America's Cup

Steuermann über Bord: Artemis vergibt mögliche Führung

Riesenpech für das schwedische Team Artemis Racing: Weil Steuermann Nathan Outteridge im dritten Rennen des Tages über Bord ging, führt Neuseeland 2:1

Tatjana Pokorny am 11.06.2017
35. America's Cup
ACEA2017/Gilles Martin-Raget

Ganz einig waren sich Neuseelands Steuermann Peter Burling und Artemis-Steuermann Nathan Outteridge nach ihren ersten drei Begegnungen im Finale der Herausfordererrunde zum 35. Match um den America's Cup in der Analyse ihrer Begegnung nicht. Outteridge, der in Rennen drei über Bord gegangen war, das Missgeschick aber unbeschadet überstanden hatte, sagte nach dem Rennen: "Wenn ich in diesem letzten Rennen nicht durch die Fliehkäfte weggerutscht und über Bord gegangen wäre, dann glaube ich, dass es jetzt 2:1 für uns stehen würde." Peter Burling dagegen vertrat die Auffassung, dass sein Emirates Team New Zealand ohnehin gerade dabei gewesen sei, die Schweden erfolgreich zu attackieren und den Punkt voraussichtlich auch ohne das Pech von Outteridge gemacht hätte.

35. America's Cup

Volles Haus auf Bermuda am ersten Finaltag der Challenger Playoffs mit Artemis Racing gegen das Emirates Team New Zealand

Nathan Outteridge berichtet von der Situation, in der er über Bord ging. Und von den bangen Momenten danach, weil nicht alle Beteiligten sofort bemerkt hatten, dass der Steuermann der Schweden im Wasser war...

Die Diskussion darüber bleibt theoretischer Natur, denn das schwedische Team konnte seine "Magic Blue" nach dem unfreiwilligen Abgang von Otteridge mit fünf Männern nicht bändigen. Die unterschiedlichen Interpretationen zeigen aber, wie wichtig es beiden Steuermännern ist, ihr Team im Kampf um den Einzug ins Cup-Match gut aussehen zu lassen. Outteridge konnte am Abend schon wieder scherzen: "Wir wollen mal schauen, wie wir eine solche Situation zukünftig besser bewältigen können. Aber beim nächsten Mal bleibt die Hauptfigur besser an Bord."

Nathan Outteridge berichtet, wie er über Bord gegangen ist. Zu sehen ist auch, dass die Schweden zum Finalauftakt stark starteten

Die ersten drei Aufeinandertreffen der favorisierten Kiwis und der im direkten Vergleich überraschend starken Schweden endete mit einer 2:1-Führung der Neuseeländer. Sie profitierten im ersten Rennen davon, dass Artemis Racing sich nach dem gewonnenen Start nicht gut positionierte und einige Manöver verpatzte. "Wir sind in diesem ersten Rennen leider nicht gut gesegelt, obwohl unsere Konfiguration nach der treffenden Prognose unserer Wetterleute sehr gut war." Das galt insbesondere für das erste leichtwindigere Duell. Die Schweden waren mit ihren großen Leichtwind-Foils in die Rennen gestartet, die Kiwis mit kleineren Boards, die eher in mittleren bis stärkeren Winden Vorteile bringen. Das erste Rennen gewannen dennoch die Kiwis mit 47 Sekunden Vorsprung im Ziel. Das zweite Rennen ging an Artemis Racing. Die Schweden kreuzten die Ziellinie nach der umkämpften Auseinandersetzung, in der sie sich in Folge des Starts mit der besseren Matchrace-Leistung durchsetzten, mit 15 Sekunden Vorsprung und glichen zum 1:1 aus. Die 2:1-Führung am Abend schenkte Nathan Outteridge den Kiwis mit seinem Ausrutscher, in dessen Folge die Skandinavier aufgaben, nachdem die Neuseeländer die Ziellinie überquert hatten.

35. America's Cup

Vorteil Emirates Team New Zealand: Die Kiwis führen nach dem ersten Finaltag der Challenger Playoffs mit 2:1 gegen die Schweden. Wer zuerst fünf Siegpunkte ersegelt, darf das Oracle Team USA im 35. Match um den America's Cup fordern

35. America's Cup

So wechseln die Kiwis die Seiten: Der eine – Blair Tuke – macht es athletisch, der andere – Peter Burling – eher geschmeidig

Peter Burling und Nathan Outteridge berichten vom ersten Finaltag der Challenger Playoffs mit zwei Überraschungen: Die Schweden forderten die Kiwis ernsthaft, ihre Starts waren herausragend. Doch sie verschenkten auch einen möglichen Siegpunkt, weil Nathan Outteridge über Bord ging

"Es war mit einem ziemlich leichtwindigen ersten und zwei windigeren Rennen ein komplizierter Tag auch für die Wetterleute", sagte Peter Burling am Abend, "offensichtlich hatten wir heute mit unseren Starts zu kämpfen. Wir waren aber sehr zufrieden damit, wie das Boot sich unter allen Bedingungen bewährt hat. Und auch damit, wie gut wir uns im dritten Rennen wieder zurückgekämpft haben, bevor Nathan über Bord gegangen ist." Artemis Racings schwedischer Grinder Andreas Axelsson zog die Bilanz, die viele Experten an diesem Tag überraschte: "Ich denke, dass wir den Kiwis gezeigt haben, dass wir hier als ernsthafte Player im Ring sind. Und dass wir hier sind, um zu gewinnen."

Das Finale der Challenger Playoffs wird am Sonntagabend ab 19 Uhr fortgesetzt und sowohl bei Servus TV als auch bei Sky Sport live gezeigt. Die Entscheidung könnte schon am Sonntag fallen, wenn die Neuseeländer drei Siege in Folge einfahren könnten. Zum Finalsieg in der Herausfordererrunde sind fünf Punkte notwendig. Zwei haben die Neuseeländer schon.

35. America's Cup

Neuseelands "Bahnrad-Vierer" und die beiden Lenker dahinter

35. America's Cup

Enges Duell: Das Herausforderer-Finale zwischen Artemis und Neuseeland verspricht nach dem ersten umkämpften Tag viel Spannung. Fortsetzung am Sonntag

Tatjana Pokorny am 11.06.2017

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