America's Cup

Prada-Coup perfekt: Jimmy Spithill auf Kurs "Roter Mond"

Aufsehenerregende Personalie im America's Cup: Patrizio Bertelli holt den zweimaligen Cup-Sieger Jimmy Spithill in sein Team Luna Rossa Challenge

Tatjana Pokorny am 13.03.2018
James Spithill
ACEA

Das schon länger schwelende Gerücht ist nun bestätigt: Der zweimalige America's-Cup-Gewinner Jimmy Spithill feiert sein Comeback im italienischen Team Luna Rossa Challenge. Rennstallbesitzer und Prada-Patriarch Patrizio Bertelli hat den schon einmal in seinen Diensten stehenden Australier zurückgeholt und damit seine Ambitionen unterstrichen, die begehrteste Trophäe des internationalen Segelsports endlich erstmals für Italien zu gewinnen.

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Am Ziel seiner Träume: James "Jimmy" Spithill darf unter italienischer Flagge 2021 wieder um den Cup seiner Begierde kämpfen

Spithill hatte vor 16 Jahren als jüngster Steuermann der Geschichte mit dem australischen Team Young Australia seine America's-Cup-Premiere gefeiert und zählt längst zu den erfolgreichsten und charismatischsten Köpfen im Geschäft. Berühmt-berüchtigt für seine Angriffslust, seine Nervenstärke und seine psychologischen Provokationen von Gegnern, hatte der heute 40-Jährige vor allem 2013 für weltweite Schlagzeilen gesorgt, als er mit dem Oracle Team USA im Cup-Finale gegen das Emirates Team New Zealand schon 1:8 zurücklag, daraus aber noch einen 9:8-Triumph für die Amerikaner machte.

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Demütigung vor laufender Kamera: Nachdem Spithill und das Oracle Team USA die Neuseeländer im Cup-Finale 2013 sportlich mit dem "Comeback-Sieg des Jahrhunderts" vorgeführt hatten, genoss der neuseeländische Steuermann Peter Burling die Dominanz des Emirates Team New Zealand über die Amerikaner 2017 sichtlich und gönnt sich einen kleinen Spaß mit Jimmy Spithill

Es war der italienische Luna-Rossa-Skipper Francesco de Angelis, der Spithill für den America's Cup 2007 ins italienische Lager geholt hatte. Die Azzurri waren damals bis ins Finale der Louis-Vuitton-Herausfordererserie gesegelt und hatten auf dem Weg dahin im Halbfinale Larry Ellisons Team Oracle BMW Racing mit 5:1 im Halbfinale besiegt. Erst im Herausforderer-Finale hatte sich die Luna Rossa Challenge damals den Neuseeländern geschlagen geben müssen. In der Folge hatte Larry Ellison Jimmy Spithill, der sich inzwischen Spitznamen "Pitbull" und "Spitfire" verdient hatte, in sein amerikanisches Team geholt und mit ihm 2010 das Exklusiv-Duell gegen Alinghi und die Auflage vor San Francisco gewonnen. Nun also geht es für den furios agierenden Spithill wieder unter italienischer Flagge zur Sache. 

LVC - HF - R4

Die Hoffnung von Luna-Rossa-Boss Patrizio Bertelli: mit Spithill und futuristischen Einrumpf-Foilern endlich zum ersten italienischen Sieg in der America's-Cup-Geschichte?

Dabei kennt er nur ein Ziel, wie er der YACHT in einem kürzlich geführten Interview verriet: "Momentan ist mein Hunger auf den America's Cup noch groß. Ich habe das Gefühl, dass ich nicht richtig schlafen kann, bis ich noch einmal versuche, für einen weiteren America's-Cup-Sieg zu arbeiten. Das ist immer noch alles, woran ich denke. Für mich ist es das Ziel: noch einen America's Cup gewinnen!" Vielleicht reichen Spithills Können und Willen in Kombination mit Patrizio Bertellis ungestilltem Cup-Hunger bei der 36. Auflage 2021 vor Neuseeland mit Luna Rossa (dt.: Roter Mond) ja endlich zum ersten Azzurri-Sieg in der Cup-Geschichte.

America's Cup

2013 reichte es vor San Francisco für Luna Rossa nicht zum Einzug ins Cup-Finale. 2017 setzten die Italiener – wutentbrannt über Last-Minute-Regeländerungen der Amerikaner – eine Cup-Auflage aus. Jetzt sind sie wieder da und – wollen den Cup mehr denn je

Tatjana Pokorny am 13.03.2018

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