America's Cup
Vrolijks "Ritterschlag": Die America's Cup Hall of Fame ruft

Die Aufnahme des Holländers ist für den 2. Juni im Hauptquartier des britischen Ineos Team UK geplant, für das Vrolijk im 36. Cup-Zyklus als Berater arbeitet

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 10.03.2020
Alinghi fehlt nur noch ein Sieg zum Einzug in den America's Cup Alinghi fehlt nur noch ein Sieg zum Einzug in den America's Cup Alinghi fehlt nur noch ein Sieg zum Einzug in den America's Cup

B. Grieser/Louis Vuitton Alinghi fehlt nur noch ein Sieg zum Einzug in den America's Cup

Alinghi Yachtkonstrukteur Rolf Vrolijk

Für Rolf Vrolijk kommt die bevorstehende Aufnahme einem überfälligen Ritterschlag gleich. Und der findet passend dazu in Portsmouth im Hauptquartier des britischen Ineos Team UK von Sir Ben Ainslie statt, für das der Holländer mit Hamburger Wurzeln und internationalem Wirkungskreis im 36. Cup-Zyklus als Berater tätig ist. Hier werden am 2. Juni drei neue Mitglieder in den Kreis wegweisender America's-Cup-Protagonisten der Herreshoff Marine Museum America's Cup Hall of Fame aufgenommen. Neben Rolf Vrolijk sind es in diesem Jahr der bekannte britische "Regelpapst" und Buchautor Bryan Willis und – posthum – der zweimalige America's-Cup-Gewinner Franklin Osgood (1828–1888), der die verschnörkelte Silberkanne 1880 mit dem Schoner "Magic" erstmals gewann und die Trophäe im Jahr darauf mit dem neuen Schoner "Columbia" erfolgreich verteidigte. Osgood war außerdem Mitglied im historisch ersten America's-Cup-Komitee des New York Yacht Club.

Harry KH/Ineos Team Uk Aktuell arbeitet Rolf Vrolijk für den erhofften Cup-Erfolg von Sir Ben Ainslie, Rennstallbesitzer Jim Ratcliffe und das Ineos Team UK

Team Alinghi America's-Cup-Triumph für Alinghi: Ernesto Bertarelli hebt die Kanne in den Himmel, das Team jubelt

Rolf Vrolijk hat mit Ernesto Bertarellis Schweizer Team Alinghi gleich mehrere Kapitel America's-Cup-Geschichte geschrieben. Die Eidgenossen gewannen die bekannteste Regatta des internationalen Segelsports 2003 in Auckland, entrissen damals den Kiwis die Kanne mit überlegenem internationalem Segelteam auf der schnellen Cup-Yacht mit der Segelnummer SUI-64. Der Sieg des Teams um Skipper Russell Coutts markierte den historisch ersten Cup-Erfolg einer europäischen Mannschaft. Vier Jahr später gelang Bertarellis Crew mit der SUI-100 die erfolgreiche Cup-Verteidigung bei der 32. Cup-Auflage vor Valencia. In beiden Fällen zeichnete Rolf Vrolijk als Chefdesigner für die Sieger verantwortlich. Erst in einem gerichtlich von den Amerikanern erzwungenen "Deed of Gift"-Duell zwischen zwei ungleichen Mehrrumpfern verlor die Schweizer Société Nautique de Genève die Kanne an Larry Ellisons Team BMW Oracle Racing vom Golden Gate Yacht Club in San Francisco.

Rolf Vrolijks Erfolgsgeschichte im America's Cup hatte schon zur Jahrtausendwende begonnen, als er die spanische Cup-Yacht "Bravo España" entworfen hatte. Zwar hatte das Team damals den Einzug ins Halbfinale des Louis Vuitton Cup verpasst, doch galt der Rumpf der Yacht unter Experten dennoch als einer der besten. Im Anschluss holte auch deswegen Ernesto Bertarelli Rolf Vrolijk als Chefdesigner in sein Dream-Team, dem ebenfalls Deutschlands erfolgreichster Segler Jochen Schümann angehörte.

Neben seinen herausragenden Fähigkeiten als Konstrukteur ist Rolf Vrolijk in der internationalen Segelwelt auch als Fairplayer und Mann der leisen Töne bekannt. So sagt beispielsweise der Neuseeländer Brad Butterworth, der mehrfacher Cup-Gewinner und America's-Cup-Hall-of-Fame-Mitglied: "Ich bin ein riesiger Fan von Rolf Vrolijk. Ich war in denselben Teams wie er, insbesondere bei Alinghi, wo er als echter Sportsmann die Ideale des Regattasports hochgehalten hat." Bekannt ist Rolf Vrolijk außerdem für viele weitere schnelle Entwürfe wie Maxis oder TP52-Racer, darunter Harm Müller-Spreers Weltmeisterin "Platoon". Die bevorstehende Neuaufnahme im Juni folgt der Hall-of-Fame-Gala im vergangenen Jahr im Robbe & Berking Heritage Centre in Flensburg, wo sich Cup-Jäger und viel Prominenz im November 2019 im stilvollen Rahmen der America's-Cup-Ausstellung getroffen und einen neuen Lieblingsort im deutschen Norden entdeckt hatten.

Ian Roman/Audi MedCup Jochen Schümann und Rolf Vrolijk


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Themen: AlinghiAmerica's Cup Hall of FameRolf Vrolijk

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