastet und muss daher nun die schwer wiegenden 56 Punkte aus der missglückten Wettfahrt am Mittwoch in die Wertung einbringen. Für die kommenden beiden Tage ist sein Motto klar: "Ich versuche ab Donnerstag einen Neustart ohne Blick auf die Ergebnisse. Jeder Platz ist wichtig und theoretisch ist auch das Medaillenrennen noch möglich, obwohl es dafür ab jetzt schon ideal laufen müsste."

Trofeo Princesa Sofía 2019

Nicht zufrieden mit dem Verlauf seiner Regatta: Philipp Buhl

Tatjana Pokorny am 03.04.2019

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