America's Cup
Verkorkster Cup, nächster Akt

Im LVC-Finale steht’s 1:1, weil gestern die Kiwis mit Defekt parkten. Der neuseeländische Edelstecker vom Samstag bleibt das Highlight

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 19.08.2013

www.americascup-com Die U-Boot-Einlage der Kiwis aus der Luft

Auch der zweite Tag des Louis-Vuitton-Cup-Finales brachte eine Schaulauf-Wettfahrt. Die wieder souverän vorn liegenden Neuseeländer mussten wegen eines elektronischen Defekts an der Hydraulik die Italiener vorbeiziehen lassen und zusehen, wie das unterlegene Team den Lauf unbedrängt fertigsegelte und damit den Punkt zum zwischenzeitlichen Ausgleich holte. Zugestiegene Techniker machten das marode Kiwi-Schiff zwar schnell wieder flott, doch ins Rennen durfte es nicht mehr zurück.

Peinlich für eine Regatta, die speziell auf Live-TV-Übertragungen zugeschnitten ist: Die jeweils zweite Wettfahrt musste an beiden Tagen verschoben werden, weil zum Start schon mehr Wind herrschte als vom Veranstalter gewünscht. Deshalb wurden für den heutigen Ruhetag zwei Wettfahrten angesetzt. Mit der Senkung des Windlimits, das je nach Strömungsrichtung und -geschwindigkeit variiert, führt sich diese Veranstaltung jedoch selbst ad absurdum, denn ab 14 Uhr Ortszeit weht es im Sommer in San Francisco gewöhnlich sehr frisch, heißt, mit 20 Knoten oder deutlich mehr. Wie sich zudem die wechselnde Tide auf das Segelprogramm auswirkt, bleibt abzuwarten. 

Gilles Martin-Raget/ACEA Unverhoffter Punkt für Luna Rossa

Man habe die AC72-Kats ursprünglich auf ein Windlimit von 33 Knoten konzipiert, hieß es. Aber nach den Kenterungen von Oracle und Artemis und dem Tod von Andrew Simpson war klar, dass nicht alle Teams fähig sind, bei solchen Winden mit diesen hochgezüchteten Booten schnell und sicher zu segeln. Die offiziell gemessene Windspitze in der Samstagwettfahrt betrug übrigens zarte 16,8 Knoten, das ist Windstärke 4+. Und am Sonntag wurden durchschnittlich 15,4 Knoten gemessen, mit Spitzen bis zu 19,9 Knoten, also 5 Beaufort. Eigentlich bester Segelwind, doch für diese foilenden Katamarane soll das nach Auffassung der Veranstalter zu viel sein. 

Gilles Martin-Raget/ACEA Prada (hinten) geigt, während die Neuseeländer parken

"Wir kamen mit gut Druck daher”, vermeldete Skipper Dean Barker nach dem spektakulären Stecker, bei dem die beiden zwei Segler über Bord gewaschen wurden. "Wir beschleunigen während der Halsen eigentlich immer ziemlich stark. Das hätten wir sicher besser machen können.”

Der Vorfall, bei dem das Boot nach vorn von den Foils gefallen war, verlief nicht zuletzt deshalb ziemlich glimpflich, weil die Neuseeländer sich beim Design des Bootes bewusst für viel Rumpfvolumen entschieden hatten. Ob die Oracle-Kats, die deutlich weniger voluminös im Bug sind und auch weniger verwindungssteif sein dürften als das neuseeländische Boot, aus so einer Situation heil herausgekommen wären, ist eine hypothetische, aber doch interessante Frage.

Kapitaler Stecker der Kiwis

Hätte sich der neuseeländische Kat überschlagen, wäre dies wohl gleichbedeutend mit einem Freifahrtschein zum America’s Cup für Luna Rossa gewesen. Vorausgesetzt, die Kiwis können ihre technischen Probleme lösen, werden die Trauben für die Italiener aber weiterhin hoch hängen."Was immer wir bekommen können, ist ein Bonus”, sagte Steuermann Chris Draper. Er fand, dass seine Truppe speedmäßig etwas näher an Team New Zealand dran sei als in den Vorrunden. Aber auch der italienische Kat ist nicht völlig fit. Die Boxencrew musste sich gestern mit einem Problem am Wing befassen.

Das weitere Programm:

Montag, 19. August, 3. Wettfahrt  (12:10/21:10 MESZ), 4. Wettfahrt (13:10/22:10)

Mittwoch, 21. August, 5. Wettfahrt (13:10/22:10), 6. Wettfahrt (14:10/23:10)

Samstag, 24. August: 7. Wettfahrt (13:10/22:10), 8. Wettfahrt (14:10/23:10)


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Themen: Chris DraperDean BarkerEmirates Team New ZealandLouis Vuitton CupLuna RossaSan FranciscoTeaser19_2013

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