Laser-Weltmeisterschaft

Buhl wirft seinen Hut im Kampf um den Titel in den Ring

Philipp Buhl hat sich bei der Laser-WM zum Auftakt der Hauptrunde auf Platz drei katapultiert. Am schwarzen Tag für viele Mitfavoriten stolperte er nicht

Tatjana Pokorny am 07.07.2019
Laser Weltmeisterschaft 2019
Junichi Hirai/Bulkhead Magazine Japan

Laser-Weltmeisterschaft 2019: Philipp Buhl hat sich zwei Tage und vier Rennen vor der Entscheidung auf Platz drei katapultiert

Deutschlands erfolgreichster Lasersegler Philipp Buhl steuert bei der Weltmeisterschaft in der japanischen Miho-Bucht vor Sakaiminato wieder auf Medaillenkurs. Der Sonthofener vom Segelclub Alpsee-Immenstadt hat sich am ersten Tag der Hauptrunde nach insgesamt acht Rennen mit konzentriertem Auftritt von Platz elf auf Platz drei vorgearbeitet. In die verbleibenden beiden WM-Tage und die letzten vier Rennen startet der 29-jährige Vize-Weltmeister von 2015 mit 13 Zählern Rückstand auf den führenden australischen Olympiasieger Tom Burton.

Laser Weltmeisterschaft 2019

Der britische Doppel-Weltmeister Nick Thompson hat sich auf Platz neun vorgearbeitet, ist aber mit 53 Zählern schon doppelt so schwer belastet wie Spitzenreiter Tom Burton

"Das war bislang ein hartes Stück Arbeit, ein echter Kampf. Meine Ausgangsposition ist gut", sagte Buhl in Japan, wo er im kommenden Jahr im gut 700 Kilometer vom WM-Revier entfernten Enoshima um eine olympische Medaille kämpfen will. Für den WM-Endspurt hat er sich vorgenommen, "wenig an Punkte und Platzierungen, sondern möglichst viel an die Dinge zu denken, die mich schnell machen". Buhl wirkt in diesen Tagen aufgeräumt und fokussiert, weiß aber auch, wie dünn die Linie ist, die "Flow" und "Fehleranfälligkeit" voneinander trennt. Den bei Weltmeisterschaften herrschenden Druck erlebt er zum elften Mal seit 2009 und pariert ihn gut. Einige seiner stärksten Konkurrenten aus der riesigen Gruppe der Medaillenanwärter in dieser mit Abstand größten olympischen Klasse hielten dem Druck am Sonntag im Gegensatz zum Allgäuer weniger gut stand.

Laser Weltmeisterschaft 2019

Der Australier Matthew Wearn fiel am Sonntag auf Platz fünf zurück

"Comeback-Star" und Doppel-Olympiasieger Robert Scheidt, 46, aus Brasilien ist in den leichteren Winden mit den Rängen 14 und 30 auf Platz 13 zurückgefallen. Der stark in die WM gestartete Franzose Jean-Baptiste Bernaz kam am Sonntag mit zwei 22. Rängen in den Hafen von Sakaiminato und rutschte auf Platz vier hinter Buhl zurück. Wie breit und stark die Weltspitze im Laser besetzt ist, zeigen die Positionen der beiden Doppel-Weltmeister Nick Thompson (Großbritannien, 9.) und Pavlos Kontides (Zypern, 47.). Da kann sich die Leistung von Buhls 22 Jahre jungem Teamgefährten Nik Aron Willim mehr als sehen lassen: Der Steuermann vom Norddeutschen Regatta Verein in Hamburg liegt auf Platz 26 im Feld der 156 Starter aus 57 Nationen.

Laser Weltmeisterschaft 2019

Top-Akteur Juan Ignacio Maegli aus Guatemala liegt nach vier WM-Tagen nur auf Platz 28

Die Titelkämpfe enden am Dienstag mit den letzten beiden der insgesamt zwölf Rennen. In der Geschichte von Laser-Weltmeisterschaften konnte seit der Premiere 1974 nie ein deutscher Segler den Titel erringen. Buhl gewann bei bislang zehn WM-Einsätzen einmal Silber und zweimal Bronze (2013, 2018). Auf den ersten deutschen WM-Sieg in einer olympischen Segeldisziplin wartet das German Sailing Team seit 19 Jahren.

Hier geht es zu den Ergebnissen.

Tatjana Pokorny am 07.07.2019

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