Regatta-News
Mit Atomstrom zum Cup-Gewinn

Französisches America’s-Cup-Team stellt neuen Sponsor vor

  • Carsten Kemmling
 • Publiziert am 14.01.2002

"Le Defi"

Das französische America’s-Cup-Team Le Défi, bei dem auch der Deutsche Tim Kröger unter Vertrag steht, hat seine Chancen auf ein gutes Abschneiden verbessert. Es zog die Atomkraft-Firma Areva als Sponsor an Land. Das Engagement soll 18 Millionen Dollar wert sein. Damit kommen die Franzosen auf ein geschätztes Budget von 26 Millionen Dollar, das allerdings allenfalls die Hälfte der Milliardärs-Syndikate von Craig McCaw (USA, One World), Larry Ellison (USA, Oracle), Ernesto Bertarelli (Schweiz, Alinghi) und Patrizio Bertelli (Italien, Prada) ausmacht.

Der Sponsor Areva ist in 29 Ländern mit 60 Firmenstützpunkten vertreten und beschäftigt 45.000 Mitarbeiter. Insider erwarten, dass der Sponsorendeal dem französischen Team in Auckland Ärger einbringen wird. Denn die Neuseeländer sind beim Thema Atomkraft und Frankreich sehr empfindlich. Sie haben noch gut die Auseinandersetzungen um die Atomwaffentests auf dem französisch-polynesischen Atoll Mururoa im Gedächtnis. 1985 verübte der französische Geheimdienst einen Sprengstoffanschlag auf das Greenpeace-Schiff "Rainbow Warrior", bei dem ein Mensch ums Leben kam. Das Schiff führte eine Protest-Flotte an, die von Neuseeland aus organisiert und gestartet worden war.

Insider befürchten jetzt Protest-Demonstrationen in Auckland gegen die Franzosen mit ihrem Atom-Sponsor. Dabei hatten die Neuseeländer dem Team Le Défi beim vergangenen Cup noch viele Sympathien entgegengebracht. Denn die Underdogs erreichten überraschend das Halbfinale. Der erfolgreiche Skipper Bertrand Pace ist mittlerweile beim Team New Zealand angestellt.


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Themen: America's CupAtomFrankreichHerausfordererRegattaSponsoring

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