America's Cup
Zwangspause im Action-Thriller

Zum ersten Mal musste im 34. Duell um den America's Cup ein kompletter Renntag abgesagt werden. Die Fortsetzung folgt am Mittwoch

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 17.09.2013

ACEA / Gilles Martin-Raget Nichts geht am Dienstag, die Rennen elf und zwölf werden auf Mittwoch verschoben. Regattadirektor Iain Murray schickt die Kontrahenten heim

Die meisten Segler freuen sich über 21,1 Knoten Wind. Und auch noch ein bisschen mehr. Für die America's-Cup-Teams war das am Dienstagabend schon zu viel. Der frische Wind in der Bucht von San Francisco überschritt das offizielle Windlimit immer wieder länger als 30 Sekunden binnen der vorgeschriebenen Messperiode von 15 Minuten. Jedes Mal, wenn das geschah, musste die Wettfahrtleitung den Countdown wieder auf 15 Minuten zurücksetzen. Lange machten Regattadirektor Iain Murry und Regattamanager Harold Bennett das ärgerliche Spiel nicht mit, das sie schon am Morgen geahnt hatten und ankündigten, dass es vielleicht an diesem Tag nichts werden würde mit packenden Action-Szenen.

ACEA / Abner Kingman Ab nach Hause: Die Helis treten den Heimweg an

Eine Viertelstunde nach dem geplanten ersten Startschuss waren das Oracle Team USA und Herausforderer Emirates Team New Zealand bereits wieder auf dem Weg in den Hafen. "Der Strom wird immer stärker", sagte Iain Murray, "ich möchte, dass diese beiden Crew sicher in den Hafen kommen."

ACEA / Abner Kingman Zunder in der Luft: Der Oracle-Katamaran rast über die Bucht von San Francisco. Es hätte ein Tag neuer Rekorde werden können

Die strengen Windlimits, die je nach Stromstärke in der Bucht von San Francisco leicht variieren, müssen von der Wettfahrtleitung respektiert werden. Am Dienstag sorgte das mit knapp drei Knoten ablaufende Wasser für ein besonders niedriges Limit. Für eine Änderung wären sowohl die Zustimmung beider Cup-Finalisten als auch die der Coast Guard von San Francisco notwendig.

ACEA / Abner Kingman Emirates Team New Zealand: Schneller als der Wind. Auch die Kiwis mussten am Dienstag unverrichteter Dinge heimkehren

Ursprünglich einmal hatte Russell Coutts, Erfinder des neuen America's Cup und CEO von Oracle Team USA, großes Kino versprochen: "Die neuen Yachten vom Typ AC72 werden bei Bedingungen von drei bis 33 Knoten segeln." Das klang spannend und passte auch zum windreichen Revier zwischen Golden Gate Bridge und Alcatraz. Doch der tödliche Traningsunfall des britischen Olympiasieger Andrew Simpson am 9. Mai hat vieles verändert. Auch die Windgrenzen.

Das 34. Duell um den America's Cup wird am Mittwoch zur gewohnten "Tatort"-Zeit um 22.15 Uhr deutscher Zeit beim Stand von 7:1 für das Emirates Team New Zealand mit den Rennen elf und zwölf fortgesetzt. Die Kiwis brauchen noch zwei Punkte zum Triumph. Verteidiger Oracle Team USA muss achtmal siegen, um die verschnörkelte Silberkanne zu verteidigen.

ACEA / Gilles Martin-Raget Schauten am Dienstag in die Röhre: Die Fans im America's Cup


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der YACHT-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: America's CupEmirates Team New ZealandOracle Team USASan FranciscoWindlimit

Anzeige