America's Cup
TV-Interessen beeinflussen Cup-Regatta

Eine neue Regel sorgt für seltsame Zustände in der America's Cup Weltserie: ein Rennen zählt nur dann, wenn es fürs Fernsehen gebraucht wird

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 08.05.2016

ACEA 2016 / Sean T. Smith Schöne Schau für die Zuschauer: Jimmy Spithill und das Oracle Team USA im Heimatrevier

Zum ersten Mal seit 1920 sind America's-Cup-Teams an diesem Wochenende wieder zu Gast in New York. Das mit Spannung herbeigesehnte Kräftemessen der sechs Cup-Teams auf dem von starker Strömung und viel Schiffsverkehr geprägten Hudson River begann jedoch grau und flau.

Während hierzulande prächtiges Sommerwetter für gute Laune auf dem Wasser sorgt, legte eine hartnäckige Flaute den Auftakt zur zweiten Regatta der Louis Vuitton America's Cup Weltserie (LVACWS) in diesem Jahr weitgehend lahm. Erst mit viel Verspätung konnte ein Rennen ausgetragen werden, für das eine neue Regel greift: Die Ergebnisse zählen nur dann, wenn auch am Sonntag im Rahmen des festgelegten Zeitfensters von 14 bis 16 Uhr Ortszeit keine Rennen ausgetragen werden können. Dann werden die internationalen TV-Sender ersatzweise das Samstag-Rennen übertragen, dessen Ergebnisse in diesem Fall auch den Regatta-Ausgang bestimmen.

ACEA 2016 / Ricardo Pinto New York begrüßt die Regatta der Louis Vuitton America's Cup Weltserie im Cup-Look

Die seltsame neue Regel käme Dean Barker und seinem japanischen Team entgegen, denn der ehemalige Team-New-Zealand-Skipper und das SoftBank Team Japan gewannen das Rennen überraschend vor Artemis Racing und dem Groupama Team France. Erst dahinter erreichten mit dem Oracle Team USA, Land Rover BAR und als Schlusslicht Emirates Team New Zealand die Favoriten die Ziellinie auf dem bewegten Hudson River. Weil dieses Rennen außerhalb des vorgesehenen Zeitfensters ausgetragen wurde, gilt es als "Ersatzrennen", zählt nur, wenn die Sendeanstalten es am Sonntag als "Joker" brauchen, weil keine weiteren Wettfahrten ausgetragen werden können.

ACEA 2016 / Rob Tringali Auf dem Weg zum ersten Renntag, der nur ein "halber" wurde: Skipper Jimmy Spithill

ACEA 2016 / Rob Tringali Das SoftBank Team Japan und Land Rover BAR vor der Freiheitsstatue

Entsprechend diplomatisch äußerte sich Dean Barker über die gewonnene Wettfahrt und die neue Regel: "Wir lernen mit jedem neuen Rennen. Natürlich würden wir dieses Rennen gerne in die Wertung nehmen. Auf der anderen Seite wäre es für uns als Team genauso wertvoll, morgen wieder da rauszugehen und drei gute Rennen abzuliefern."

Bei einem Zeitunterschied von sechs Stunden soll der Startschuss für die Sonntagsrennen nach deutscher Zeit heute Abend um 20 Uhr fallen. Vorhergesagt sind 15 bis 20 Knoten Wind, also vielversprechende Bedingungen für drei spannende Rennen. ServusTV überträgt das Rennen ab 20 Uhr im Livestream hier . Außerdem berichtet ServusTV ab 23.10 Uhr auch in seinem Fernseh-Programm von den Ereignissen in New York.

Die Ergebnisse des Ersatzrennens:

1. SoftBank Team Japan (Japan, Skipper: Dean Barker)

2. Artemis Racing (Schweden, Skipper: Nathan Outteridge)

3. Groupama Team France (Frankreich, Skipper Franck Cammas)

4. Oracle Team USA (Amerika, Skipper: Jimmy Spithill)

5. Land Rover BAR (Großbritannien, Skipper: Sir Ben Ainslie)

6. Emirates Team New Zealand (Neuseeland, Skipper: Peter Burling)

ACEA 2016 / Rob Tringali Treibjagd auf dem Hudson River: das Emirates Team New Zealand folgt dem Oracle Team USA


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Themen: America's CupArtemis RacingDean BarkerEmirates Team New ZealandGroupama Team FranceHudson RiverLand Rover BARLouis Vuitton America's Cup WeltserieNew YorkOracle Team USASoftBank Team Japan

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