America's Cup
Nächste Kiwi-Klatsche für Luna Rossa

Kein Ende der Peinlichkeiten: Schon am Start machten die Kiwis den Sack zu. Im Ziel lag Luna Rossa dann mehr als 7 Minuten hinten.

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 24.07.2013

Chris Cameron/ETNZ Schon am Start waren die Kiwis deutlich voran.

Das war ja fast wie Bayern gegen Unterhaching beim Fußball. Beide Kontrahenten spielten auf demselben Feld nach denselben Regeln, nur waren die einen um Lichtjahre besser. Fazit: Luna Rossa verfehlte das Zeitlimit um mehr als zwei Minuten, während Team New Zealand das Punktemaximum für die Round Robins auf dem Konto hat und trotzdem nicht zufrieden ist.

Chris Cameron/ETNZ Eine Replik des Schoners America, nach dem der Cup benannt ist, leistete Gesellschaft

Dean Barker und Kollegen nutzten ihre Bootpositionierung und die mit mehr als 2 Knoten auflaufende Tide im Vorstartgeplänkel meisterlich, um die Italiener von Anfang an deutlich ins Hintertreffen zu bringen. Dass Luna Rossa beim Einkranen bei Niedrigwasser mit einem Ruder aufgesessen war, womit noch eine Reparatur in letzter Minute fällig wurde, mag hinderlich gewesen sein. Den riesigen Unterschied in der Performance nur damit zu erklären wäre lächerlich. 

Die Neuseeländer bauten ihren Vorsprung bei etwa 19 Knoten Wind und zulegendem Strom sukzessive aus und zeigten bestechende Form, die bei den Halsen besonders deutlich zu sehen war, als das Boot durchgehend auf den Foils blieb, während Luna Rossa dieses Kunststück einfach nicht zuwege brachte. Auch schien der Kat der Italiener buglastig getrimmt, was mit dem Anstellwinkel der Trimmklappen am Ruder zu tun haben dürfte.

Chris Cameron/ETNZ Zieldurchgang mit Vollgas. Echte Gegner gibt es für die Kiwis bei diesem Luis Vuitton Cup bisher keine

Hinterher nannte Prada-Steuermann Chris Draper die Schwierigkeiten ”Zahnungsprobleme”, was insofern leicht abstrus klingt, als dass die Italiener dieses Boot schon seit vergangenem Winter in Betrieb haben und gemeinsam mit den Neuseeländern trainierten. Und die glauben trotz ihrer erdrückenden Überlegenheit, noch lange nicht am Zenit angelangt zu sein: "Generell gab es heute keine eklatanten Fehler”, meinte Skipper Dean Barker. "Aber das Leistungsniveau, das wir erreichen wollen, befindet sich klar jenseits des jetzigen. Wir wissen, dass wir das besser können.”

Auch so gewannen die Kiwis die Round Robins des Louis Vuitton Cups mit dem Maximum von 7 Punkten, ohne groß schwitzen zu müssen. Sie können nun wählen, ob sie gleich ins Finale der Ausscheidung einziehen, oder ein Semifinale gegen einen Gegner ihrer Wahl segeln wollen. Die Auswahl ist nicht vielversprechend: die hilflos wirkenden Italiener oder Artemis, die heute mit ihrem blauen Boot erstmals überhaupt aus dem Hafen fahren. Die Tage und Wochen bis zum 7. September, bis zum Start des "echten” America’s Cups, ziehen sich indes zur Ewigkeit hin.


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Themen: Chris DraperDean BarkerEmirates Team New ZealandLouis Vuitton Cup 2013Luna RossaMax Sirena

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