Barcelona World Race
Das Ende markiert den Aufbruch

Jörg Riechers hat seine erste Weltumsegelung abgeschlossen. Die gesammelte Erfahrung soll nun beim Erklimmen des Vendée-Globe-Gipfels helfen

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert vor 6 Jahren

BWR/Mireia Perello Ehrung für Jörg Riechers und Sébastien Audigane im Barcelona World Race: Im Ziel sind sie immer noch Freunde

Kaum hat Jörg Riechers seine erste Weltumsegelung mit Co-Skipper Sébastien Audigane auf "Renault Captur" abgeschlossen, hat er bereits die nächste Herausforderung im Visier: Der Hamburger Profisegler konzentriert nun alle Kräfte auf sein großes Ziel der Teilnahme an der Vendée Globe 2016/17. Der Start bei der Nonstop-Einhand-Weltumsegelung ist bislang keinem deutschen Segler gelungen – Riechers will der erste sein, der den Gipfel der Solosegler besteigt. Die Pläne dafür hat er in den letzten Wochen auf See weiter konkretisiert. Wenn der Hamburger bereits an diesem Wochenende wieder in seiner Heimatstadt landet, will er sie Schritt für Schritt umsetzen. Erste Gespräche mit Partnern und Unterstützern sind bereits geplant.

BWR/Mireia Perello Gezeichnet von 106 Tagen im Kampf mit den Elementen und dem anfälligen Boot: Jörg Riechers nach dem Zieldurchgang vor Barcelona zwischen Erleichterung und Aufbruchstimmung

YACHT online zeigt hier noch einmal die schönsten Impressionen vom Zeitlupenfinale im Barcelona World Race, das für die deutsch-französische Crew so endete, wie es zuvor verlaufen war: holprig! Von Schlussspurt konnte für Riechers und Audigane vor dem Zieldurchgang am Donnerstag keine Rede sein. 50 Meter vor dem Ziel parkte die Mannschaft noch ein letztes Mal auf spiegelglattem Wasser ein, bevor sie die Hatz um den Globus am Mittag endlich beenden konnte.

BWR/Philipp Pawelka Große Runde um die Welt, kleines Leuchtfeuer im Ziel: Jörg Riechers und Sébastien Audigane erreichen Barcelona

Über die letzten Tage an Bord berichtete Riechers bei der Ehrung in Barcelona mit BBQ und Champagner am Donnerstagabend aber schon wieder mit Humor: "Als wir in den Atlantik segelten, ging es mit 35 bis 45 Knoten am Wind zur Sache. Wir haben uns gesagt: 'Schönen Dank auch! Das ist ja wirklich nett. Genau das, was wir uns gewünscht haben.' Es herrschten echt stürmische Bedingungen in den letzten Tagen. Um der Sache noch ein wenig mehr Würze zu verleihen, gab es an den letzten Tagen dann gar keinen Wind mehr. Drei Tage, in denen unser Hirn in scheußlichen Bedingungen durchgerüttelt wurde, gefolgt von zwei Tagen ohne Wind. Wir sagten uns: 'Wir werden Barcelona niemals erreichen.' Ich weiß nicht, was wir in unserem Leben falsch gemacht haben. Irgendeine überirdische Macht hat einfach gesagt: 'Lass uns diesen beiden Jungs ... 110 Tage um die Welt bescheren ... Lass sie nicht nach Hause kommen, bevor sie alle Vorräte auf dem Boot aufgegessen haben!"

BWR/Mireia Perello Die Gesellenprüfung für das große Ziel der Teilnahme an der Vendée Globe hat Riechers trotz vieler Rückschläge im Barcelona World Race bestanden

BWR/Mireia Perello EIne Stunde nach dem Zieldurchgang lacht Jörg Riechers entspannt. Die Zukunft kann kommen

BWR/Philipp Pawelka Befreit von den Strapazen der Weltumsegelung: Riechers und Audigane lassen in Barcelona die Champagnerkorken knallen


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Themen: BarcelonaBarcelona World RaceJörg RiechersRenault CapturSébastien Audigane

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