America's Cup
Sir Ainslie nährt Europas Cup-Träume

Mit Unterstützung des Herzogs und der Herzogin von Cambridge errangen Sir Ben Ainslie und das Team Land Rover BAR einen wichtigen Heimsieg

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 25.07.2016

Lloyd Images/Land Rover BAR Großer Segelsport, großes Publikum: Die Briten begeisterten ihr Publikum bei der ACWS-Regatta vor Portsmouth

Es war ein grandioses Segel-Wochenende für das britische Team Land Rover BAR. Bei der ACWS-Regatta im Heimatrevier vor Portsmouth hielten der mit vier Goldmedaillen erfolgreichste Olympiasegler der Sportgeschichte und sein britisches Team Land Rover BAR ihre fünf Konkurrenten nach schwachem Auftakt, starkem Comeback und konstanten Top-Ergebnissen bis zum Ende in Schach. Hunderttausende Zuschauer waren an insgesamt drei Veranstaltungstagen in die englischen Hafenstadt Portsmouth gepilgert und hatten die großen Zuschauertribünen, das Regattadorf und das Revier bevölkert, um ihren Segel-Helden und sein Team im Einsatz zu sehen.

Lloyd Images/Land Rover BAR Für die Fans, den Herzog und die Herzogin von Cambridge und das Punktekonto in der ACWS-Serie: Sir Ben Ainslie freut sich über den Sieg im Heimatrevier

Das Segelspektakel erhielt sein Happy End: Der von der britischen Königin bereits zum Ritter geschlagene Ainslie beglückte die Besucher und seine prominentesten Fans, den Herzog und die Herzogin von Cambridge, mit einem Heimsieg, der europäische Cup-Hoffnungen nährte. Zwar war es am Ende nur ein Punkt Vorsprung vor den amerikanischen Cup-Verteidigern, der zum Sieg bei dieser Regatta der America's-Cup-Weltserie reichte, doch damit war das englische Sportmärchen auf den Katamaranen vom Typ AC45 an diesem Wochenende perfekt. Ainslies erster Kommentar gegenüber YACHT online in Portsmouth: "Wir wollten unsere Fans und Portsmouth an diesem Wochenende stolz machen." Das ist gelungen.

Lloyd Images/Land Rover BAR Es gibt eindeutig lästigere PR-Termine als die des Fan-Daseins für das britische Team Land Rover BAR: Kate und WIlliam, Herzogin und Herzog von Cambridge, bejubeln den Sieg ihrer Favoriten

Ohne seinen Taktiker Giles Scott, der entgegen früherer Pläne doch seine Olympia-Vorbereitungen in den Vordergrund stellte, rasten "Big Ben" Ainslie und seine Mitstreiter vor der eigenen "Haustür" dennoch zum Sieg. Cup-Verteidiger Oracle Team USA und das sich weiterhin beständig verbessernde SoftBank Team Japan mit Skipper Dean Barker ersegelten in England die Plätze zwei und drei. Oracle-Skipper Spithill und sein Team hatten den Briten zwar am doppelt gewerteten "Super Sunday" mit zwei Tagessiegen eindrucksvoll Paroli geboten, doch am Ende fehlte dem amerikanischen Team von Larry Ellison ein Punkt zum Triumph. Spithill hat darüber seinen Humor nicht verloren: "Es war eines der besten Events der America's-Cup-Weltserie. Und ich glaube, es war das erste Mal, dass ich in Großbritannien war und es nicht geregnet hat." Darüber freuten sich am langen Wochenende besonders die Fans auf den Tribünen und auf dem Wasser. Dort bildeten insgesamt bis zu 2000 Boote kreisförmig um den Segelkurs eine imposante Kulisse und boten einen Vorgeschmack darauf, was kommen könnte, wenn die Briten den Cup tatsächlich erstmals in seiner langen Historie gewinnen und in sein Mutterland zurückholen könnten.

Oracle Team USA/Ricardo Pinto Die Herzogin von Kent gratuliert den Zweitplatzieren: Kate schaut dabei recht glücklich, denn ihre Herz-Mannschaft hat diese Amerikaner gerade besiegt

Oracle Team USA/Ricardo Pinto Am "Super Sonntag" mit zwei Tagessiegen kaum zu bremsen, am Ende aber doch knapp geschlagen: Jimmy Spithills Oracle Team USA rast über den Kurs vor Portsmouth

"Ein unglaubliches Wochenende für den britischen Segelsport"

Das sieggewohnte Emirates Team New Zealand musste in Abwesenheit von Stamm-Skipper Peter Burling und Blair Tuke, die sich als Top-Favoriten im 49er auf die Olympischen Spiele (Start Segelregatten: 8. August) vorbereiten, mit Platz vier zufrieden sein. Noch schwerer traf die Abwesenheit von zwei Olympia-Assen das schwedische Team Artemis: Weil Skipper Nathan Outteridge und Iain Jensen ebenfalls in der Rio-Vorbereitung stecken, kamen die Schweden ausgerechnet im Heimatland von Sportdirektor Iain Percy nicht über den sechsten und letzten Platz hinter dem französischen Team Groupama hinaus. Percy nahm es sportlich und zollte seinen Landsleuten Anerkennung: "Ich muss erst einmal sagen, dass es ein unglaubliches Wochenende für den britischen Segelsport war. In den achtziger und den neunziger Jahren ist Segeln eine der größten Sportarten in Großbritannien geworden. Und jetzt ist das Interesse an unserem Sport riesig."

Oracle Team USA/Ricardo Pinto Vor vollbesetzten "Grand Stands" und Tribünen musste sich das Oracle Team USA knapp geschlagen geben

Oracle Team USA/Ricardo Pinto Drei der erfolgreichsten Segler ihrer Zeit: Dean Barker, Sir Ben Ainslie und Jimmy Spithill (v.l.n.r.) liefern sich nach der ACWS-Regatta in Portsmouth eine Champagner-Schlacht

Mit ihrem umjubelten Sieg, für den die Herzogin von Cambridge ihre Landsleute mit den Medaillen ehrte, haben die Briten auch die Führung in der Weltserie vor dem Oracle Team USA und den Neuseeländern übernommen. Der Spitzenplatz ist begehrt, denn er bringt den ACWS-Siegern am Ende der Serie zwei Punkte für die Herausforderer-Serie zum 35. America's-Cup-Duell im kommenden Jahr. Immerhin einen Punkt als Gutschrift erhält das zweitplatzierte Team. Gesegelt wird noch im französischen Revier von Toulon und in japanischen Gewässern vor Fukuoka.

Hier geht es zu den Ergebnissen und zum ACWS-Gesamtstand

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Themen: America's CupAmerica's-Cup-WeltserieDean BarkerHerzogin von CambridgeHerzog von CambridgeIain PercyJimmy SpithillPeter BurlingPortsmouthSir Ben Ainslie

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