America's Cup
Neuseeland macht nun Dampf

Man ist ja bescheiden: Keine Pannen, kein Bruch und zwei Rennen an einem Tag. Doch die Kiwis machen ernst und erhöhen den Spielstand auf 4:1

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 22.08.2013

Chris Cameron/ETNZ Dran bleiben und fertig segeln. Mehr war nicht drin für Luna Rossa (l.)

Der Wind hatte Mitleid und blieb zwischen 12 und 17 Knoten. Die Tide war anfänglich auflaufend, was entschärfend wirkte. Aber den Italienern, die bemüht waren, sich mit Anstand aus der Affäre zu ziehen, half alles nichts. Die Neuseeländer sind einfach um zwei Schritte schneller. "Das Positive ist, dass wir uns jeden Tag verbessern”, meinte Luna-Rossa-Skipper Max Sirena. "Aber schön langsam mach ich mir Sorgen, denn wir bräuchten noch 4 bis 5 Monate. Wir sind nicht so weit weg (von den Neuseeländern), aber der Cup beginnt schon in wenigen Wochen.” 

Nur einmal gab es so etwas wie einen Anflug von Spannung: Im fünften Lauf wählten die Neuseeländer die falsche Seite des Lee-Gates, womit Chris Draper und Luna Rossa den Abstand drastisch verkleinerten. Doch Dean Barker und Team New Zealand wendeten rechtzeitig zurück und deckten die Italiener auf der gesamten Kreuz in bester Matchrace-Manier, nur um am Schluss wieder mit fast anderthalb Minuten Vorsprung ins Ziel zu segeln. In beiden Wettfahrten zeigten die Performance-Daten, dass die Italiener weit weniger Topspeed hatten und auch deutlich mehr Weg fuhren, weil sie raumschots höher gehen müssen, um ausreichend Speed fürs Foilen zu haben.

Gilles Martin-Raget/ACEA Ratlose Gesichter auf der Kommandobrücke von Luna Rossa: Francesco Bruni, Chris Draper und Max Sirena (v. l.)

Schön langsam wird auch das von unbeteiligten Beobachtern schon längst prophezeite Cup-Match Oracle gegen Team New Zealand offiziell thematisiert. US-Segellegende und Cup-Faktotum Gary Jobson, ein von den Veranstaltern bezahlter TV-Kommentator, beobachtete, wie sich die Neuseeländer vor ein paar Tagen für einige Momente mit beiden Oracle-Booten im Training gematcht hatten und wahrsagte ein äußerst knappes Cup-Match. Außer bei der Halse, bei denen die Neuseeländer angeblich eine Bootslänge gewonnen hätten, waren die VMG-Werte praktisch identisch, schrieb er. Und: "Ich bin sicher, dass die Verlierer auch einige Wettfahrten gewinnen werden. Ich freu mich drauf.” Na denn, Mr. Jobson. Hoffentlich behalten Sie recht.

Rennen 5 & 6

Das weitere Programm: 

Fr. 23.8. Race 6 (Startzeit TBD)

Sa. 24.8. Race 7 (13:10/22:10), Race 8 (14:10/23:10)

So. 25.8. Race 9* (13:10/22:10) Race 10* (14:10/23:10)

(* wenn nötig)


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der YACHT-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: Chris DraperDean BarkerEmirates Team New ZealandLouis Vuitton CupLuna RossaSan Francisco

Anzeige