Segel-Weltmeisterschaft

"Das sind Kieler-Woche-Bedingungen"

Am Sonntag ging es für die DSV-Segler bei der WM in Aarhus aufwärts. Nach einigen schweren Dämpfern vom Vortag konnten vor allem die 49er-Segler glänzen

Tatjana Pokorny am 05.08.2018
Segel-Weltmeisterschaft 2018
Sailing Energy/World Sailing

Die futuristische Kulisse vom Hafenviertel Aarhus Ø: Hier segelten die 49er am Sonntag auf dem Stadionkurs vor Publikum auf der Haupttribüne

Die deutschen Skiffsegler segelten am Sonntag in der Bucht von Aarhus in ihrem Element. Mochten andere in den schwierigen drehenden Bedingungen und Böen auch kentern, sie kamen durch. Und das mit Bravour. Das beste Gesamtergebnis gelang Tim Fischer und Fabian Graf (Norddeutscher Regatta Verein/Verein Seglerhaus am Wannsee). Das Duo rückte mit den Rängen 5 und 4 auf Platz 7 vor. Nur einen Platz dahinter lagen nach fünf Wettfahrten die Rio-Bronzemedaillen-Gewinner Erik Heil und Thomas Plößel (Norddeutscher Regatta Verein). Die Berliner holten am Sonntag den einzigen deutschen Tagessieg, nachdem Vorschoter Plößel schon vor den Rennen mit frohlockendem Lächeln im Gesicht konstatiert hatte: "Das sind Kieler-Woche-Bedingungen!" Was einer Kampfansage gleichkam.

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Erik Heil und Thomas Plößel holten am Sonntag den einzigen deutschen Tagessieg für das German Sailing Team

Mit zwei Crews in den Top Ten und den nach ihrem verpatzten Auftakt am Sonntag mit den Rängen 4 und 8 auch wieder gut ins Rennen gekommenen Justus Schmidt/Max Boehme (Kieler Yacht-Club) sowie Jakob Meggendorfer/Andreas Spranger (Bayerischer Yacht-Club) mit ihren Rängen 5 und 7 waren die 49er-Segler am Sonntag die erfolgreichste Flotte des German Sailing Teams. Wie es am Montag idealerweise für die 49er-Segler weitergeht, das fasste Tim Fischer zusammen: "Keine Streichergebnisse! Keine Frühstarts!"

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Tolle Studie des artistischen Einsatzes von Tim Fischer und Fabian Graf im 49er

Gleichzeitigg wahrte auch Philipp Buhl seine Chancen im Kampf um Titel und WM-Medaillen. Dass sein angekündigter Gipfelsturm kein leichter werden würde, das hat er immer gewusst. Der Sonthofener liegt nach sechs Wettfahrten auf Platz 7, hat aber guten Kontakt zur Spitze und wackelte am Sonntag mit zwei sechsten Rennen nicht. "Es war für mich kein ganz perfekter Tag, aber ein solider. Einige Konkurrenten haben heute Federn lassen müssen. Wenn ich in der Hauptrunde ab Dienstag eine gute Leistungen zeigen kann, dann ist noch alles drin." Seinen Ruhetag will Buhl am Montag im originalen Sinn nutzen: "Ich will den Kopf freikriegen und auch ein bisschen Schlaf nachholen." Der 28-Jährige hatte am Samstagabend lange wachgelegen. "Ich konnte nicht einschlafen. Aber es ist ja vielleicht auch mal eine gute Erfahrung, so heiß auf diese Regatta zu sein, dass man eben nicht in den Schlaf kommt." 

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Bleibt beim Kampf um Laser-Titel und Medaillen im Spiel: Philipp Buhl

Der Kieler Steuermann Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer erkämpften an ihrem ersten WM-Tag zwei sechste und einen elften Rang und liegen zum Auftakt auf Platz 14. Die Führung haben die italienischen Dauersieger Ruggero Tita und Caterina Banti von den argentinischen Olympiasiegern Santi Lange und Cecilia Carranza Saroli übernommen. Johannes Polgar und Vorschoterin Carolina Werner segelten mit den Rängen 9, 23 und 7 zunächst auf Platz 20.

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Paul Kohlhoff und Alica Stuhlemmer am ersten Tag der Nacra-17-WM-Serie

Für Finn-Dinghy-Steuermann Phillip Kasüske beginnt am Montag schon die Hauptrunde. Der Berliner will bei der WM nach seinem Tagessieg am Samstag und dem freien Sonntag weiter auf der Erfolgswelle segeln, startet als Neunter mit guten Chancen auf die Nationenqualifikation für die olympische Regatta in Enoshima und sogar mit Kontakt zu den Medaillenrängen in seinen WM-Endspurt.

Tatjana Pokorny am 05.08.2018

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