America's Cup
Und der Gewinner ist … Bermuda?

Laut Presseagentur AP soll der 35. America's Cup vor Bermuda ausgetragen werden. Das hätten die Verteidiger laut anonymer Quelle beschlossen

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 23.11.2014

Robert Skinner Der 35. America's Cup vor Bermuda?

Die Meldung der Presseagentur AP lässt kaum mehr Zweifel offen: Bermuda soll den Zuschlag für die Austragung des 35. America's Cup erhalten haben. So hat es der renommierte amerikanische AP-Reporter Bernie Wilson von einem nicht genannten, aber gut informierten Insider erfahren. Der Informant wolle anonym bleiben, weil Verteidiger Oracle Team USA seine Entscheidung erst am 2. Dezember im Rahmen einer Pressekonferenz in New York offiziell bekanntgeben will. Es habe jedoch Konsultationen zwischen Rennstallbesitzer Larry Ellison und Teamchef Russell Coutts gegeben, in deren Folge die Entscheidung zugunsten von Bermuda gefallen sei.

Dies käme für viele Experten überraschend, denn Bermuda ist ein britisches Überseegebiet, während San Diego als US-Revier schon 1988, 1992 und 1995 Cup-Gastgeber war. Bislang gibt es weder von Larry Ellison noch von Russell Coutts eine Bestätigung der Aussage, die laut AP so glaubwürdig erscheint, dass Bermuda von der Nachrichtenagentur als Austragungsort ohne Fragezeichen genannt wird. Russell Coutts verwies bei Anfragen zum Thema auf die Verschwiegenheitsklausel in seinen Verträgen. Auch weitere Anfragen bei beteiligten Politikern und Entscheidern blieben bislang unbeantwortet.

Bermuda besticht mit mindestens drei guten Argumenten: einem traumhaft schönen Segelrevier rund um die Nordspitze des Bermuda-Dreiecks, dem weltweit bekannten Status als Steuerparadies, von dem alle Cup-Beteiligten profitieren werden, und sehr viel Leidenschaft für den Segelsport. Zum ersten Mal würde ein amerikanisches America's-Cup-Team die bekannteste Trophäe des internationalen Segelsports außerhalb heimischer Gewässer verteidigen. Das Schweizer Team Alinghi hatte zuvor einen ähnlichen Weg beschritten und den Cup 2007 und 2010 im spanischen Valencia ausgetragen. Dies geschah aber vor allem aus praktischen Erwägungen: Auf dem Genfer See war die Regatta nicht durchführbar.

BAR/Lloyd Images Für Großbritanniens Segelheld Sir Ben Ainslie käme die Cup-Regatta vor Bermuda einem Heimspiel gleich: Die Insel ist britisches Überseegebiet

Die Wahl Bermudas stößt nicht nur auf Jubel. Die Kritikpunkte reichen vom "logistischen Alptraum" bis hin zum Verweis der Traditionalisten auf das nicht-amerikanische Revier. Auch aus Reihen Team New Zealands war Kritik laut geworden. Die Kiwis befürchten, ihre Partner und Sponsoren könnten den Kurs mit Zielhafen Bermuda nicht mitsegeln. Der neuseeländische Wirtschaftsentwicklungsminister Steven Joyce sagte der Tageszeitung "New Zealand Herald", dass der Cup vor Bermuda die Investitionen öffentlicher Gelder schwieriger machen würde. US-Verteidigern liegen insgesamt fünf Herausforderungen vor. Mehrere der Teams haben ihre Finanzierung allerdings noch nicht gesichert. Ein Hauptgrund dafür war das bislang unbekannte Austragungsrevier, ohne das sich Verhandlungen mit Sponsoren schwierig gestalteten.

35th America's Cup Ein Verteidiger und fünf Herausforderer: Jimmy Spithill (o.l.) will die Kanne verteidigen


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Themen: America's CupBermudaRussell CouttsSan DiegoTeam New Zealand

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