Sailing World Cup

Buhl erkämpft Weltcup-Gold im Fotofinish

Was für ein packendes Finale! Ein halber Meter Vorsprung vor seinem Rivalen Tomasgaard reichte Philipp Buhl beim Comeback nach schwachem Start zum Triumph

Tatjana Pokorny am 10.06.2018
Sailing World Cup Finale Marseille 2018
Richard Langdon/Sailing Energy/World Sailing
Weltcup-Finale Marseille 2018

Weltcup-Finalsieger Philipp Buhl, der so knapp von ihm bezwungene Norweger Hermann Tomasgaard (l.) und der Brite Elliot Hanson auf dem Siegerpodest

Er kann es noch: Philipp Buhl hat zum ersten Mal seit seinem Weltcup-Sieg in Hyères 2016 wieder eine große Regatta gewonnen. Beim Weltcup-Finale im künftigen Olympiarevier von Marseille erkämpfte sich der Allgäuer im packenden Medaillenrennen die Goldmedaille. Dabei war der 28-Jährige am Start nicht gut weggekommen, segelte zunächst der erhofften Medaille nur hinterher. Als Zweiter mit einem Punkt hinter dem führenden Norweger Hermann Tomasgaard ins Finale gestartet, musste Buhl das Feld von hinten aufrollen. Das aber tat er zunehmend wie entfesselt. "Mein Plan A, gut zu starten und das Feld zu kontrollieren, hatte nicht wirklich geklappt", erzählte der "Bayern-Express" nach seinem Sieg lächelnd, "also habe ich mir gesagt, dass ich nun bis ins Ziel um jeden Meter kämpfen muss." Und das tat der Aktivensprecher des German Sailing Teams in mitreißender Weise.

Sailing World Cup Finale Marseille 2018

Auf dem Weg zum ersten Weltcup-Gold seit 2016: Laser-Steuermann Philipp Buhl

Weltcup-Finale Marseille 2018

Philipp Buhl mit seiner Weltcup-Goldmedaille

Nach gelungener Aufholjagd griff er den norwegischen Sparringspartner Hermann Tomasgaard auf dem letzten langen Vorwind-Abschnitt an. Fast synchron halsten beide Laser ständig hin und her. An der letzten Wendemarke vor dem kurzen Reach-Abschnitt ins Ziel ging Buhl außen um den Rivalen herum, zog mit ihm gleich und erreichte kurz vor der Ziellinie eine letzte Welle, die ihn einen halben Meter vor Tomasgaard über die Ziellinie schießen ließ. Das furiose Fotofinish fiel so knapp aus, dass die beiden Segler minutenlang auf die Entscheidung warten mussten, bis schließlich Philipp Buhl zum Sieger erklärt wurde und jubeln konnte. Davor jedoch fuhr er zum Norweger, um dem geschlagenen Gegner zu gratulieren und für ein großes Rennen zu danken.

Sailing World Cup Finale Marseille 2018

Gekämpft und gewonnen: Philipp Buhl

"Für mich ist es der erste große Sieg seit 2016. Er kommt zur rechten Zeit und bedeutet ein gutes und starkes Zeichen an die Konkurrenz. Mental war das wichtig für mich!" Buhls Trainer Alex Schlonski sagte: "Das hat er wirklich gut gelöst, auch wenn der erste Teil des Rennens nicht ganz wunschgemäß verlaufen ist. Philipp hat auf seine Chance gewartet, sie sich erarbeitet und dann auch genutzt. Dieser Sieg wird ihm zusätzlich Selbstbewusstsein geben." In eineinhalb Wochen fällt für Philipp Buhl und das German Sailing Team der Startschuss zur Kieler Woche und damit auch zur letzten Generalprobe vor der Weltmeisterschaft in den ersten beiden August-Wochen in Aarhus. Dort will Buhl auf Titeljagd gehen: "Dafür arbeite ich hart. Den Titel will ich."

Weltcup-Finale Marseille 2018

Links auf diesem schönen Bild von Marseille sind Malte Winkel und Matti Cipra mit ihrem 470er zu sehen

Im Anschluss an Buhls Glanzleistung waren Malte Winkel und Matti Cipra im Medaillenrennen der 470er-Flotte gefordert. Der 24-jährige Steuermann vom Schweriner Yacht Club und sein 25 Jahre alter Vorschoter vom Plauer Wassersport-Verein hatten sich nach herausragend gesegelter Regattawoche mit Platz drei vor dem Finale sogar eine Medaillenchance erarbeitet. Im flauen Finale aber kamen die Norddeutschen erst als Neunte ins Ziel und rutschten im Gesamtklassement noch auf Platz fünf zurück. Dennoch zog Steuermann Winkel positiv Bilanz: "Es war unser erstes Weltcup-Finale, und wir hätten sofort unterschrieben, wenn uns vorab jemand Platz fünf angeboten hätte. Natürlich ärgert man sich kurz über so ein Rennen wie dieses Finale. Insbesondere deshalb, weil wir beim ersten Startversuch deutlich auf einem Silberrang lagen, als das Rennen aufgrund eines Fehlers in der Signalgebung abgebrochen wurde. Aber das wird schnell vergessen sein. Wir hatten eine sehr gute Woche und sehen unsere Chancen positiv, bei der WM in Aarhus die Nationenqualifikation für die Olympischen Spiele 2020 erreichen zu können." Dazu wollen auch Simon Diesch und Philipp Autenrieth beitragen, für die es vor Marseille mit Platz 15 nicht ganz optimal lief.

Weltcup-Finale Marseille 2018

Malte Winkel und Matti Cipra segeln beim Weltcup-Finale mit starken Leistungen auf Platz 5

Hier geht es zu den Ergebnissen.

Tatjana Pokorny am 10.06.2018

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